Kapitel 18

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Natalie sah erst nach links, dann nach rechts und versuchte sich mit ihrer ganzen Kraft von seinem Körper zu schieben.

"Lassen Sie mich auf der Stelle los oder ich werde schreien"

Drake hob eine Braue:
"Oh bitte tun Sie das und zeigen Sie allen Bediensteten wie man einen Hausherrn verführt und seine Mätresse wird"

Es traf Natalie wie ein Peitschenhieb, sie hatte verstanden was er meinte.

"Ich entschuldige mich für mein Verhalten und verspreche Ihnen das ich nie wieder in Ihrem Gemach schnüffeln werde... lassen Sie mich bitte gehen"

Er sah ihr eindringlich in die Augen, packte sie am Kinn, hob ihr Gesicht an sodass sie ihm in die erbarmungslosen Augen sehen musste.
Er senkte ganz langsam sein Gesicht zu ihrem und als seine Lippen fast die ihre berührten hielt er inne und rührte sich nicht mehr.
Natalie hatte sie Augen geschlossen, sie wartete verzweifelt darauf das alles ein schnelles ende nahm, aber riss sie schockiert wieder auf und ihr Körper versteifte sich als er sie mit einem Mal von sich schubste.
Sie sah ihn erschrocken an und versuchte zu verstehen was er vor hatte.

"Du bist eine Magd, eine meiner Bediensteten, die mir verkauft wurde, denkst du allen Ernstes das dir die Ehre gebührt einen Kuss vom Herrn des Hauses, von MIR zu bekommen" sagte er und lachte sie verspottend aus.

Das Gelächter schallte in ihren Ohren, sie war am Boden zerstört und konnte nicht glauben wie bösartig er war.

Erst dachte sie, sie hätte sich verhört, doch dann kullerte eine Träne von ihrem Auge und sie hob die Hand zu ihren Mund.
Sie bedeckte ihre Lippen mit der Hand und machte entfernte sich rückwärts von ihm.
Diesesmal hatte er sie nicht nur beleidigt, er hatte sie auch noch gekränkt.
Sie fühlte sich verloren und zitterte, ihr wich die ganze Lebenslust aus dem Körper.
Den Rücken an der Tür angelehnt sah sie ihn noch ein kleine Weile an, drehte sich dann um und verließ so schnell wie sie konnte den Raum.
Er nahm sich zufrieden ein Glas Whisky, setzte sich an seinen Schreibtisch und schrieb einen Brief.

●•~♡~•●

Im Speisesaal am Tisch sitzend wartete Drake, das ihm Natalie sein Abendmahl brachte.
Die Tür wurde geöffnet und zu Drake's Verblüffung kam Meryl herein.
Sie trat an den Tisch, begrüßte ihn und servierte ihm Erbseneintopf mit Würstchen und gebratenem Rotkohl.
Er wartete geduldig bis Meryl serviert hatte und fragte dann nach Natalie.

"Darf ich fragen wo unsere neue Bedinestete ist.
Ich habe euch Wort wörtlich gesagt das sie mir das Essen servieren wird"

"Sir ich habe nach Natalie gesehen, sie ist in ihrem Bett, ihr geht es nicht besonders gut" sagte Meryl.

"Achja, ich hoffe es ist nichts schlimmes"

Drake lächelte vor sich hin und aß vergnüngt sein Essen auf.

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"Heute ist es soweit, ich habe endlich genug Laken um sie aneinander zu binden und aus dem Fenster nach unten zu klettern.
Nachdem mich dieser Dreckskerl gestern so erniedrigt hat, möchte ich keine Minute länger hier bleiben" sagte Natalie und sah aus dem Fenster in ihrem Gemach.
Sie wollte vor Freude platzen, ihre Gefangenschaft würde bald ein Ende nehmen.
"Aber jetzt wieder an die Arbeit bevor jemand irgend einen Verdacht schöpft".

~~~

Wenig später war sie in der Bibliothek des Hauses und ärgerte sich während sie den Staub von den Büchern wedelte.

*Wie kann nur soviel Staub entstehen, wenn das Haus regelmäßig sauber  gemacht wird* dachte sie und wischte die Fenterbank.

Nachdem sie den Staub gewischt hatte schrubbte sie den Boden und stand auf um ihre Arbeit zu begutachten.

"Dafür das ich fast den ganzen Tag in der Bibliothek verbracht habe, glänzt es jetzt aber.
Du hast tolle Arbeit geleistet Natalie" sagte sie sich selbst und hörte die Tür aufgehen.
Drake kam herein, lief mit seinen dreckigen Stiefeln durch die Bibliothek und hinterließ bei jedem Schritt einen Abdruck.

Bevor Natalie reagieren konnte stand er auch schon mitten im Raum.
Sie sah traurig den Fußboden an, der bis vor 5 Minuten noch geglänzt hatte.

Als Drake das was er suchte nicht fand, sah er zu ihr rüber und sagte: "Es tut mir Leid wenn ich Sie bei der Arbeit störe, aber haben Sie mein Notizbuch gesehen. Es lag hier auf den Büchern".

Sie antwortete nicht, sah immernoch traurig drein und schüttelte den Kopf.

"Sehen Sie es noch nicht einmal für nötig mir zu antworten"?

Er sah an sich herunter und spielte den unschuldigen.

"Oh das tut mir unendlich Leid. Das wollte ich wirklich nicht, aber dafür das ich Ihnen mehr Arbeit beschert habe dürfen sie sich nachdem sie den Boden sauber gemacht haben zurück ziehen. Ich werde heute Abend draußen dinnieren" sagte er spöttisch und verließ mit großen Schritten den Raum.

Natalie kochte vor Wut *DRECKSKERL, als wüsste ich nicht, das er das alles mit Absicht macht.*
Sie warf den Lappen in der Hand auf den Boden, kniete sich wieder hin und schrubbte wieder den Fußboden.

"Es dauert nicht mehr lange bald bin ich dich los. Du verdammter Dreckskerl".

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Es war sehr spät in der Nacht, Natalie lag immer noch im Bett und wartete darauf das alle Geräusche draußen verstummten.
Damit sie unbemerkt aus dem Fenster klettern konnte, mussten alle ganz tief schlafen.
Sie hatte am Abend mehrmals aus dem Fenster gesehen, um sicher zu gehen das alle sich im Haus befanden.
Als auch Meryl und Madleen sich schlafen gelegt hatten,  begann sie mit ihren Vorbereitungen; Sie knotete alle Laken an zwei Ecken länglich.
"Das wird sicherlich reichen"
Sie kontrollierte nochmals die fest aneinander geknoteten Laken, fesselte die Laken an den Kleiderschrank, lief zum Fenster, öffnete es und ließ die Laken runter.
Vorsichtshalber sah sie auch nochmals aus dem Fenster und vergewisserte sich ob die Spitze der Laken den Boden berührten.
Vor dem Fenster ging sie noch mal in Knie und nahm die an den Kleiderschrank gebundenen Laken in die Hand und zog mit aller Kraft dran, um zu sehen ob die Laken auch stabil waren.

"Sehr schön, die werden einiges durchhalten. Ich bin frei, so frei wie ein Schmetterling".

Sie kontzentrierte sich nochmals auf die Geräusche im Flur; es war alles still.

Sie sah ein letztes mal heraus.
Nachdem sie sich vergewissert hatte das keiner im Hof war kletterte sie aus dem Fenster und kam aus dem Gleichgewicht konnte aber schnell genug reagieren und hielt sich während sie die Laken herunter glitt ganz fest sodass ihre Hände schmerzten.

"Ich hatte mir das viel einfacher vorgestellt.
Ohh Natalie nicht nach unten schauen. Nicht nach unten schauen, sonst stürzt du.
Dieses Stück halte ich noch durch. Bin gleich unten".

Sie war nur noch zwei Laken vom Boden entfernt als sie sich nicht mehr halten konnte, zu Boden stürzte und sich den Knöchel verstauchte.
Ihre Hände waren durch das zu feste halten schon ziemlich verkrampft und schmerzten höllisch, sie sah sich erst die Hände an und dann rieb sie sich den Hintern.

"Hoffentlich hat mich keiner gehört oder gesehen".
Dann riet ihr ihre innere Stimme sofort aufzustehen.
Sie stand auf und spürte den stechenden Schmerz im Knöchel.
"Ahh nein mir hat wirklich nur noch das hier gefehlt.
Verdammt! Ich fasse es nicht, die letzten Tage habe ich nur noch Pech. Das ist nur deine Schuld, du DU... schwarzer wie auch immer du dich nennst" humpelnd ging sie auf den Stall zu.
"Na hoffentlich habe ich etwas Glück und finde ein Pferd" sagte sie und öffnete die Tür des Stalles.
Sie hatte tatsächlich Glück, sie konnte es kaum glauben es war sogar ihre eigene Stute Sweety.
Sie rannte zu ihr und streichelte Sweety an der Mähne.
"Mein kleines Mädchen ich habe dich so vermisst.
Komm wir müssen sofort weg hier, ich will hier keine Sekunde länger bleiben".
Sie stieg auf ihre Stute und ritt ungeduldig in die dunkle Nacht...

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