,,Hast du was gesagt?", höre ich Scott fragen. Leider bin ich viel zu sehr damit beschäftigt diesen Luke mit großen Augen anzustarren. Warum muss sowas ausgerechnet auch immer mir passieren?

,,Ähm was?", stottre ich und sehe Scott hilflos an. Eine Hitzewelle nach der anderen überkommt mich.

,,Hey!", sagt dieser Luke etwas lauter, was nun auch Scott dazu veranlasst der Stimme nachzugehen.

,,Ich behalte dich im Auge." Er setzt seine Sonnenbrille ab, mustert mich noch einmal eindringlich und saust dann mit quietschenden Reifen davon.

Völlig perplex sehe ich ihm nach. Das war's. Er wird mir mein Leben auf der Columbia zur Hölle auf Erden machen.

,,Hannah. Was hat das zu bedeuten? Nein. Sag es mir nicht. Ich will es erst gar nicht wissen." Ich blicke in die braunen Augen von meinem Aufpasser Scott.

,,I-Ich kann das erklären. Weißt du, das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte", antworte ich gequält und lache dabei leicht verzweifelt.

,,Da bin ich aber mal gespannt", sagt er kühl und setzt den Mercedes in Bewegung.

Wie soll ich ihm das nur beibringen? Ich meine, es ist ja nichts schlimmes dabei, dieser Luke will schließlich nicht meinen Tod. Er möchte sich lediglich für meine Aktion bei mir 'revanchieren'.

Bis wir vor dem kleinen Bungalow -was wir liebevoll unser zu Hause nennen- stehen, sagt keiner von uns auch nur ein Wort. Als das beruhigende Brummen des Motors, der uns vor der kompletten Stille bewahrt hat, erlischt.

,,Dann erklär mir das mal."

Ich schnalle mich ab, als ob es mich vor dem Gespräch mit Scott retten könnte.

,,Eigentlich kannst du mir keinen Vorwurf machen. Ich habe nur dafür gesorgt, dass der Gerechtigkeit genüge getan wird", verteidige ich mich und Spiele nervös an dem Sicherheitsgurt herum.

,,Und warum will dieser Typ dich dann im Auge behalten? Irgendwie kommt der mir sogar bekannt vor, ich weiß ihn gerade nur nicht so genau einzuordnen."

Na super. Ich weiß, dass Scott ein Football-Fanatiker ist. Selbstverständlich wird er ihm bekannt vorkommen.

,,Natürlich, jetzt fällt es mir wieder ein. Luke Parker!" Ein triumphierendes Grinsen schleicht sich auf seine Lippen. Das bekommt er immer, wenn ihm etwas eingefallen ist, was ihm keine Ruhe lässt.

,,Der Kandidat hat die 1000$ Frage geknackt", sage ich sarkastisch und steige ohne noch etwas zu sagen aus dem Auto aus.

Ich schnappe mir meine Tasche und krame die Schlüssel hervor, als hinter mir eine Tür zugeknallt wird.

,,Hannah, was will Luke Parker von dir?", so abfällig, wie er seinen Namen ausspricht, scheint das nichts Gutes zu bedeuten. Abrupt bleibe ich stehen. Mein Griff um den Schlüsselbund verstärkt sich, bis die Knochen weiß hervortreten.

Es wird wohl nichts nützen, es ihm noch weiter zu verschweigen. Vielleicht kann Scott ja sogar seine Kontakte beim FBI spielen lassen.

Und die nehmen Luke dann wegen einer leeren Drohung fest, die du selbst zu verantworten hast. Super Idee Hannah.

,,Ich habe ihn vielleicht zufällig vor ein paar Schülern erniedrigt?", frage ich mehr, da ich nicht genau einschätzen kann, wie Scott darauf reagiert. Zu meinem Überraschen anders als erwartet.

Er lacht. Er bricht tatsächlich in schallendes Gelächter aus. Ich drehe mich um, nur um auch ganz sicher zu sein, dass ich mir das nicht einbilde. Fragend lege ich den Kopf schief und hebe eine Augenbraue an.

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