Teil III - Kapitel 15

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Nach der Schule war ich sofort zum Training gefahren. Während der Fahrt hatte ich meine Augen geschlossen und für einen Moment nicht nachgedacht.
Meine Nerven waren angespannt.
Ich drohte im Stress zu ertrinken, da ich nicht wusste, wo mir der Kopf stand.
Gefühlt war ich nur noch am Lernen und ich zweifelte daran, all das wirklich zu meistern.
Ich hatte bereits einen Abschluss, vielleicht sollte ich den nutzen und eine Ausbildung beginnen?
War das klüger?

Ich merkte, dass ich wieder ins Grübeln geriet, doch ich musste sowieso aussteigen.
Schwungvoll stand ich auf und sprang aus dem Bus. Am Anfang war es ungewohnt, Bus zu fahren, doch mittlerweile hatte ich Routine und es war das normalste der Welt.

Manuel stand vor dem Eingang zum Sportplatz und schien auf Mike und mich zu warten.

»Hallo Manuel«, begrüßte ich ihn. Er lächelte mir zu und nahm mich in den Arm.
Für einen Moment war er mir zu nah. Es spannte mich an.
Zum Glück hatte ich einen Igelball in meiner Tasche, den ich nun zu kneten begann.
Die Anspannung senkte sich sofort.

»Cool, dass du heute wieder dabei bist«, sagte Manuel und zwinkerte mir zu.

»Ich freue mich auch«, gab ich zu.

»Hey Leute!«, rief Mike auf einmal direkt neben mir und legte seinen Arm um meine Schultern. Etwas verwirrt sah ich ihn an.
Wollte er etwa vor Manuel sein Revier verteidigen?
Nein, bestimmt nicht. Vermutlich hatte er mir seinen Arm einfach nur so um die Schultern gelegt. Ohne Hintergedanken.

Nachdem ich mich warm gemacht hatte, redete ich kurz mit dem Trainer. Er gab mir einige Tipps und sagte dann, ich solle einfach laufen.
Ich stellte mich an den Start, begab mich in Haltung und wartete auf das Kommando.
Als es kam rannte ich los. Ich versuchte, gleichmäßig zu atmen. Auf einmal überkam mich ein Gefühl von Glückseligkeit und Freiheit. Während ich die Bahn entlang lief hatte ich das Gefühl, dass mir die Welt gehören würde.
Am liebsten wollte ich jubeln, doch ich unterdrückte es und steigerte mein Tempo. Ich spürte, wie die Muskeln in meinem Körper spielten. Ich fühlte den Wind, der meine Haare zerzauste.
Es war unglaublich.
Besser als jede Droge!

Als ich wieder bei meinem Trainer war, hob er anerkennend seinen Daumen in die Höhe.
»Ich bin begeistert! Das ist eine Top Zeit«, lobte er mich und erklärte mir dann, was ich beim Start noch besser machen konnte.
Ich hörte ihm genauestens zu und versuchte, mir das, was er sagte, bildlich vorzustellen.
Mein Herz schlug schneller vor Freude, weil er so begeistert war und nicht müde wurde, es zu erwähnen.

»Das war genial, Ashley«, gesellte sich Manuel zu uns und sah mich lächelnd an. Ich errötete leicht und bedankte mich.
Ich freute mich über das Lob, aber es war mir gleichzeitig unangenehm, so im Fokus zu stehen.

»Wollen wir Mikey-boy zusehen?«, fragte Manuel mich. Ich nickte und wir gingen zur Tribüne. Mike trainierte nun Langstrecke.
Eigentlich rannte er Mittelstrecke, doch seit kurzem war er zur Langstrecke gewechselt.

Das Signal ertönte und Mike rannte los. Wir jubelten ihm zu und feuerten ihn lachend an.

»Schneller, du Arsch«, rief Manuel scherzhaft als Mike an uns vorbeilief.
Ich sah wie Mike zu grinsen begann und den Kopf schüttelte. Er wurde jedoch tatsächlich etwas schneller.

Keuchend setzte sich Manuel zu uns, als er mit seinem Training fertig war. Er trank einen gierigen Schluck aus seiner Wasserflasche.

»Ich habe am Wochenende einen Wettkampf, wollt ihr kommen?«, fragte er uns atemlos. Seine Haare fielen ihm nass ins Gesicht, welches rot angelaufen war.
Obwohl er offensichtlich nicht mehr konnte, wirkte er glücklich und zufrieden.

»Gerne«, stimmten Manuel und ich im Chor zu und verfielen in schallendes Gelächter. Manuel hielt seine Hand hoch und ich schlug ein.
Etwas genervt verdrehte Mike seine Augen.

»Ich gehe mal duschen«, informierte er uns. Wir nickten nur und kicherten noch immer etwas.

»Du ich habe eine Idee«, sagte Manuel, als Mike außer Hörweite war. Fragend sah ich ihn an.

»Lass uns mal treffen und Plakate basteln«, schlug er vor.

»Oh ja, am besten total kitschige und peinliche«, kicherte ich. Manuel nickte begeistert.

Wir verabredeten uns für Freitag bei mir.
Ich freute mich ehrlich.

-

Hui. Das ist kürzer ausgefallen als gewollt. I'm really sorry :((

Hoffe, dass Euch das Kapitel trotzdem gefallen hat :D

Schon wieder einen Tag zu spät :'). Aber ich war gestern echt im Stress. Bin nämlich gestern zurück in meine geliebte Heimat gezogen :p

Was haltet ihr von der Plakate-Aktion?

Frage des Kapitels:
Was für einen Sport habt ihr schon gemacht?

Ich selbst bin acht Jahre geritten und habe in der Grundschule kurz Fußball gespielt :). Eine zeit lang habe ich dann Zuhause immer Workouts zusätzlich gemacht (zum Reiten) =D. In der Schule habe ich damals ins Sprinten "verliebt". Da habe ich anscheinend ein Talent für :'). Aber ich tanze auch total gerne und, wenn ich jetzt wieder in Berlin bin, möchte ich wieder einen Sport anfangen. Nur welchen? Reiten? Leichtathletik? Tanzen?
Ich schwanke zwischen Tanzen und Leichtathletik... :s

Habt noch einen schönen Tag

-M.

Spindeldürr! - #Wattys2017Lies diese Geschichte KOSTENLOS!