Der Grimm und seine Wirkung

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Alle starrten sie nun wie vom Donner gerührt an. Hailey drehte sich zu Serena und sah sie auffordernd an, ihre Hand zu heben.
Serena schüttelte stur den Kopf, formte stumm mit ihrem Mund das Wort Hund und wandte sich wieder Professor McGonagall zu.

„Ich." sagte Harry schließlich.

„Verstehe." Professor McGonagall nickte und fixierte Harry mit ihren Perlenaugen, „Dann sollten Sie wissen, Potter, dass Sibyll Trelawney, seit sie an dieser Schule ist, Jahr für Jahr den Tod eines Schülers vorausgesagt hat. Keiner davon ist bislang gestorben. Todesomen zu sehen ist ihre bevorzugte Art, eine neue Klasse willkommen zu heißen. Ich spreche eigentlich nie schlecht über Kollegen, aber..." Sie verstummte mit aufgeblähten Nasenflügeln, ehe sie fortfuhr, „Sie scheinen mir bei bester Gesundheit zu sein, Potter, also werden Sie mir verzeihen, wenn ich Ihnen trotz allem Hausaufgaben gebe. Wenn Sie sterben, brauchen Sie die Arbeit nicht abzugeben, das versichere ich Ihnen."

Die angespannte Stimmung in der Klasse war sofort wie weggeblasen und einige lachten sogar. Auch Serena fühlte sich nun viel wohler, denn selbst wenn es bei ihr auch so einen Grimm gewesen war, hatte das noch lange nichts zu bedeuten.

Der Regen vom vorigen Tag hatte sich verzogen, der Himmel war klar und blassgrau und das feuchte Gras unter ihren Füßen federte, als sie zu ihrer ersten Stunde Pflege magischer Geschöpfe gingen. Serena war froh, nach dem Mittagessen ein wenig raus zu kommen und so ein wenig ihre Gedanken ordnen konnte. Allerdings wären die Gryffindors am liebsten wieder umgedreht, als sie von weitem die grünen Krawatten der Slytherins entdeckten.

„Dieser Hornochse gibt auch noch Unterricht, mein Vater kriegt nen Anfall, wenn ich ihm davon erzähle!" konnten sie Malfoy schon von weitem schnarren hören.

„Halt den Mund, Malfoy." sagte Harry zornig, als sie Hagrid's Hütte erreichten.

„Pass auf Potter, hinter dir steht ein Dementor und will Black mitnehmen!"

Serena seufzte und verdrehte unbeeindruckt die braunen Augen, „Sag bloß dir gehen Witze aus, Malfoy."

„Uuuuh!" kreischte plötzlich Parvati und deutete quer über die Wiese auf eine Art Koppel. Serena hatte den Ärger über Malfoy in diesem Moment komplett vergessen und sah zu den Wesen, die in Sichtweite kamen. Sie hatten den Körper, Hinterbeine und Schweif von einem Pferd, doch die Vorderbeine, Flügel und Köpfe erinnerten an einen Adler. Sie waren die wunderlichsten Wesen, die sie je gesehen hatte.

„Stellt euch dort drüben am Zaun auf!" rief Hagrid und trieb die Wesen auf die Schüler zu, „Passt auf, dass alle etwas sehen können und jetzt schlagt erst mal eure Bücher auf."

„Wie denn?"ertönte erneut das kalte Schnarren von Malfoy und erntete sofort zustimmendes Gegacker der anderen Slytherins.

„Was denn?" Fragte Hagrid und sah verwundert in die Runde, als hätte er nicht die leiseste Ahnung, was der Slytherin meinte.

„Wie sollen wir unsere Bücher öffnen?" fragte Malfoy erneut und nahm sein Monsterbuch der Monster heraus, welches er mit einem langen Seil zugebunden hatte. Auch die anderen zogen ihre Bücher hervor, manche, wie Serena, hatten es mit einem Gürtel zugeschnürt, andere hatten sie in enge Taschen gestopft oder sie mit großen Wäscheklammern gezähmt.

„Hat denn ... hat denn kein Einziger sein Buch öffnen können?" fragte Hagrid ganz verdattert und die Schüler schüttelten ihre Köpfe, „Ihr müsst sie streicheln." sagte Hagrid, als wäre es ganz selbstverständlich und demonstrierte es an Hermine's Buch. Das haarige Buch versuchte zu beißen, doch Hagrid fuhr mit seinem riesigen Zeigefinger an seinem Rücken entlang und das Buch fing an zu zittern, klappte auf und blieb ruhig in seiner Hand liegen.

Harry Potter and The Murderer's DaughterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt