Unerwünschter Besuch

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„Meinst du Harry gefällt das?" fragte Ron und hielt einen Gegenstand in die Luft.

„Ne Stinkbombe? Wirklich?" Fragte Hermine skeptisch, doch Ron zuckte bloß mit den Schultern und grinste verschlagen, während er sie langsam in den Korb gleiten ließ, „Könnte nützlich sein."

„Bring ihm einfach ein paar Lakritz-Zauberstäbe mit." schlug Hermine vor.

„Viel zu langweilig, Hermine. Wir sind in nem Scherzartikelladen, lach doch mal!"

Mit stark erleichterte Geldbeuteln, doch die Taschen berstend voll mit Stinkbomben, Schluckaufdrops und Froschlaichseife, verließen sie schließlich Zonko's und beschlossen als nächstes dem Postamt einen Besuch abzustatten. Dort saßen rund 200 Eulen auf Stangen, sie wurde nach verschiedenen Farben sortiert, je nachdem wie schnell der Brief ankommen soll.

Serena wanderte durch die Reihen, während die Eulen sie neugierig musterten. Ihre Augen blieben an bei einer braunen Eule hängen, die einen Briefe nach Australien brachte. Unheimlich gerne würde die Gryffindor einen Brief verschicken, bloß aus Neugier. Doch der Preis für die Eule ließ ihren Traum schnell wieder zerplatzen.

Erneut schoben sich die drei durch die Menschenmassen auf dem Weg zum Honigtopf. Vor dem gut besuchten Laden stand eine Frau und verteilte Kostproben. Serena nahm gespannt ein Stück, es war klebrig und sehr süß, doch es war die beste Schokolade, die sie je gehabt hatte.

Im Laden selbst reichten die Regale bis zu der Decke mit den verführerischsten Leckereien, die man sich vorstellen konnte: sahnige Nugatriegel, rosa schimmerndes Kokosnusseis, fette, honigfarbene Toffeebohnen, Hunderte verschiedene Sorten Schokolade und Brausekugeln, die einen vom Boden rissen, wie Ron erzählt hatte.

„Hast du die zischenden Wissbies gesehen, Serena?" fragte Ron aufgeregt, packte sie am Arm und führte sie hinüber zu dem Fass, „Und die Gummischnecken? Und die Säuredrops? Als ich sieben war, hat mir Fred einen geschenkt, und er hat mir ein Loch durch die Zunge gebrannt, ich weiß noch, wie ihn Mum mit dem Besen vermöbelt hat." Ron starrte gedankenversunken in die Schachtel mit den Säuredrops, „Meinst du, Fred wird von den getrockneten Kakerlaken probieren, wenn ich ihm sage, es seien Erdnüsse?"

Serena bezweifelte es, doch nickte ihm enthusiastisch zu. Als sie all ihre Süßigkeiten bezahlt hatten, verließen sie den Honigtopf und stürzten sich nach draußen in die Kälte.

„Wisst ihr was." sagte Ron zähneklappernd, „Wir könnten doch auf ein Butterbier in die Drei Besen gehen!"

Serena war unbedingt dafür, sie schlung sich ihre Lederjacke enger um ihren Körper und machte nun doch von ihrem Schal Gebrauch. Der Wind zerzauste ihr währenddessen die Haare und ihre Hände fühlten sich an, als drohten sie jeden Moment abzufallen.

Das dampfende Butterbier, was sie einige Minuten später in den Händen hielt, schien jeden einzelnen Winkel ihres Körpers zu erwärmen und war dabei auch noch das leckerste, was sie je getrunken hatte.

Erst als es bereits dämmerte waren Serena, Ron und Hermine im Gemeinschaftsraum angekommen. Vor Kälte und Freude waren ihre Gesichter ganz rosa, als sie Harry ihre Ausbeute zeigten, „Hier, bitte sehr." sagte Ron stolz an seinem besten Freund gewandt, „Wir haben mitgebracht, so viel wir tragen konnten."

„Danke." sagte Harry und hob eine Tüte winziger schwarzer Pfefferkobolde hoch, während Hermine ihn mit besorgter Miene musterte, „Und was hast du getrieben?"

„Lupin hat mir in seinem Büro eine Tasse Tee gemacht. Und dann ist Snape reingekommen und hat ihm irgendein Gebräu gegeben." Erzählte Harry, woraufhin ihn allen die Unterkiefer herabsackten.

Harry Potter and The Murderer's DaughterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt