Misstrauen deines Blutes

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Wärme. Wärme erfüllte mein Gesicht in unbestimmten stellen. Es war ein wohliges Gefühl an Freude, dass ich verspürte. Langsam öffnete ich meine Augen, mit dem Kopf zur rechten Seite gewandt.
Zuerst war alles hell, danach gewöhnten sich meine Augen an die intensiven Sonnenstrahlen, die durch das große Fenster, dass offen war flogen. Der Weiße Seidenvorhang bewegte sich sanft hin und her.
Die ersten Sonnenstrahlen des Tages, waren die schönsten und ebenso die letzten. Als würde die Welt in Frieden leben, was sie jedoch nicht tat.

Neben mir bewegte sich etwas. Den Kopf in diese Richtung bewegt, sah ich einen kleinen Berg aus braun-blonden Haaren, der sich leicht zu der Atmung der Person, die diese Haaren gehörten mitbewegte.
Ich strich ihr die Haare aus dem Gesicht. Plötzlich bewegte sie sich weiter zu mir rauf, umschlingte ihre Arme um meinen Hals und drückte mich mit gewaltiger Kraft gegen sie.
Ihr Atem, war warm. Ich spürte ihn auf meinen Hals und Nacken.
Behutsam versuchte ich mich aus ihrem Griff zu befreien, ohne sie aufzuwecken. Ich setzte mich auf den Bettrand und schaute ihr kurz beim schlafen zu. Ihre Haut wirkte nicht mehr so kalt wie gestern und auch ihre Haare sahen Gesünder aus. Sie schien fast wie ein normales, lebendiges Mädchen zusein, aber sie war es nicht und dessen bin ich mir bewusst. Nur zu gerne würde ich den Grund wissen, wieso sie sich ihr Leben nehmen lies beziehungsweise was da damals wirklich geschah.

Mit wackeligen Beinen stand ich auf. Ich schleppte meinen Körper in Richtung Kommode, den auf ihr stand eine Flasche mit Wasser. Ich nahm mir ein Glas und schenkte das Wasser ein. So lehnte ich mich mit dem Hinterteil gegen die Kommode und beobachtete das schlafende Mädchen weiter.
Ich fragte mich, ob sie genauso fühlte wie ich, ob sie von mir und meinen Gefühlen weiß.
Plötzlich klopfte es an der Tür und wenig später ging sie auch schon auf.
"Hallo?" Flüsterte eine Stimme und ein Rotschopf war zu sehen. Es war Katarina.
Sie kam herein, schaute sich um bis ihr Blick auf mich traf.

"Guten Morgen, mein Bruder. Wo warst du gestern? Du warst auf einmal wie von Geisterhand verschwunden.." Ihre Stimme war angeschlagen.
Ich zuckte bloß mit den Schultern und sie hob misstrauisch eine Augenbraue, während sie langsam um das Bett ging.
Sie blieb abrupt stehen und starrte das Mädchen im Bett an, dann sah sie zu mir.

"Ist es das, was ich denke?" Ein heimtückischer Blick umwirb ihr Gesicht und ein breites Grinsen, bis fast über beide Ohren, breitete sich aus.
"Deswegen bist du also so früh weg. Hattet ihr eine schöne Nacht?" Sie zwinkerte mir zu.
"Ja hatten wir." Entgegnete ich ihr mit finsterer Miene.
"Das ist das erste mal, dass ich sehe wie du dich für ein Mädchen interessierst. Warum ausgerechnet sie? Du kennst sie doch kaum, fast gar nicht." Sie stellte sich etwas weiter weg vor mich hin.
"Es geht nicht darum, dass sie erst seit kurzem hier ist oder, wenn du meinst das sie keinen Puls hat. Ich will nicht weiter darüber reden." Ich redete bedacht darauf, dass Vanessa nicht aufwachte oder gar etwas davon hören könnte.
"Wie du meinst. Ich freue mich für dich, mein Brüderchen." Mit einem süßen Lächeln verließ sie wieder das Zimmer. Ein Seufzer der Erleichterung entkam mir.

"M-morgen, Talon. Guten Morgen." Sie begrüßte mich mit dem Rücken liegend zu mir gewandt.
"Guten Morgen." Meine Stimmung war nervös.
"Wie geht es dir heute?"
"Gut und dir?"
"Auch." Sie setzte sich auf den Bettrand, ohne mich nur anzublicken.
"Ich werde jetzt gehen." Damit stand sie wackelig auf. Ihre verdammt langen Haare, standen ihr vom Kopf ab und hingen ihr so über das Gesicht, dass man nichts davon sehen konnte.
"Warum?" Fragte ich sanft aber hastig nach.
"Vergiss es. Lass mich einfach." Sie trappelte zu Türe, riss sie auf und knallte sie so laut zu, dass man denken könnte, der Palast bricht ein.
Irritiert stand ich da und wusste nicht, was ich falsch gemacht haben könnte.

Als ich fertig geduscht hatte, zog ich mir ein dunkel violettes T-Shirt an, eine schwarze Hose und eine ebenso schwarze Weste. Ich machte mir nicht viel aus meinen Haaren, also lies ich sie, so wie sie waren, zog meine Stiefel an und ging nach unten. Die anderen waren auch schon da, auch der Professor.

"Gut. Fehlt noch jemand?" Fragte der Professor. Selbst er hatte anscheinend einen bereichernden Abend.
"Ja. Vanessa fehlt." Kam es von Jinx.
"Sie hatte gestern wohl eine sehr intime Nacht." Lachte Garen, der sofort einen Hieb von Katarina in die Rippen bekam und schwieg. Alle starrten mich an.
"Da kommt sie ja." Der Professor sah zur Stiege.

Vanessa wirkte angeschlagen. Ihr Gesicht, ihr Blick war so emotionslos wie noch nie.
Ihre Haare waren waren bis zu den Kniekehlen gelockt und sie trug einen silbernen Haarreifen.
Ihre Kleidung bestand aus einer grauen Strickweste und darunter trug sie noch ein dunkelgraues T-Shirt, einen knielangen Rock in schwarz und ihre Lederstiefel.
Sie stellte sich zur Ashe in die Nähe, die sofort auf sie einredete. Betroffene Blicke kassierte ich von ihr, aber sie schaute sofort weg, als sie mir in die Augen sah.

"Wir gehen uns heute in Ionia umsehen. Ich hoffe ihr seid Topfit und ausgeruht. Los geht's." Der Professor öffnete die Tür. Ein grelles Licht kam uns entgehen, als wir hindurch gingen.

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