Kapitel 69

12.2K 1K 270

I met you, and I was afraid to like you. I liked you, and I was afraid to love you. I love you, and now I am afraid to lose you.

...

Müde setzte ich mich auf. Seit 4 Stunden versuchte ich nun schon einen ruhigen Schlaf zu finden. Doch auf den konnte ich lang warten. Das beschissenste an dieser ganzen Sache war, dass ich in weniger als drei Stunden meine letzte Prüfung schrieb. Mit meinen Händen strich ich mir über mein Gesicht und atmete tief aus. Für Nana und Carl schlief ich nun im Wohnzimmer – da ich unmöglich Nana auf einem Sofa schlafen lassen konnte.

Als ich meinen Kopf hob und in den Flur sah, bemerkte ich, dass in der Küche das Licht eingeschaltet war. Ich runzelte und fing an zu überlegen – war nicht ich als letztes in der Küche? Zuerst nahm ich mein Glas vom Kaffeetisch und drückte, dann auf mein Handy um die Uhrzeit zu checken – 5.08 Uhr. In dem Moment als ich im Flur stand, hörte ich ein leises Weinen aus der Küche. Carol. Leise schlich ich mich in die Küche und sah durch den Spalt. Carol saß in ihrem Bademantel auf dem Stuhl, ihr Gesicht war in ihren Händen während sie leise vor sich hin weinte. "Alles okay?", fragte ich völlig überflüssig – da es ihr offensichtlich nicht gut ging.

Bellas Mutter zuckte zusammen und sah mich in der Küche stehen. Sofort wischte sie ihre Tränen Weg und holte tief Luft. "Ich kann bloß nicht schlafen.", meinte sie mit einer verstellten Stimme – sie wollte wohl nicht, dass sie jemand weinen sah.

"Wirklich?", fragte ich nach und runzelte meine Stirn. Als sie nicht antwortete, nahm ich ein zweites Glas aus dem Hängeschrank und füllte uns beiden Wasser ein. Um die Stille zu brechen, sprach ich: "Ich habe mit ihm gesprochen.", ich setzte mich zu Carol und schob ihr das Glas zu. Sie nahm sehr wenig zu ihr, weswegen ich mir sorgen um sie machte. Carol lächelte mich schwach an. "Carl, hat Angst davor, dass ihr ihn vergesst." Als ich sie so vor mir sitzen sah, verfluchte ich mich leise. Einen besseren Zeitpunkt hätte ich nicht aussuchen können?

Carol runzelte ihre Stirn und sah zu mir. In ihren Augen konnte ich erkennen, dass sie mit diesem Gespräch nicht rechnete. Traurig sah sie wieder auf ihr Glas und unterdrückte weitere Tränen. "Ich bin so eine schlechte Mutter."

"Carol.", ich schüttelte meinen Kopf und wollte sie aufmuntern. Doch mir fielen keine Worte ein. Nichts auf dieser Welt könnte die derzeitige Situation verschönern.

"Meine Tochter habe ich achtzehn Jahre lang vernachlässigt – jetzt liegt sie im Krankenhaus und hat in zwei Tagen eine gefährliche Operation. Mein Sohn, dessen erste Worte nicht Mum, sondern Bella waren – wird mich irgendwann für das alles hier hassen. Ich tu mein Bestes, aber irgendwie vermassle ich es immer wieder.", einzelne Tränen flossen über ihre Wangen.

Gab Carol sich die Schuld für Bellas Zustand? "Du bist nicht für Bellas Tumor schuld. Keiner hier ist es.", meinte ich vorsichtig.

Sie sah zu mir und fing traurig an zu lachen. "Und wie ich für ihren Zustand schuld bin. Ich Idiotin habe damals den Ernst der Lage nicht erkannt und habe nicht zugelassen, dass die Ärzte sofort eingreifen – ich habe die ganze Situation mit diesen blöden Medikamenten hinausgezögert. Bella wollte damals diesen Eingriff, nur durfte sie damals nicht über ihr eigenes Leben entscheiden. Harry ich hatte damals Angst davor sie zu verlieren. Damals kannte ich meine Tochter nicht. Viel zu sehr war ich mit meiner verfluchten Karriere beschäftigt, dabei entging mir das wundervolle Mädchen zuhause. Eher ich mich versehen konnte, hasste sie mich. Und ich hatte damals Angst, dass sie mit diesem Hass in ihr von mir geht."

Ich schluckte stark und sah weg. "Das was mit Bella war, kannst du nicht mehr ändern. Was du jedoch ändern kannst, ist die derzeitige Situation mit Carl und Collin. Carl ist ein wundervoller Junge. Erkläre ihm, wieso ihr derzeit nicht so viel Zeit für ihn habt. Sag ihm, dass diese Situation nicht auf Dauer sein wird. Sag es ihm. Sprich mit ihm. Er ist ein intelligenter Junge, er wird es verstehen, wenn ihr beide nur mit ihm redet.", erst jetzt sah ich ihr in die Augen und meinte: "Wie gesagt, das was war, kannst du nicht mehr ändern. Das was kommt jedoch schon."

Promise me IIRead this story for FREE!