Wie ein Albtraum

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Endlich, ganz erschöpft, kletterte Serena in ihr weiches Bett und legte sich in die Kissen.
Jedoch konnte sie aus irgendeinem Grund nicht einschlafen, zu viele Gedanken gingen ihr durch den Kopf. Professor Lupin war also ihr Pate, er schien darüber genauso überrascht gewesen zu sein wie sie. Insgesamt schien er allerdings nicht wirklich glücklich darüber gewesen zu sein und sie konnte es ihm, in Anbetracht der Ereignisse, nicht einmal verübeln. Serena erschauderte immer noch beim Gedanken an den Kuss des Dementoren, doch sie wurde das Gefühl nicht los, dass ein riesengroßer Fehler gemacht wurde... Es fühlte sich einfach komplett falsch an...

Ein leises Wimmern schreckte sie aus ihren Gedanken, dessen Quelle bloß wenige Meter von ihr entfernt zu sein schien. Leise setzte Serena sich auf und schob ihren Bettvorhang zur Seite, um zu sehen, was die Ursache war. Der silbrige Mond leuchtete durch das Fenster und hüllte eine weinende Hermine in seinen Schein.

Vorsichtig schälte die Dunkelhaarige sich aus ihrem Bett und tapste fröstelnd auf ihre Freundin zu, dessen Gesicht beinahe vollständig in ihr Kissen vergraben war, „Hermine?"

Das Schluchzen verebbte beinahe schlagartig und mit einem verheulten Gesicht wandte sich Hermine ihr zu, „T-tut mir Leid, ich dachte ihr würdet alle schlafen."

„Ron kann manchmal echt ein Arsch sein." wisperte Serena leise, um die anderen nicht aufzuwecken und setzte sich an ihre Bettkante, „Du solltest das nicht persönlich nehmen."

„Er fängt aber immer wieder damit an." wimmerte sie, während erneut Tränen begannen ihr Gesicht hinunterzulaufen, „Ich habe sogar überall nach Krätze gesucht, damit er es endlich sein lässt!"

„Hast du auch in seinem Zimmer nachgesehen?"

„N-nein... natürlich nicht."

„Ich wette die alte Ratte kauert dort irgendwo. Vielleicht ist sie ja sogar gestorben... ich meine manche Tiere suchen sich dafür einen abgeschatteten Raum..." warf Serena vorsichtig ein, „Wir sollten mal nachsehen."

„Er wird mich niemals mehr in sein Zimmer lassen." schluchzte Hermine, doch ihre Freundin begann vielsagend zu Grinsen, „Dann tun wir es eben ohne sein Einverständnis."

„A-aber wenn uns jemand sieht."

„Wir könnten es jetzt tun." schlug sie vor und sah, wie Hermine's Augen immer größer wurden, „Jetzt schlafen alle."

Zwar lag noch immer ein zweifelnder Ausdruck in den Augen der Jahrgangsbeste, doch sie wischte sich die Tränen vom Gesicht und schlüpfte in ihre Pantoffeln, um Serena in das Zimmer der Jungs zu folgen. Glücklicherweise hatten die Bewohner einen ziemlich tiefen Schlaf, sodass keines der beiden Mädchen beim Eintreten bemerkt wurde. Einen Moment lang standen sie einfach nur im Raum herum und lauschten dem regelmäßigen Atem der Jungen.

Etwas nervös trat Hermine im halbdunkeln von einem Bein aufs andere und kaute an ihrer Unterlippe herum, während Serena sich in dem Zimmer umsah, „Du schaust unter den Schränken und ich unter den Betten."

Ein lauter Schnarcher zerriss jäh die selige Stille, welches von einem zufriedenen Seufzer untermalt wurde. Serena musste sich zusammenreißen nicht laut loszuprusten und presste sich ihre Handfläche vor den Mund, um keinen Ton von sich zu geben. Hermine warf ihr einen warnenden Blick zu, ehe sie völlig in ihrer Bewegung erstarrte. Ihre erschrockene Miene spiegelte sich auch in Serena's Gesicht wieder, als sich schwere Schritte die Treppe zu den Jungsschlafsälen hochzuschleppen schienen, „Versteck dich!" Zischte Serena eilig und begann sich unter Neville's Bett zu robben, was Hermine ihr prompt gleichtat und sich unter Harry's Bett kauerte.

Harry Potter and The Murderer's DaughterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt