Inline Kommentare erwünscht! Auf eine unvergessliche Lesenacht ;)

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So wie Luke sich anhört, muss irgendetwas passiert sein. Etwas schlimmes.

Er setzt an, um weiterzusprechen, als sich auf seiner Stirn eine tiefe Falte bildet.

,,Was ist das für ein schrecklicher Gesang?", fragt er mit verzogenen Mundwinkeln, was einfach zu komisch aussieht. Ich komme nicht drumherum kurz laut aufzulachen.

Schnell halte ich mir die Hand vor den Mund und lasse dabei fast das Eis fallen.

Er hebt nur verwirrt eine Augenbraue, bevor sich auf seine Lippen ebenfalls ein Grinsen stiehlt.

,,Wieso versteckst du dein Lachen? Es ist schön, im Gegensatz-", er stockt und deutet in die Richtung, aus dem Scotts' grauenhafte Geräusche kommen ,,... zu dem."

Lukes' Kompliment bringt mich wieder einmal ganz aus dem Konzept.

Er macht noch einen Schritt auf mich zu, so dass er unmittelbar vor mir steht. Nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt und auf mich runter schaut. Ich halte die Luft an, während ich ihn mit großen Augen anstarre.

Was soll das denn schon wieder werden?

,,Hannah?", haucht er völlig ernst. Sein Atem riecht nach Pfefferminz. Ich spüre wie sich meine Nackenhaare aufstellen und sich eine Gänsehaut auf meinem ganzen Körper ausbreitet.

,,J-Ja?", krächze ich und könnte mir dafür selber eine scheuern. Wieso bin ich plötzlich so nervös? Das ist doch sonst nicht meine Art.

Ich rechne wirklich mit allem. Naja, eigentlich weiß ich nicht genau, mit was ich rechne, aber mit dem folgenden ganz bestimmt nicht;

,,Du tropfst."

Seine Augen wandern meinen Körper herunter und fixieren einen Punkt vor mir. Ich folge seinem Blick und tatsächlich, ich tropfe.

Beziehungsweise das Eis, was mittlerweile meinen schön weißen Pyjama eingesaut hat.

Ich kneife die Augen zusammen und verstärke meinen Griff um den Eisbecher, was die ganze Situation nicht gerade besser macht.

Kann Luke nicht einfach wieder verschwinden? Warum fängt er mich immer in den unpassendsten Momenten ab?

Er stößt ein kehliges Lachen aus, als er meine Reaktion bemerkt und greift nach dem Eisbecher. Seine Finger streifen sanft meine, als er ihn mir vorsichtig aus der Hand nimmt.

Ein Kribbeln bleibt an den Stellen zurück, wo gerade noch seine Haut meine berührt hat. Ich zucke nicht zusammen. Öffne nur vorsichtig meine Augen und beobachte jede einzelne seiner Bewegungen, während ich das Gefühl habe, dass mein Kopf vor Scham gleich platzt.

,,Das nehme ich wohl besser."

Ich öffne meinen Mund, um ihn kurz darauf wieder zu schließen.

Wenn ich jetzt nicht bald etwas sage, hält er mich noch für ganz verrückt. Oder schlimmer noch, er denkt, dass er mich mit seinem Verhalten um den Finger wickeln kann. Dass er so unwiderstehlich für mich ist.

Aber ohne mich.

,,Oh", bringe ich hervor. Oh? Wirklich? Was besseres fällt dir nicht ein Hannah, spottet meine innere Stimme. Gott, wie ich sie manchmal hasse.

,,Ich gehe mich mal schnell umziehen", nuschle ich und lasse Luke etwas überrascht im Flur stehen. In meinem Zimmer angekommen, schließe ich die Tür hektisch hinter mir und lasse mich, laut aufseufzend an der Wand auf den Boden gleiten.

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