Teil II - Kapitel 4*

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Wuhuu, my motivation was back. Party hard. Ich habe es endlich mal wieder geschafft, ein neues Kapitel zu veröffentlichen. Halleluja! Hat ja auch lange genug gedauert. Tut mir echt leid :/ Hoffentlich verzeiht ihr mir und könnt das Kapitel genießen.

Ich dachte mir, dass ich Euch vielleicht mal ein paar Fragen hier stellen könnte. Oder "entweder-oder"-Dinge.
We'll see ;)

Eure Lieblingsfarbe?
Meine ist grün! Defintiv :D

Welchen Musikstil hört Ihr?
Ich höre ja ziemlich gemischte Musik. Früher ausschließlich Punk- & Hard-Rock. Heute auch Elektro und ab und zu mal Pop.

Wir lesen uns beim nächsten Update :)

P.s.: Ab jetzt kommen wieder komplett neue Kapitel, denn mit diesem beende ich die Überarbeitung der alten.
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Sie sorgten dafür, dass ich genug Nahrung zu mir nahm. Sie gaben mir Infusionen, überwachten meine Vitalwerte.
Jeden Tag sprach ich mit irgendwelchen Ärzten. Ich versuchte zu lügen und behauptete, es würde mir nichts ausmachen, zuzunehmen. Es wäre in Ordnung für mich, so viel zu essen.
Aber innerlich zerbrach ich. In mir weigerte sich alles gegen die Nahrung. Wenn ich kaute, begann ich zu würgen, weil ich den Klumpen in meinem Mund nicht schlucken konnte, egal, wie lange ich kauen würde.
Es war ein Kampf.
Meine Eltern kamen mich regelmäßig besuchen. Sie wirkten angespannt, gestresst. Beide sahen aus, als wären sie um Jahre gealtert. Natürlich wurden sie über alles informiert. Sie wussten, dass mein Kalium in einem lebensbedrohlichen Wert gewesen war. Mein Herz hätte einfach aufhören können zu schlagen.
Als sie die Nachricht bekommen hatten, hatte meine Mutter sich an den Arm meines Vaters gekrallt und laut geschluchzt.

Es klopfte an meiner Zimmertür und sie öffnete sich. Betreten trat meine Mutter ein und schloss die Tür hinter sich. Sie war alleine und räusperte sich.
Verwundert beobachtete ich, wie sie sich einen Stuhl nahm und sich zu mir ans Bett setzte. Sie ergriff meine Hand und streichelte über meinen Handrücken.

»Weißt Du Ashley? Ich frage mich immer ob...«, sie räusperte sich erneut, während sie verzweifelt nach Worten suchte. »Ich meine, wenn ich Dich damals nicht zu ihm geschickt hätte, als er eingezogen ist... Ich meine, ob das dann nicht passiert wäre. Ist es meine Schuld?«, ihre Stimme brach, sie wagte es nicht, mir in die Augen zu sehen.

Meine Ohren begannen zu rauschen, meine Sicht verschwamm. Ich begann zu schwitzen und mein Herzschlag wurde schneller. Der Monitor begann zu piepen.

»Ashley?«, hörte ich die Stimme meiner Mutter gedämpft panisch. Ich wollte antworten, doch meine Lippen klebten aufeinander. Meine Kehle war auf einmal rau. Schwarze Punkte hüpften vor meiner Sicht, sie wurden rasch größer. Ich hatte ein Engegefühl in der Brust und glaubte, schlecht Luft zu bekommen. Ich japste auf.
Bald sah ich nichts mehr. Fühlte nur eine Berührung und hörte dieses schreckliche Piepen.
Doch auch diese Wahrnehmungen verschwammen.

Als ich wach wurde, war ich wieder alleine. Mir war warm, ich schwitzte noch immer. Mein Kopf tat weh und ich fühlte mich merkwürdig schlapp. Mein Herzschlag war langsam, wie eh und je. Eine Flüssigkeit lief langsam in meine Vene. Es kostete mich viel Kraft, nach der Klingel zu tasten und sie zu betätigen.
Eine Schwester kam sofort, ein Arzt war an ihrer Seite.
Sie sprachen mit mir. Redeten davon, dass mein Herz stehen geblieben war. Man hatte mich reanimieren müssen, ich hatte nur knapp überlebt.
Meine Gedanken überschlugen sich.
Ich wäre fast gestorben.
Gestorben.
Tot.
Ausgelöscht.

»Aber Deine Chancen stehen gut«, schloss der Arzt seinen Vortrag und sah mich erwartungsvoll an. Ich schluckte schwer und nickte. Seine Worte hallten in meinem Kopf nach. Wieder und wieder: »Du wärst fast gestorben.«

Das wollte ich eigentlich nicht. Eigentlich wollte ich nicht sterben. Eigentlich wollte ich leben. Eigentlich.

Am nächsten Tag kamen meine Eltern wieder zusammen. Sie waren noch blasser als sonst. Ich wollte aufspringen, sie in den Arm nehmen und ihnen sagen, dass alles gut werden würde. Dass ich es schaffen würde.
Doch einerseits lag ich in diesem Krankenhausbett und hatte Kreislaufprobleme. Andererseits war ich mir nicht sicher, dass ich es wirklich schaffen würde.
Mein Therapeut stieß ebenfalls dazu. Auch er wirkte angespannt.
»Wie geht es Dir heute, Ashley?«, fragte er, als wäre ich gestern nicht fast gestorben:
»Den Umständen entsprechend«, nuschelte ich.
»Deine Eltern und ich haben gesprochen«, berichtete er und nahm sich einen Stuhl um sich zu mir zu setzen. Ich richtete mich leicht auf. Mein Vater nahm sich ebenfalls einen Stuhl und, weil es keinen weiteren gab, setzte meine Mutter sich an das Fußende.
Gespannt ließ ich meinen Blick umherschweifen.
Was würden sie mir nun sagen?
»Sie trauen es sich nicht weiter zu, Dich bei sich zu behalten. Nachdem Du gestern so gut wie tot warst, haben wir beschlossen, dass es besser wäre, wenn Du in eine Einrichtung für Magersüchtige kommen würdest.«
Ich riss meine Augen auf. Meine Eltern wollten mich loswerden? Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen schossen.
»Ich habe darüber, ehrlich gesagt, schon länger nachgedacht. Es gibt eine Einrichtung in Berlin, die perfekt passen würde. Und ich habe mir gedacht, dass es Dich freuen würde, wenn Du nach Berlin kämest.«

»Ihr wollt mich loswerden. Mich abschieben. Die beschmutzte, eklige Tochter, die nichts auf die Reihe bekommt«, brach es aus mir hervor. Ich ballte meine Fäuste und spürte, wie die Wut in mir aufloderte. Gleichzeitig wollte ich sterben. Mich von einer Brücke stürzen. Mir die Pulsader aufschneiden.
Wäre ich gestern nur gestorben. Es wäre besser gewesen, für alle. Meine Haut begann zu jucken und brennen, als stünde sie in Flammen.

Meine Mutter schluchzte auf und auch mein Vater wischte sich über die Augen.
»So ist es nicht, Ashley. Wir alle hier wollen dein bestes. Wir möchten, dass Du gesund wirst und das wirst Du hier nicht. Du brauchst ein neues Umfeld. Es wäre doch einen Versuch wert, meinst Du nicht?«, redete er in Standart-Floskeln.
Ich fragte mich, ob er glaubte, dass ich nie gesund werden würde, weil er nur von einem Versuch sprach.
Hatte er mich etwa auch aufgegeben.
Ich sah kurz aus dem Fenster und fasste einen Entschluss.

»Ok. Machen wir das«, sagte ich mit fester Stimme. Alle sahen mich verwundert an, weil ich meinen Widerstand so schnell aufgegeben hatte.
Dabei war es mein Plan, es ihnen zu zeigen. Ich wollte ihnen beweisen, dass ich es schaffen konnte. Ich konnte gesund werden. Und, wenn ich dann sowieso in meine Traumstadt ziehen würde, könnte ich meinen Traum auch gleich leben.
Ich würde als Siegerin hervorgehen.
Ich würde die Krankheit besiegen.

Spindeldürr! - #Wattys2017Lies diese Geschichte KOSTENLOS!