Freiheit

569 22 1

Ich ließ Silberstern zehn Minuten an der Longe Schritt und Trab laufen.

"Tür frei.", rief Noah.

"Noah, ich longiere, da ist die Tür sowieso frei und außerdem siehst du ja, dass ich den Mittelzirkel belege.", sagte ich beustigt.

"Du weißt aber nicht ob noch irgendwo ein Geisterpferd rumgeistert.", sagte er.

"Ich glaube eher nicht.", sage ich und deute Emma an, dass sie zu mir kommen kann.

"Die gibt es aber wirklich.", sagte er und lenkte Flo zur Aufstieghilfe.

"Noah, das ist nicht wahr.", mischte sich nun auch die kleine Emma ein.

"Ach Emma.", sagte Noah.

"Noah ich bitte dich jetzt erstmal dich um Stevi zu kümmer.", sagte ich und setzte Emma auf den Hengst.

"Saß der nicht schon mal auf deiner Stute.", fragte Noah.

"Ich warne dich Freundchen, aber um deine Frage zu beantworten ja.", sagte ich und gab Emma die Zügel in die Hand.

"Noah man, ich will jetzt auch endlich mal hoch.", sagte Stevi und Nah drehte sich zu ihm um.

"Ist Noah immer so nervig?", fragte die kleine Emma neben der ich jetzt herlief.

"Wenn er schläft ist er ganz niedlich und brav.", lachte ich und hakte die Longe aus dem Gebiss aus.

"Nur wenn er schläft?", fragte sie und schaute weiter gerade aus.

"Manchmal kann er auch so ganz lieb sein.", sagte ich und schaute zu den zwei Jungs.

"Ich geh mal kurz zu den beiden. Kann ich dich mit dem Großen kurz allein lassen?", fragte ich und schaute zu Emma hoch.

"Ja klar.", sagte die Kleine und ich lächelte.

"Jungs ihr bekommt auch nichts ohne mich hin oder?", fragte ich.

"Doch.", protestierten beide und ich lachte.

"Sieht man ja.", sagte ich und gurtete bei Flo nach.

"So und jetzt hoch Stevi.", sagte ich und führte Flo näher an die Aufstieghilfe.

"Ist das nicht mein Job?", fragte Noah.

"Da du gerade nichts machst ist er eher meiner.", sagte ich und wartete bis Stevi auf dem Pferd saß.

"So Jungs, ich lass euch jetzt mal wirklich alleine weiter machen und beschäftige mich jetzt mit Emma und Silberstern.", sagte ich ging nach  auf den C-Zirkel, auf dem Emma schon mit dem Friesen fleißig ritt.

Die Kleine war zwar erst drei und kam mit ihren Beinen noch nicht bis unters Sattelblatt des Springsattels, aber sie ritt schon sehr gut. Der Hengst meines Vaters war mit den Ohren immer bei der Kleinen und reagierte sehr auf die Stimme der Kleinen.

"Emma, wollen wir mal traben?", fragte ich und lief nun zu ihr um nebenher zu rennen.

"Ja.", strahlte sie wieder.

"Gut, dann nimmst du die Zügel ein bisschen auf, also fast du weiter vorn an und sagst Trab.", erklärte ich ihr.

Emma fasste die Zügel nach und gab Silberstern die Stimmhilfe zum antraben. Der Friese trabte an und ich joggte nebenher. Emma hüpfte ganz leicht auf und ab aber balancierte sich gut aus. Erstaunlich sogar, dass sie nicht runter fiel oder gar zur Seite runter rutschte.

"Sehr gut.", sagte ich.

"Noah, pass mal kurz auf dich und deinen Reitschüler auf, ich komme mit den Zweien Ganze Bahn.", rief ich und drängelte Silberstern nach außen an die Bande, damit er Ganze Bahn weiter lief.

Nach drei Runden ganze Bahn im Trab parrierte ich durch und der Hengst ging in den Schritt.

"Ich nehm dich nochmal kurz an die Longe, da galoppieren wir nochmal kurz und dann kannst du ihn im Schritt auslaufen lassen.", sagte ich an Emma gewandt und holte die Longe aus der Mitte des Mittelzirkels.

Das Galoppieren verlief super und ich konnte ohne mir Sorgen zu machen hinter die Bande verschwinden und die Zwei beobachten. Noah war mit Stevi nochmal ins Gelände verschwunden und somit waren Emma, Silberstern und Ich allein. Nach 10 Minuten half ich Emma von dem Friesen herunter und wir liefen zusammen zurück in den Stall.

"Ich sattel in dir schnell ab und du darfst ihn dann nochmal putzen.", sagte ich zu Emma und die Kleine nickte.

"Geh dich um andere Sachen kümmern, ich mach das.", sagte Elli und öffnete den Sattelgurt.

"Danke.", sagte ich und lächelte sie an.

Ich machte mich auf den Weg in die Sattelkammer zu meinem Spind. Dort nahm ich mein Handy heraus und schaute erstmal nach der Uhrzeit. 16:00 Uhr. Ich beschloss mit Sunburst noch eine Runde im Gelände spazieren zu gehen.  Aus meinem Sind schnappte ich mir meinen hellblauen Führstrick und das braune Lederhalfter mit Gravur. Mit den zwei Sachen in der Hand lief ich runter zu den Weiden um Sunburst zu gelangen. Die Fuchsstute bemerkte mich schon von weitem und kam schon freudig an den Zaun getrabt.

"Hallo Süße", begrüßte ich die Hannoveranerstute und streichelte ihr über die Blesse.

"So will ich auch mal begrüßt werden, aber eher als Süßer.", erklang Noahs Stimme hinter mir.

"Wenn du mich bitte nicht immer so erschrecken würdest, wäre das super.", meinte ich und drehte mich um.

"Gib das mal.", sagte er nur und nahm mir Halfter und Führstrick aus der Hand.

"Du weißt schon, dass das mein Pferd ist?", fragte ich.

"Jaja, ist mir klar. Sie ist mir eh ein Stück zu niedrig.", sagte er und öffnete das Tor.

"Sieht man, aber für mich hat sie die perfekte Größe.", sagte ich und trat zu den zweien.

"Du bist ja auch ein Zwerg.", meinte Noah und Halfterte meine Stute auf.

"Ey 1,68m sind nicht klein.", sagte ich.

"Da fehlen aber noch zwei Zentimeter bis zu 1,70m.", lachte er und führte nun meine Stute aus dem Weideabteil.

"Jaja, du bist ja auch ein Riese. Sunburst sieht neben dir so klein aus obwohl sie 1,64 m Stockmaß hat.", sagte ich und folge den beiden, bis ich auf Noahs Höhe war.

"Tja, ich bin halt 1,90m groß.", sagte er und nahm meine Hand.

"Manno.", schmollte ich und schaute hoch zu Noah.

"Wo soll es denn hingehen.", fragte er und schaute zu mir herunter.

"Zur Lichtung.", sagte ich nur, da er wusste was gemeint war.

"Wie es die Prinzessin will.", sagte er und wir liefen bei angenehmen Schweigen zur Lichtung.

Immer wieder schaute ich zu Noah rüber. Heute hatte er eine schwarze Jeans, einen cremefarbenen Pullover, eine grüne Weste an und seine schwarzen Converse, die er immer am Stall anhat.

"Du kannst Sunburst ruhig grasen lassen.", sagte ich und Noah entfernte sich ein Stück von mir.

Diesen Augenblick nutzte ich aus und zückte mein Handy.

"Noah.", rief ich und der angesprochene hob den Kopf und ging sich mit der Hand durch die Haare.

Im perfekten Moment drückte ich den Auslöser meines Handy. Meine zwei Lieblinge auf einem Bild. Endlich.

All Over? No!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt