Kapitel 35.

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Die Tür der großen Villa ging mit einem schnell Ruck auf, nachdem Matthew die Türglocke aufklingen.  ließ.
In der Tür stand eine Frau in mittleren Jahren, mit braunen kurzen Haaren und ein kantiges Gesicht. Sie hatte durchdringende silberne Augen die einen starken.  Strom von Wärme ausstrahlten, aber auch sehr stark und durchleuchtend auf einen gerichtet waren. Ihre Lippen waren rosig, wunderschön geschwungen und mit einem Rosé-roten Lippen Stift bedeckt.
Ihr Körper war von feinster Chanelkleidumg bedeckt und ihre Füße waren unter perfekten Designer-schuhen versteckt. Sie sah rundum perfekt aus und hatte stets ein Lächeln auf den Lippen.
Als sie ihren Sohn sag, wie er mit seiner festen Freundin und seinem Sohn auf dem Arm vor der Tür stand, verdunkelte sich ihre Miene jedoch schlagartig und wurde furchteinflößend dunkel und kreidebleich. Nicht einmal das perfekt aufgetragene Make-up konnte ihre stechend weiße Haut verdecken, die nun hervorbrach. Sie holten tief Luft. Verschränkte ihre Arme abweisend und hielt ihren Blick stark gegen Matthew's Blick. Der Blickkontakt war wie ein Gefecht mit Gedanken, und Lucy war sich sicher, dass Matthew's Mutter gewinnen würde.
"Dass du dich das traust! Das du dich ernsthaft traust hier zu erscheinen, nach so langer Zeit ohne ein Lebenszeichen von dir, ohne anzurufen, ohne irgendetwas von dir zu erzählen! Dass du uns das antust! Deinen eigenen Eltern! Deiner Familie!" Sie wirkte zugleich aufgebracht und voller Zorn aber auch voller Trauer und Sehnsucht. Ihre Augen wurden gläsern und man sah, dass sich die Tränen ansammelten und sie versuchte, diese zurückzuhalten.
"Wir wussten nicht mehr was wir machen sollten! Wir haben dir Briefe geschrieben, angerufen, sind in die Stadt gefahren, doch du hast deine Nummer, dein Apartment und jedes Lebenszeichen von dir gewechselt! Wir hatten solche Sorgen um dich! Weist du eigentlich, was du uns damit angetan hast? Und jetzt stehst du hier! Vollkommen gesund und munter, so als wäre nichts jemals vorgefallen! Was bist du doch für ein Unmensch!".
Ihre Lippen bebten vor Wut und ihr gesamtes Gesicht verzerrte sich mehr und mehr zu einer totenbleichen Grimasse. Doch von einem Moment auf den anderen, lockerte sich ihr Gesicht und wurde wieder so wunderschön und einfühlsam wie zuvor, als sie ihren Blick auf Lucy richtete und diese eigentlich erst wirklich bemerkte.
"Guten Tag liebes Mädchen, wer sind Sie denn?" Sagte sie mit einer butterweichen Stimme und lächelte Lucy mit einem herzzerreißenden Lächeln an. Lucy überlegte kurz wie sie nun zu reagieren hatte, da sie immer noch den Drachen in ihr hervorschauen sah und nicht das wunderschöne sanfte Geschöpf, was sie nun vor sich hatte, doch sie entschied sich für die entgegenkommende Variante und streckte ihre Hand entgegen.
"Hallo mein Name ist Lucy! Ich bin Matthew's feste Freundin!" Sagte sie nett und versuchte so gut es ging die letzten Sekunden zu verdrängen und genau so nett zu lächeln wie die betörende Dame in der Tür, was ihr aber um Welten nicht so gut gelang wie ihr, dacht Lucy. Sie war abgelenkt von dieser Frau. Sie zog einen weit in ihren Bann hinein. Ihre Leichtigkeit in dem Umgang mit Worten, ihre Stimme, und ihre stetig vorhandene Präsenz, umschmeichelten einen und ließen einen ganz warm werden und die Knie ganz weich.
"Na so was aber auch! Das ist ja reizend!" Sagte sie und verkniff ihr Gesicht für einen kurzen Augenblick zu einer kleinen süßen Kussgrimasse ehe sie sich umdrehte und lauthals "DAVID!!" durch den großen Flur in das Haus hinein rief!
"Es ist unser Sohn und er hat seine Freundin mitgebracht!".
Danach drehte sie sich wieder um und schaute wieder kurz zu Matthew herüber, der Christian im Arm hielt und ihn sanft auf und ab hüpfen ließ.
"Na und wer ist das, wenn ich fragen darf?" Sagte sie mit einem entzückenden Schmunzeln und beugte sich hinunter zu dem Baby!
"Das ist unser Sohn Christian! Mutter!" Sagte Matthew mit leiser Stimme. Er war wie versunken unter den Anschuldigungen seiner Mutter und rang damit, sich nicht einfach umzudrehen und wieder zu gehen. Sein Körper zitterte. Er hatte seine Mutter noch Kienspan aufgebracht gesehen und hegte eine leichte Spur von durch ihr gegenüber.
"Das ist ja ein ganz entzückender kleiner Bengel!" Rief Matthew's Mutter und lachte den kleinen an, der erst verwundert um sich sah, dann allerdings sofort Feuer und Flamme für die nette Dame war.
"Aber kommt doch rein! Bitte!" Sagte sie und machte auf der Stelle Platz, sodass sie passieren konnten.
"Ich heiße übrigens Rose!" Sagte sie noch flüchtig zu Lucy ehe sie an ihr vorbeiging.
Sie gingen durch einen langen breiten Gang, bis hinter in das luxuriöse Wohnzimmer, von dem aus man einen atemberaubenden Ausblick auf einen säuberlich angeordneten Garten hatte.
Das Wohnzimmer war alles andere als klein. Es hatte viele kunstvolle Bilder an den Wänden hängen, welche sich hervorragend präsentierten.
An der linken Wand stand ein kleineres kunstvolles Sofa, welches in einem stechenden Türkis aufleuchtete, und an beiden Enden des Sofas standen die dazugehörigen Sessel. Der Fußboden war aus schwarzem Holz und wurde über eine große Fläche von einem kunstvollen Teppich überdeckt, welcher genau wie die Bilder seine eigene Geschichte erzählte. Auf der anderen Seite des Zimmers, befand sich ein Durchgang in die Küche, vor dem, in das Wohnzimmer hineinreichend, der große gläserne Esstisch stand. Einen Fernseher gab es nicht, nur eine große Stereoanlage, die man allerdings nicht auf Anhieb sah.
Rose zeigte mit ihrem Arm auf den Esstisch und wies sie an, sich doch zu setzten.
Daraufhin, rief sie erneut durch das gesamte Haus nach ihrem Mann und befahl ihm sofort herunter zu kommen, da es viel zu erzählen gab. Ein paar Sekunden später, hörte man die Treppe leicht knarzen und ein groß gewachsener Mann betrat das Wohnzimmer. Er hatte schütteres Haar mit einer Glatze auf dem Kopf, sein Gesicht wies leichte Spuren des Alters auf und sein Gang verriet, dass er nicht mehr ganz so gut laufen konnte, aber trotzdem, war es ein unheimlich stattlicher Mann. Er trug einen schwarzen Anzug mit einem weißen Hemd darunter und einer weinroten Krawatte, die mit einem goldenen Anstecker versehen war. Er hatte etwas sehr einschüchterndes an sich und etwas sehr imposantes noch dazu. Wie er ging, wie er sich bewegte und welchen Blick er Lucy entgegen warf, wirkte sehr gekonnte und hatte etwas von einem großen Professor. Seine Finger schmückten unzählige Ringe. Von Totenköpfen über goldene ganz schlichte bis hin zu Diamantringen war alles dabei und funkelten durch das Licht der Sonne, die durch das Fenster schien, in alle Richtungen.
"Mein Sohn!" Rief er mit einer ohrenbetäubenden, lauten Stimme und breitete die Arme aus. Matthew rannte auf ihn zu und umarmte ihn so innig, dass Lucy und Rose nur dastanden, ohne einen Laut von sich zu geben.
"Und das muss deine liebe Freundin sein!" Sagte David schnell und löste sich von seinem Sohn.
"Ja Dad! Das ist Lucy! Lucy! Das ist mein Dad! David!" Machte Matthew sie schnell bekannt und wich dann zur Seite, da sein Vater schon im Anflug auf Lucy war.
"Sie sind ja eine wahre Augenweide meine Liebe!" Sagte er mit seiner starken Stimme und schüttelte Lucy die Hand. Dafür, dass er so eine kräftige Stimme hatte und so wild und entschlossen durch das Leben ging, hatte er eine erstaunlich weiche Hand und setzte sie dem entsprechen auch sehr sanft und rücksichtsvoll ein, was Lucy sehr zu gute kam, da sie erwartet hatte, dass nun gleich ihre Hand abgerissen werden würde.
"Miss Harper! Könnten Sie bitte den Tee servieren!" Sagte Rose in einem netten und doch zugleich auch etwas strengerem Ton und sofort steuerte eine ältere Frau in das Wohnzimmer mit einem großen silbernen Tablett, auf dem säuberlich angeordnete Tassen, Kannen, und ein Zuckerschälchen standen.
"Hallo Lilly!" Sagte Matthew und strich der alten Miss Harper nett über die Hand.
"Hallo mein Junge!" Sagte sie mit einer überaus weichen Stimme zurück und lächelte ihn sanft an.
Matthew kannte Miss Harper schon seit seiner Kindheit. Sie hatte ihn praktisch großgezogen, da seine Eltern viel arbeiten und nur am Abend daheim waren. Er behandelte sie wie seine zweite Mutter und liebte sie über alles. Durch die hatte er kochen gelernt, hatte gelernt wie man sich zu verhalten hat. Sie hatte ihm das Rechnen beigebracht, das Lesen und schreiben, hatte ihm jedes Jahr zu seinen Geburtstag einen Aufzug in einen Freizeitpark geschenkt, in dem es dann zum Abschluss immer einen Dauerlutscher gab, welche Matthew als Kind über Alles geliebt hatte. Und ebenso, hatte er von ihr seinen unverbesserlichen Sauberkeitswahn, den Lucy seit der ersten Sekunde immer an ihm bewundert hatte.
Trotz des beängstigenden Kennenlernens, fühlte sich Lucy wohl. Sie wusste, dass sie gut aufgenommen werden würde und nichts zu befürchten hatte, dass sie einfach so sein konnte wie sie war und es jedem recht sein würde.

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