Mir ist kalt
Mir ist schlecht
Ich stehe vor einer Blockade, einer festen Mauer, die voller Gerüche und Stimmen ist.
Es ist eine Glaßmauer, sie ist milchig und ich kann nicht hindurchsehen.
Ich will nicht.
Ich will doch nur so gerne zurück.
Stück für Stück bewege ich mich, doch schaffe es nicht mich fortzubewegen. Ich werde taub von den Stimmen,die mittlerweile auf mich, wie feste Hagelkörner, nein fast wie kräftige Peitschenschläge einschlagen und es verletzt mich sehr.Der Geruch der Mauer, der aus vielen Gerüchen besteht, betäubt mich und die Luft ist so dünn, dass ich beginne sehr schnell zu Atmen und langsam ohnmächtig werde.
Meine Augen sind verschlossen, aber ich kann immer noch alles erkennen. Viel deutlicher, als davor. Langsam und sanft gehe ich durch die klare helle Mauer, die mich mit wohliger Wärme umhüllt. Ich fühle mich vollkommen und glücklich. Alles still, nicht mal mein Herz schlägt mehr. Die Stille ist so entspannend und ich beginne mich zu fragen, warum ich denn nie das Handy ausgestellt hab. Diese Strahlung ist doch so laut! Sie brennt in den Augen. Doch hier bin ich erlöst.
Der Schmerz der Vergangenheit löst dich Schritt für Schritt auf und wird durch die Glückseligkeit des Jetzt ersetzt, was ich erst jetzt zum ersten Mal so intensiv wahrnehme. Ich weiß, dass mein physischer Körper tot ist. Ich weiß,dass die Ärzte ihn nicht mehr retten können. Und das ist mir gleichgültig. Der Zeitpunkt ist perfekt. Perfekt zum Sterben,perfekt um neu anzufangen, perfekt um Alles zu erfahren, was ich immer wissen wollte. Ohne mich damals jemals mit dem Tod beschäftigt zu haben, weiß ich genau Bescheid. Ich weiß, dass es zwecklos ist,sich die milchige Mauer wieder zurückzuwünschen und sich hinter ihr zu verstecken und zu hoffen, dass sie irgendwann klar wird, als auch,dass man als Zurückgebliebender im Schaufenster, nicht um die Entflohenden Passanten trauern sollte.
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Tod
PoetryIn diesem Text, den ich einst schrieb, werden die Gedanken eines sterbenden Menschen beschrieben.
