Ein Irrwicht im Schrank

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Sein Magen verkrampfte sich beim Gedanken an Sirius und er hoffte, dass Harry nichts von ihm wusste. Es würde ihm das Herz zerreißen, so wie es bei ihm gewesen war, als er von dem Verrät gehört hatte.

Remus hatte Dumbledore damals angefleht Harry zu sich holen zu dürfen, doch Dumbledore hatte ihn immer wieder abgewiesen. Nach ein paar Jahren hatte Remus schließlich aufgehört zu betteln, vermutlich ging es ihm bei seinen Verwandten sowieso besser als bei ihm, dem Werwolf...

Er sah auf die Uhr, er war so versunken in seine Erinnerungen gewesen, dass er die Zeit vergessen hatte. Remus sprang vom Stuhl, packte seine Ledertasche und eilte los. Er wollte schließlich nicht zu spät kommen.

Als er schließlich das Klassenzimmer betrat, saßen alle Schüler schon auf ihren Plätzen und unterhielten sich angeregt. Remus lächelte die Klasse entschuldigend an und legte seine Aktentasche auf das Lehrerpult, „Schönen Tag!" sagte er und holte die Anwesenheitsliste aus seiner Tasche, „Ich prüfe nur schnell, ob auch alle anwesend sind und danach werden wir mit dem Unterricht beginnen."

„Hannah Abbott?"

„Ja." kam eine leise Antwort zurück.

„Kristen Archibald?"

„Hier." kam von einem brünetten Hufflepuff Mädchen aus der Ecke.

„Lavender Brown?"

„Anwesend", rief ein Mädchen mit blonden Locken und grinste ihn an. Remus erwiderte das Lächeln und fuhr fort.

Er starrte auf die Liste, das Lächeln verging ihm, „Serena B-Black." Ihm blieben die Worte fast im Hals stecken. Nein, das kann nicht sein. Er sah von der Liste auf in die Klasse, die Klasse starrte ihn an und ein Mädchen hob langsam ihre Hand, während sie ihn verdutzt anstarrte. Remus starrte sie wie vom Donner gerührt an, sie kam ihm bekannt vor. Sie hatte mit ihm im Abteil nach Hogwarts gesessen!

Das Mädchen hatte lange dunkle Haare, die ihr in sanften Locken fast bis zur Hüfte gingen. Ihre Haut war sehr hell, sie sah jedoch nicht kränklich aus. Sie hatte hohe Wangenknochen, eine schmale Nase und naturrote Lippen. Sie erinnerte ihn an Schneewittchen, ein Muggelmärchen, das ihm seine Mutter immer vorgelesen hatte. Sie sah aus wie eine Black.

Der Gedanke bohrte sich in sein Bewusstsein, doch nur wegen ihrem Namen, musste sie noch nicht Sirius' Tochter sein. Immerhin gab es noch mehr Blacks.

Remus überlegte, da war Bellatrix, doch sie war erstens in Askaban und zweitens hieß sie schon lange nicht mehr Black. Ihm fielen noch Narcissa und Andromeda ein, doch sie waren ebenfalls beide verheiratet und hatten jeweils nur ein Kind, Nymphadora Tonks und Draco Malfoy.

Regulus war tot.

Blieb noch Sirius.

Das Mädchen schien sein Starren bemerkt zu haben und schürzte beleidigt die Lippen, ehe sie schließlich den Blick auf ihren Tisch senkte. Schnell sah Remus weg und hätte sich am liebsten selbst geohrfeigt sie mit seinem Blick so zu verurteilen. Denn das war, wie er selbst am eigenen Leib erfahren musste, nicht schön.

Er fuhr mit der Liste fort, doch seine Gedanken drifteten immer wieder zu der Black und immer wenn er in die Runde sah, blieb sein Blick an ihr hängen. Er suchte unbewusst nach etwas, was ihm bestätigen würde, dass sie nicht seine Tochter war.

Er beendete die Liste mit dem Namen Ronald Weasley und nachdem ein rothaariger Junge mit Sommersprossen, den Remus ebenfalls aus dem Zug kannte, sich gemeldet hatte sagte
er: „Würdet ihr bitte all eure Bücher wieder einpacken. Heute haben wir eine praktische Lektion. Ihr braucht nur eure Zauberstäbe."

Harry Potter and The Murderer's DaughterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt