Teil III - Kapitel 18

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»Ashley, wir haben bemerkt, dass es dir schlechter geht und fänden es besser, wenn du das Training im Verein erst einmal unterbrechen würdest«, fiel sie mit der Tür ins Haus.
Energisch schüttelte ich den Kopf.
Nein, das würde ich nicht tun.
Ich hatte etwas gefunden, was ich konnte und, was mir spaß machte. Ich wollte meine zurückgewonnene Lebensfreude nicht sofort wieder aufgeben. Das würde ich niemals tun.
Ich ballte meine Hände zu Fäusten und drückte sie fest zusammen. Damit ich mich wieder etwas mehr spürte und, damit die Anspannung, die gerade in die Höhe gesprungen war, wieder sank.

»Ashley, es geht um deine Gesundheit. Keiner sagt, dass es für immer ist. Nur im Moment, bis es dir besser geht. Damit du mal wieder durchatmen kannst. Du brauchst Zeit für dich, denn du bist gerade in Therapie, was wirklich ein Fulltime-Job ist, dann gehst du zur Schule und musst unglaublich viel lernen. Dabei vergisst du dich und gehst unter«, argumentierte sie. Ihr Blick war so sanft und einfühlsam, dass ich brach.
Tränen traten in meine Augen und ich sah zu Boden.

»Vielleicht hast du recht«, flüsterte ich und fühlte mich wie eine Versagerin. Ich schaffte nichts. Ich bekam es nicht einmal auf die Reihe, nur ein einziges Hobby zu haben. Meine Wut war verpufft und dem Selbsthass gewichen.

»Also, pausierst du für eine Weile?«, fragte sie noch einmal zum Verständnis.
Ich nickte und stand auf.
Das Büro war auf einmal drückend eng. Ich bekam keine Luft mehr und musste in mein Zimmer.

Dort schmiss ich mich schluchzend aufs Bett. Ich fühlte mich so schlecht. Es schien, als starb in mir ein Teil. Als würde sich das Düstere langsam durch meine Organe fressen. Ich spürte den psychischen Schmerz auf quälende weise körperlich.

Irgendwann nahm ich mein Handy in die Hand und schrieb sowohl Mike als auch Manuel eine Nachricht.

Ashley: Hey, ich werde erstmal pausieren und nicht weiter trainieren. Es wird mir mit der Schule im Moment einfach zu viel :(. Sorry!

Bei beiden färbten sich die Haken gleichzeitig blau. Mike ging jedoch ohne zu Antworten wieder offline. Was war los mit ihm?
Manuel antwortete sofort.

Manuel: Das ist echt schade! Wollen wir uns heute vielleicht treffen? Gleich?

Ich musste unwillkürlich grinsen. Es war noch immer komisch für mich, dass Leute etwas mit mir zu tun haben wollte. Die böse Stimme flüsterte, dass ich es nicht verdient hatte. Ich verdrehte die Augen und sagte zu, dann schrieb ich Mike noch eine schnelle Nachricht.

Ashley: Sorry Mike, ich kann heute nicht zum Joggen kommen. Tut mir leid :*

Ich vermied es zu erwähnen, dass ich mich  mit Manuel treffen würde, denn ich hatte das Gefühl, es könnte einen Keil zwischen die beiden treiben.

Schnell frischte ich mein Make-up auf. Ich überlegte, ob ich mir etwas anderes anziehen sollte, entschied mich jedoch dagegen, da wir kein Date hatten.
Ich war einen letzten Blick in den Spiegel und schnappte mir meine Tasche.

»Ash!«, Manuel freute sich aufrichtig, mich zu sehen. Er schloss mich in seine Arme. Die Umarmung dauerte länger als gewöhnlich. Als er mich wieder losließ mussten wir beide grinsen.

Wir hatten uns in der Schlossstraße verabredet, sie war mein zweites Zuhause geworden.
Manuel war der erste Junge, den ich traf, mit dem man shoppen gehen konnte. Er suchte mir sogar Kleidungsstücke heraus, die mir stehen würden. Ich lachte viel und fühlte mich befreit.

Immer wieder machte er scherze, band sich hässliche Schals um, setzte Hüte oder Sonnenbrillen auf und posierte scherzhaft. Wir beide mussten jedes Mal laut loslachen. Die anderen Kunden warfen uns verächtliche Blicke zu. Hinter ihren Rücken streckte Manuel ihnen die Zunge heraus, was mir ein Kichern entlockte.

»Lass uns ein Eis essen«, schlug Manuel vor. Ich nickte begeistert, denn auf einmal gefiel mir die Idee.

Sie gefiel mir auch noch, als ich vor zwei Kugeln Schokoladeneis saß.

»Ich schwöre dir, das ist das beste Eis, was ich jemals gegessen habe«, versprach Manuel. Er schien ungeduldig und wollte, dass ich endlich probierte.
Ich beförderte etwas Eis in meinen Mund und schloss die Augen.
Es schmeckte himmlisch!
Ich musste Manuel zustimmen, dass dies wirklich das beste Eis überhaupt war.

Auf einmal wurde mir bewusst, dass ich gerade etwas aß und es mir egal war, wieviele Kalorien es hatte. Ich konnte es sogar genießen. Begeistert sah ich Manuel an.
Bei ihm fühlte ich mich so normal und gesund, wie bei keinem anderen. Er ließ mich im hier und jetzt leben und meine Probleme vergessen.
Ich war unglaublich glücklich und nahm Manuel einfach in den Arm.

Er erschrak und sah mich verwundert an.

»Wofür war das jetzt?«, fragte er mich verwirrt.

»Für den heutigen Tag. Das habe ich echt mal gebraucht, danke«, bedankte ich mich. Er begann ebenfalls zu grinsen, doch ich glaubte nicht, dass er verstand, wie dankbar ich ihm war.

Er ignorierte meine Narben komplett, als wären sie nicht da. Er kommentierte auch meinen Körper nicht.
Er war einfach da und behandelte mich, wie einen gesunden Menschen.
Dafür würde ich ihm auf Ewig dankbar sein.

-
Ein neues Kapitel :)).

Tut mir leid, dass ich erst jetzt update :/. Ich habe im Moment echt wenig Zeit! Gestern wollte ich noch updaten, aber dann kam etwas Hilfsorganisations-Internes dazwischen und mir ging es nicht soo gut. Außerdem habe ich Abends/Nachts ja des öfteren Einsätze und mein Freund (ebenfalls Schichtdienst) möchte mich auch noch beanspruchen :P

Seid ihr #TeamMaley (Manuel + Ashley)
oder

#TeamMiley (Mike + Ashley)

oder villt. doch eher #TeamJasley (Jasper + Marley)??
Sagt es mir :D

Heute mal keine "Frage des Kapitels" :*

Habt einen tollen (Rest)Tag.

-M.

Spindeldürr! - #Wattys2017Lies diese Geschichte KOSTENLOS!