,,Hach du glaubst gar nicht, wie süß er war. Schon am nächsten Tag hatte er mir geschrieben!", quiekt Ella begeistert, während ich an meinem Spind zugange bin.

,,Dass du dich daran noch erinnern kannst, soviel wie du getrunken hast. Der Alkohol ging bei dir runter wie Wasser", stelle ich amüsiert fest und schnappe mir ein paar Bücher.

Nachdem wir bei Ella ankamen, musste sie sich gleich übergeben. Wir bekamen in dieser Nacht beide nicht viel schlaf. Ich war noch zu aufgewühlt wegen der Sache mit diesem Noah, dann Tyren und Luke..

Ich kann nur hoffen, dass ich ihm heute nicht über den Weg laufe.

,,An so einen Hottie erinnere ich mich immer", wendet sie ein und strahlt.

Ich freue mich für sie. Wirklich. Doch meistens wird aus Partybekanntschaften nicht unbedingt etwas Ernstes.

,,Da fällt mir ein, dass ich ja noch gar nicht deine Handynummer habe."

Ja, Ella ist nett und könnte keiner Fliege was zu leide tun, sie höchstens an die Wand labern.
Aber mir ist es nie geheuer, so ohne Weiteres meine Handynummer weiter zu geben.

,,Vielleicht gibst du mir erstmal deine und ich schreibe dir dann später, dann hast du sie.", antworte ich zögerlich.

Es ist schließlich nur Ella. Auch Scott ist der Meinung, dass ich mich in solchen Dingen schon sehr anstelle.

,,Super! Und wehe du schreibst nicht", sagt sie gespielt drohend. Ich reiche ihr mein Handy.

,,Hier bitte! Du hast es echt gut, jetzt zwei Freistunden zu haben. Sehen wir uns später noch?", sie gibt mir mein Handy wieder zurück und sieht mich abwartend an.

,,Ich gehe in die Bücherei, um zu lernen. Das würde ich wohl kaum als Freistunden bezeichnen", lache ich und sehe sie an. ,,Und ja wir sehen uns noch. Spätestens bei der Vorlesung."

,,Dann mal viel Spaß dabei. Au revoir.!"

,,Bis dann."

Wenn mir Ella nur einen kleinen Teil ihrer guten Laune abgeben könnte, wäre ich garantiert so glücklich, wie seit langem schon nicht mehr.

Ich schließe den Spind und begebe mich zur Bücherei zwei Gebäude weiter. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass ich beobachtet werde. Wenn man -so wie ich- auf der Flucht ist, sind die Sinne dafür besonders ausgeprägt.

Ich komme nicht drumherum, mich alle paar Meter suchend umzuschauen. Etwas ungewöhnliches fällt mir jedoch nicht auf. Zum Glück komme ich wenig später an der Bibliothek an und betrete die große Ansammlung von Büchern. Der Geruch nach altem Buchpapier und den Ledereinbänden steigt mir in die Nase.

Schon immer hatte dies eine beruhigende Wirkung auf mich.

Mit zügigen Schritten durchquere ich die unzähligen Regale, bis ich bei dem für 'Kunstgeschichte' stehen bleibe. Hier dürfte ich das finden, was ich brauche.

Nein.

Nein.

Nein.

Jetzt sagt mir nicht ihr habt es nicht.

Frustriert gelange ich an das Ende. Ich lasse meinen Blick die circa dreieinhalb Meter hohen Regale hochschweifen. Nach einigen Minuten des Suchens, kann ich es endlich ausfindig machen.

Toll und wie komme ich da jetzt dran?

Hier muss es doch irgendwo eine Leiter geben.

Aha!

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