Teil III - Kapitel 9

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Ein neues Kapitel. Juhu! Da es mir (noch) gut geht und ich (noch) nicht beim Arzt war, kann ich es in Ruhe posten, bevor die Angstzustände losgehen :').

Meine heutigen Fragen:

Was habt Ihr so für Hobbys?

Was ist für Euch im Leben am Wichtigsten?

LG
-M.

Als ich aufwachte, war ich verwirrt. Ich brauchte mich nicht fragen, was mir dieser Traum sagen wollte, denn es war offensichtlich.
Ich schien Gefühle für Mike zu haben. Natürlich hatte ich schon davon gehört, wie es war, wenn man sich verliebte. Doch ich selbst war es noch nie gewesen. Ich hatte immer gedacht, ich wäre dazu nicht in der Lage.
Dabei fiel mir ein, was Oxana immer gesagt hatte: »auch Du wirst den richtigen kennenlernen. Und dann knallt es plötzlich. Deine Welt wird stillstehen und alles ist vergessen. All' Deine Sorgen und Ängste. Dann wird es nur noch Euch beide geben. Du und er.«

Oxana. Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen, als ich an sie dachte. Es war zu lange her gewesen, dass wir Kontakt hatten. Ich schämte mich, dass ich mich nicht bei ihr meldete. Doch sie meldete sich auch nicht bei mir.
Hatten wir uns nach so kurzer Zeit schon aus den Augen verloren?
Kurzerhand nahm ich mein Handy und schrieb ihr eine Nachricht.

Ashley: Hey Oxi, wie geht es Dir? Wir haben ja lange nichts mehr voneinander gehört. Was machst Du so?

Dass ich fast gestorben wäre, so wie Liv, war mir eine Lehre gewesen. Dieser Tag hatte viel bei mir verändert. Ich wollte nicht in einem Holzkasten sieben Fuß unter der Erde enden. Zumindest jetzt noch nicht.
Ich wollte leben. Und erleben. Es gab noch so viel zu sehen in dieser Welt.

Ich sah auf die Uhr und entschied, aufzustehen. Bald gäbe es Frühstück und bis dahin wollte ich aussehen wie ein Mensch.

Am Tisch herrschte Schweigen. Alle starrten wie hypnotisiert auf ihr Essen während sie langsam und bedächtig kauten. Viele von ihnen wippten mit ihren Füßen. Auf einmal störte es mich.
Es wäre so schön, wenn wir uns unterhalten würden, vergessen würden, dass wir gerade etwas taten, was uns schwerfiel. Das Essen zu etwas schönem machen. Doch es wirkte so, als hätte keiner die Motivation dazu. Alle wollten es schnell hinter sich bringen.
Ich verstand meine Mitbewohner und dennoch war es schade.

Stumm standen alle gemeinsam auf. Lediglich das Geschirr klapperte, als es in die Spülmaschine gestellt wurde. Ich atmete tief durch. Die Stimmung machte mir zu schaffen. Ich wurde hibbelig, unruhig.

Lena ging es schlecht, das sah ich. Sie hatte in ihrem Essen herumgestochert und kaum etwas gegessen. Ich machte mir Sorgen. Hatte sie etwa einen Rückfall?
Ich wollte nicht, dass sie starb. So wie Liv. Das könnte ich nicht ertragen.
Jedoch traute ich mich auch nicht, sie darauf anzusprechen.

Der Tag zog sich in die Länge. In zwei Tagen würde die Schule beginnen. Ich sollte aufgeregt sein, doch ich war es nicht. Ich freute mich darauf. Es war mein letztes Schuljahr. Danach würde ich an die Universität gehen. Noch schwankte ich zwischen Pharmazie und Medizin, doch ich war mir relativ sicher, dass ich Pharmazie wählen würde.
Ich freute mich, wenn ich endlich wieder eine Aufgabe haben würde.

Als es Abend wurde, wurde ich immer nervöser. Gleich würde ich Mike sehen. Dieser Traum hatte mir etwas bewusst gemacht und nun wusste ich nicht, wie ich mit ihm umgehen sollte.
Unruhig wippte ich mit meinem Fuß, als mein Handy plötzlich vibrierte.
Sofort sah ich auf das Display.
Oxana hatte mir geschrieben.

Oxana: Hallo Süße, es ist schade, dass wir nur noch so selten schreiben :(. Aber ich habe auch total viel Stress! Vielleicht kann ich Dich demnächst ja mal besuchen? Ich habe in ein paar Wochen länger Urlaub :*.

Ich freute mich, dass sie noch Interesse an dem Kontakt mit mir hatte.
Kurz bevor ich nach Berlin gezogen war, hatte sie die Schule abgebrochen und eine Ausbildung begonnen. Sie sagte, es sei die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen.
Ich konnte nicht mehr antworten, denn ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich nun los müsste. Mich mit Mike treffen...

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