Kapitel 19

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Es war eine nebelige Nacht, Natalie war sich nicht ganz sicher wieviel Uhr es war.
Da sich aber alle zu Bett gelegt hatten musste es spät in der Nacht sein.
Sie ritt ohne anzuhalten oder noch ein letztes mal nach hinten zu sehen.
Es fühlte sich gut an, sie fühlte sich  wohl, sie hatte ihre Freiheit wieder ihre Gefangenschaft war zu Ende.
Während sie daran dachte wie frei sie war, machte sie sich aber auch Gedanken darüber wo sie unter kommen wollte.
Sie war so darauf fixiert gewesen, das Haus dieses grausamen Mannes zu verlassen, dass sie nicht daran gedacht hatte wie ihr leben sich gestalten und wo sie wohnen sollte.
Ihr Bruder war verschollen, das Haus ihrer Eltern gehörte ihr nicht mehr und Drake würde sie dort sofort finden.
Wo sollte sie hin? Diese Frage war ihr ein Wurm in der Seele, aus Angst jemand könnte ein Verdacht schöpfen hatte sie sich nicht einmal genug zu essen eingepackt.

"Und jetzt Natalie? Was willst du jetzt machen? Du kannst doch nicht auf den Straßen leben und außerdem wirst du bald hunger bekommen. Was dann? Willst du dann...  etwa betteln? Oh lieber Gott hilf mir was mache ich jetzt bloß"?
Almählich wurde ihr klar, dass es ein Fehler gewesen war so kurzzeitig auszubrechen; sie war OBDACHLOS...
Natalie ritt verzweifelt weiter und hoffte auf ein Ausweg aus dieser Zwickmühle.
Zurück wollte und konnte sie nicht mehr...
Man würde sie hart für ihren Fluchtversuch bestrafen.

"Ich hab's.. Ich gehe zu den Allingtons, die werden mir sicherlich helfen. Ich bin schon eine ganze Weile geritten. Wie groß ist dieser Wald eigentlich?" fragte sie sich und sah in der Ferne etwas leuchten.

"Sweety süße siehst du das Licht dort, da werden wir hingehen und es uns genauer ansehen"

Vielleicht gab es dort ein Haus und die Bewohner könnten ihr helfen.
Sie ritt in die Richtung des Lichtes, es flackerte und wurde immer größer.
Als sie näher kam sah sie, dass sie sich geirrt hatte.
Es saßen fünf Männer am Lagerfeuer und brateten ihre gespießten Fleichstückchen.
Sie beobachtete die Männer, sie erzählten sich gegenseitig ihre Tagesabläufe.
Es war sehr dunkel, aber das Feuer warf ein flackerndes Licht auf die Männer.
Durch die schlechten Lebensbedingungen  waren sie voller Schmutz, man konnte kaum ihre Hautfarbe erkennen und die Kleidungsstücke die sie besaßen waren zerissen.
Man konnte sogar in der Nacht mit bloßem Auge erkennen wie ungepflegt sie waren, die Haare und Bärte waren ineinander gewachsen, manchen fehlten  mehrere Zähne und sie kratzten sich zu oft die Haare, wovon man schließen konnte, das sie Läuse hatten.
Natalie hatte schon zu viel gesehen, sie wollte mit ihrer Stute ganz leise an den Männern vorbei reiten, aber zog die ganze Aufmerksamkeit der Männer auf sich als sie ein Schreckensschrei von sich gab.
Jemand hatte sie am Bein gepackt, sie sah an sich herunter und sah ein weiteren ungepflegten Mann.
Bevor sie ihrer Stute die Sporen geben konnte wurde sie vom Pferd gerissen.
Natalie landete auf dem Boden und schürfte sich den linken Ellebogen auf und die Äste auf dem Boden hatten ihr die linke Backe zerkrazt.
Ihr Herz began zu rasen, sie stand auf sah sich um und fand ein Stock.
Es waren nicht fünf sondern sechs Männer und sie sahen Natalie wie wild gewordene Tiere an.
Natalie schlug mit dem Stock um sich und versuchte humpelnd zu ihrer Stute zu rennen, aber noch bevor sie drei Schritte tat wurde sie zurück gezogen und ließ den Stock fallen.
Die Diebe hatten sie umzingelt, schubsten sie im Kreis von einem zum anderen und lachten dabei.
Bei jedem Mann der sie auffing  vernahm sie den unangenehmen Gestank und bekam ein Brechreiz.

*Diese Männer sind nicht nur ungepflegt sie stinken auch noch fürchterlich*.

"HILFEEEEE!.... HILFEEEEEE!....." schrie sie hysterisch.

"Du kannst so lange schreien wie du möchtest Mädchen. Hier ist keine Menscheseele, wir sind tief im Wald".

"Wir wollen dir doch nichts schlimmes liebes Mädchen. Wir wollen nur ein bisschen Spaß haben. Es wird dir auch gefallen" sagte ein anderer und packte sie am Handgelenk.

"HILFEEEEEE..... HILFEEEEE..... !" schrie sie und sah die Männer angeekelt an.

Natalie wehrte sich mit aller Kraft, sie versuchte sich loszureißen.
Die Männer hoben sie, legten sie auf den Boden.
Natalie riss die Augen auf als sie sah das einer der Männer seine Hose aufknüpfte und sie hielt die Tränen nicht länger zurück, sie ließ sie laufen und bettelte die Männer an.

""Ich flehe  euch an, lasst mich gehen. Hilfeeeeee...Nein... Hilfeeeeeeeee"

Einer der Männer den sie unter einander Peter nannten hatte sich zu ihr gekniet und wollte ihre Röcke hochschieben. Ein Schuss ließ sie alle zurück schrecken und alle drehten sich zu der Gestalt auf dem Pferd.

"Was soll das?...wer ist da?
Wir haben sie zuerst gefunden und möchten unseren Spaß haben. Wenn wir mit ihr fertig sind, darfst du sie auch mal haben"

"Ich bin der schwarze Wolf und diese junge Lady gehört mir. Sie ist meine Frau und wenn ihr nicht auf der Stelle die Finger von ihr lasst werde ich euch  höcht persönlich die Fingernägel abziehen und euch anschließend in den Kopf schießen"

"Es tut uns Leid Sir vergebt uns. Wir wussten es nicht"

Die Männer sahen erschrocken aus, ließen sie los und verschwanden im dunklen Wald.
Natalie konnte erst als die Männer von ihr abgelassen hatten wieder atmen.
Sie setzte sich auf und schluchzte, die Tränen rannten ihr an den Wangen herunter.
Sie konnte nicht fassen was ihr beinahe passiert wäre, sie brauchte etwas Zeit um die Geschehnisse zu verarbeiten und kam erst zu sich als sie die Stimme von Drake hörte, der seine Waffe weggesteckt und sich zu ihr gebückt hatte.
Er sah sie besorgt aber auch voller Zorn an und sie wusste das sie für diese Tat eine Bestrafung bekommen würde.

"Steigen Sie auf Ihre Stute und reiten Sie mir voran und zwar sofort"

Natalie zuckte zusammen protestierte aber nicht länger, sie stieg auf ihre Stute und ritt ohne ein Wort los.

Drake wollte sie anschreien ja sogar schlagen, er wollte seiner Wut freien Lauf lassen, aber als er bemerkte das Natalie steif wie ein Stock war, entschied er dies auf später zu verschieben.
Er nahm sie in die Arme und trug sie auf ihr Gemach.
Während er die Treppen hoch stieg atmete er ihren angenehmen Duft ein und sah in ihr makelloses Gesicht.
Als Natalie auch zu ihm sah, trafen sich ihre Blicke und Drake wollte sich in ihren türkisenen Augen die noch nass vom Weinen waren verlieren.
Er hatte ihr Gemach erreicht, öffnete die Tür und trug sie ohne den Blick von ihr zu wenden in den Raum und stellte sie ganz sanft ab.
Natalie sah ihn verwirrt an und versuchte zu verstehen was los war.
Er stand vor ihr, hatte ihre Blicke gefangen genommen und beugte sich zu ihr herunter.
Ganz dicht an ihren Lippen hielt er inne und sagte:

"Kein Mann der Welt darf Sie berühren, das werde ich niemals zu lassen. Jeden der es wagt werde ich umbringen.
Das schwöre ich Ihnen"

Dann wollte er sich nicht mehr zurückhalten und legte seine Lippen auf ihre.
Als er bemerkte, dass es ihr erster Kuss war streichelte ihre Unterlippe ganz sanft mit seiner Zunge bis sie die Lippen öffnete, er nutzte sofort die Gelegenheit und drang mit seiner Zunge tief in ihren Mund ein und suchte nach ihrer Zunge.
Natalie versuchte zu verstehen, was war das für ein Gefühl in ihrem Bauch war.
Ihre Lippen schmeckten wie Kirchen und Drake wollte mehr, er ließ von ihren Lippen und küsste sie den Hals entlang in Richtung Busen.
Natalie dachte, dass er sie bei jedem Kuss brandmarkte.
Drake vergrub sein Gesicht in ihren Lavendel rieschenden Haare und als er sie ein weiteres mal küssen wollte, sah er sie erstaunt an....

"Was zur Hölle...?"

Die wilde LadyLies diese Geschichte KOSTENLOS!