Teil 2

Luke hält mich immer noch fest, während ich ihn verwundert anblicke. Er entschuldigt sich bei mir? Als würde es auch anders sein, beobachten ein paar Partygäste das Schauspiel, sodass er mich kurz darauf weiter Abseits zieht.

Er richtet seinen Blick schräg nach unten und sieht mich dann eindringlich an.

,,Was soll das?!", ist das einzige, was ich hervorbringe und entreiße mich seinem festen Griff. Abwartend hebe ich eine Augenbraue.

Der Typ ist doch total bescheuert.

,,Es muss uns ja nicht jeder zuhören", erwidert Luke seelenruhig und lässt immer noch nicht von mir ab. Es scheint fast so, als könnte er mich mit seinen blauen Augen direkt durchschauen. Meine tiefsten Geheimnisse offenbaren.

,,Ich weiß ja nicht, ob du da was nicht mitbekommen hast, aber eigentlich bin ich einem Gespräch mit dir nicht gerade zugeneigt", sage ich und verschränke die Arme vor der Brust.

,,Falls es wegen der Sache mit dem kaputten Fenster ist, daran war ich nicht beteiligt."

,,Nein natürlich nicht. Luke Parker macht sich ja auch nicht die Hände schmutzig, das übernehmen andere für ihn", sage ich abfällig und verdrehe die Augen.

,,Kannst du meine Entschuldigung nicht einfach annehmen und aufhören dich wie ein kleines Kind zu benehmen?", schnaubt er. Seine Gelassenheit von vorhin ist einem genervtem Gesichtsausdruck gewichen.

Ich zucke kurz zusammen.

,,Lässt du mich dann endlich in Ruhe?", frage ich ergebend und seufze.

Auf seine Lippen schleicht sich ein breites Grinsen und wow. Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie ein so wundervolles Lächeln gesehen. Er fährt sich mit seiner rechten Hand durch seine perfekt gestylten Haare und schaut mir wieder direkt in die Augen.

,,Was grinst du so?", frage ich zickig und mustere ihn. Ein nervöses Zittern in meiner Stimme, kann ich jedoch nicht verbergen.

Der Typ macht mich total unsicher.

,,Es ist nichts. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob ich dich auch wirklich in Ruhe lassen will."

Mein Atem stockt.

Bitte was?

Ich spüre die Angst in mir aufkeimen. Die Angst davor, dass Luke auch nur einer der unzähligen Kontakte des Psychos ist, der mich, sobald ich ihm den Rücken zukehre, erschießt.

Verdammt Ella wo bist du, wenn man dich mal braucht!

Er macht einen Schritt auf mich zu, sodass wir nur noch wenige Zentimeter von einander entfernt stehen.

Am liebsten würde ich ihm sein bescheuertes, aber auch so verdammt sexy Grinsen aus seinem Gesicht schlagen.

Alles in mir schreit, dass ich weggehen soll, jedoch scheinen meine Füße, wie mit dem Boden verwachsen zu sein. Ich höre meinen lauten Herzschlag.

,,O-Ok". Momentan bekomme ich nicht mehr aus mir heraus.

,,Was 'Ok'?", haucht er und meine Nackenhaare stellen sich allesamt auf, als sein heißer Atem meint Gesicht streift.

,,Da bist du ja Luke und.. oh Hannah ist auch bei dir. Wie schön."

Ich sage es nicht gerne, aber gerade jetzt, bin ich über das Auftauchen dieses schwarzhaarigen Mädchens unendlich dankbar.

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