Kapitel 66

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They say love is pain. Well darling, let's hurt tonight. 


...

Wenn alles anders wäre, wäre die konstante Angst, sie zu verlieren, nicht in mir. Manchmal denke ich, dass, wenn alles anders wäre sie glücklicher wäre. Sie lächelte. Sie lächelte jeden Tag. Doch seit einer geraumen Zeit nicht mehr mit diesem Lächeln. Das Lächeln, welches ich schon einmal misste.

Wenn alles anders wäre, wäre diese kaum bemerkbare Angst in ihren Augen nicht zu sehen. Dieses eine Lächeln würde wieder den Weg auf ihren Lippen finden. Ich wünschte, ich würde dieses eine Lächeln wiedersehen. Das Lächeln, welches mein Leben veränderte.

Wenn alles anders wäre, müsste ich mir heute keine Gedanken machen ob sie heute in einem Jahr neben mir aufwachen wird. Ich müsste nicht mit der konstanten Angst leben vielleicht bald ohne sie zu leben.

Wenn alles anders wäre, könnten wir eine eigene Familie gründen. Mit leiblichen Kindern. Kindern, die unser Fleisch und Blut waren. Kinder, die ihre Schönheit oder Intelligenz mit sich trugen. Manchmal fragte ich mich ob sie nicht auch daran dachte. Unser Leben, nur etwas anders.

Wenn alles anders wäre, würde ich nicht gerade um zwei Uhr morgens weinend vor ihr sitzen und mich für meine Gedanken entschuldigen. Wenn alles anders wäre, müsste ich ihr nicht sagen woran ich dachte. Ich würde sie nicht verletzten. Ich wage zu behaupten, dass, wenn alles anders wäre, ich sie nie verletzt hätte. In einem anderen Universum, eines welches ganz anders als dieses hier ist, hätte sie nie wegen mir Kummer gehabt. Wenn alles anders wäre, hätte sie nie Tränen aufgrund meines miserablen Verhaltens und mein miserables Leben vergossen.

Wäre alles anders, wäre sie glücklicher. Sie wäre gesund. Ohne Tumor. Wenn doch bloß nur alles anders wäre.

"Es tut mir so leid.", mein Handy flog aus meiner Hand und knallte auf den Fliesenboden. Mit meinem Ellbogen kam ich an der Wodkaflasche an, worauf auch diese den Weg auf den Boden fand. Ich wusste nicht seit wann sie bereits mein Gesicht in ihren Händen hielt doch in ihren Augen sah ich etwas. Angst. Furcht. Sorgen.

Mit ihren Fingern strich sie meine Tränen weg. Dabei entging mir ihre zitternde Hand nicht. Sie zitterte so sehr. Ihre Gedanken waren ihr wortwörtlich ins Gesicht geschrieben. Bella versuchte nicht allzu auffällig auf die zerbrochene Flasche zu starren.

Mit meinen Händen packte ich sie an ihren Hüften und drückte mein Gesicht gegen ihren Magen. Meine Tränen nässten den Stoff des T-Shirts, welches sie an sich trug. "Es tut mir so leid.", meinte ich ein zweites Mal und presste mein Gesicht noch mehr gegen ihren Körper. Mittlerweile wusste ich nicht mehr was mir mehr leid tat. Der Gedanke, den ich vor wenigen Minuten hatte oder die Tatsache, dass ich die Angst in ihren Augen wiedersah.

Sie kniete sich vor mich hin und wischte meine einzelnen Tränen weg, danach sah sie schnell auf den Boden und sammelte die Glassplittern auf – sie wollte nicht, dass ich ihre Tränen sah.

"Es ist okay. Ich mache das hier nur schnell weg, dann können wir wieder ins Schlafzimmer. Alles ist okay Harry. Alles ist okay.", den letzten Satz flüsterte sie. Als würde sie mit sich selber reden.

Wie konnte sie nur mit einer Person wie mir so viel Verständnis haben? Wie konnte sie bei so einer Szene noch so ruhig bleiben? Bella sah mich nicht oft weinen, doch, wenn ich Tränen vergoss war immer ich schuld. Immer, wenn beim mir Tränen flossen, verbockte ich zuvor etwas. "We-wenn es wegen deinem Geburtstag ist. Es tut mir-"

"Nein.", unterbrach ich ihre Entschuldigung. Bella hatte keinen Grund sich zu entschuldigen. Sie wollte mir doch nur etwas Gutes tun – von wo sollte sie denn ahnen, dass sie noch nicht alles über mein beschissenes Leben wusste? "Nein hör auf damit, dich immer zu entschuldigen.", meinte ich mit einer rauen Stimme und schüttelte meinen Kopf.

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