Andernorts - An der Oberfläche

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Warnungen:

- Sex [I]

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Der Herbst hielt in diesem Jahr früh Einzug. Die Temperaturen blieben mild, aber die Sonne ließ sich nur selten blicken. Der Himmel war meist grau, und wochenlang gab es kaum einen Tag, an dem es nicht regnete. Flüsse, die den Sommer über wenig Wasser geführt hatten, schwollen an, und die Wege versanken nach einer Weile in Schlamm und Morast. Das Reisen wurde beschwerlich.

Destin Moreau wischte sich Schweiß und Regen aus der Stirn und fluchte. „Das wird nichts, Claude", sagte er und schlug mit der geschlossenen Faust gegen das Gestell des Wagens. Regenwasser spritzte hoch, aber das war außer einem dumpfen Laut auch alles, was sie hier bewirkten. Das Fuhrwerk steckte mit einem Hinterrad in einer schlammigen Vertiefung und ließ sich, selbst mit einem Zugpferd und der Schubkraft zweier Männer, nicht befreien. „Wir bekommen den Wagen hier nicht raus, nicht ohne Hilfe", wiederholte er zum dritten Mal.

Sein Weggefährte, Claude Dupont, schüttelte wütend den Kopf. Wie sein Freund Moreau war er vom Regen durchweicht, und bis zu den Knien mit Schlamm bespritzt. Trotzdem war er unwillig, aufzugeben. „Wir schaffen das. Wir müssen nur-" „Mann, lass es endlich gut sein! Wir sind schon fast eine Stunde hier zu Gange, und das einzige, was wir davon getragen haben, sind Splitter in den Händen!", versuchte Moreau ihn noch einmal zu überzeugen. „Und die alte Mähre kann schon nicht mehr." „Dann machst du also die weite Reise ins Dorf, holst Hilfe, und kommst zu Fuß zurück?", fragte Dupont, „Und ich, ich warte hier drei Stunden?" „Wer sagt, dass du wartest?", brummte Moreau, aber davon schien Dupont noch weniger begeistert. „Wenn einer läuft, dann ja wohl du."

Moreau seufzte, und versuchte es dann mit einem Kompromiss: „Na komm, noch ein letztes Mal, und wenn es dann nicht geht, marschiere ich ab!" Dupont nickte grimmig. Er pfiff, ein Signal, auf das sein Pferd zuverlässig hörte und mühsam an seiner Last zog, und zusammen versuchten sie noch einmal, das Fuhrwerk aus dem Schlamm zu befreien.

Und fast schien es, als hätten sie diesmal Glück. Das Rad schien einen trügerischen Moment lang zu greifen, und der Wagen bewegte sich vielleicht einen Zentimeter in die richtige Richtung. „Los doch, los, fast geschafft!", schnaufte Dupont und schob mit aller verbliebener Kraft.

Und dann rutschte der Wagen zurück, und Dupont glitt auf dem weichen Untergrund aus. Fast sah es so aus, als würde er sein Gleichgewicht zurück erlangen, und Moreau griff ebenfalls nach ihm. Doch das war bei weitem nicht das Ende ihrer heutigen Pechsträhne. Dupont fand keinen Halt und stürzte zu Boden, die Arme voran. Dann gab es einen leisen Knall, ein Geräusch, dass sie beide inzwischen nur zu gut kannten, und er schrie qualvoll auf.

Im ersten Moment konnte Moreau nicht einmal erkennen, was sein Freund sich getan hatte, da er über und über mit Schlamm bedeckt war. Aber als er ihn am Arm auf die Füße zog, sah er gleich die Bescherung. „Ich hab mir schon wieder die verdammte Schulter ausgekugelt", knurrte Dupont unter Schmerzen und bestätigte damit Moreaus Verdacht. Durch seine Jacke war es nicht sofort sichtbar, aber seine Schulter hing an der einen Seite tiefer. „Gott verdammt, das hätten wir jetzt nicht gebraucht", knurrte er, und Dupont, der blass um die Nase war, antwortete wütend: „Sag' bloß! Jetzt musst du wohl doch laufen. Es sei denn, du willst mir die Schulter einrenken. Was ist, wo starrst du hin?"

Nirgendwo (BoyxBoy)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!