13. Kapitel

1K 35 1

Felicias P.O.V:

Marco lenkte seinen Range Rover langsam vom Parkplatz und steuerte die nächste Auffahrt zur Landstraße an. Wir wollten noch kurz zu uns in die WG fahren, bevor wir uns zu dem Haus seiner Eltern aufmachen wollten. Ich hatte kein gutes Gefühl bei der Sache. Ich hatte Schiss. Schiss davor, seinen Eltern nicht zu gefallen. Marco probierte zwar mir meine Angst zu nehmen, aber das war fast unmöglich. Klar hatte er nur gutes über Manuela und Thomas Reus erzählt, aber das war selbstverständlich. Warum sollte man auch gleich mit der Tür ins Haus fallen?

"Worüber denkst du schon wieder nach, mein Engel"?, bemerkte mein Freund.
"Ich verspüre einfach eine gewisse Nervosität bezüglich heute Abend. Das ist alles".
"Felicia, sie werden dich mögen. Dich kann man nur mögen. Du hast so eine warmherzige Persönlichkeit, es ist schwer, dich nicht zu mögen". Ich schmunzelte.
"Und selbst, wenn sie dich nicht mögen, ändert das rein gar nichts an meinen Gefühlen für dich. Das weißt du." Sowas war leichter gesagt als getan. Ich konnte mir schon gut vorstellen, dass es eine Beziehung belastet, wenn die Eltern den Partner nicht akzeptieren und nicht ausstehen können.
"Es wird schon alles gut laufen. Das Wichtigste ist, dass wir beide unser Glück erkennen und zusammenhalten, Marco".

Er strahlte mich daraufhin nur an und zwinkerte mir zu. Gott, ich liebte dieses Lächeln. Er war sich sicher nicht im Klaren darüber, was allein dieses Lächeln für eine Auswirkung auf mich hatte. Es gab mir nicht nur die Sicherheit und Geborgenheit, nein, es sorgte auch wieder für dieses magische Kribbeln in meinem Körper und die Spannung, die ich seit der ersten Begegnung verspürt hatte. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich ihn ununterbrochen angestarrt hatte, bis er sich kurz räusperte und mich dann verschmilzt angrinste:
"Hör auf zu sabbern, meine Liebe".
Ich schaute ihn gespielt empört an: "Sei nicht so eitel, mein Lieber. Vielleicht habe ich auch die Haarsträhne angestarrt, die sich gelöst hat".
Erschrocken starrte er mich an, drehte den Innenspiegel zu sich um und begutachtete seine Haare. Ich fing an laut loszulachen und er schaute mich böse an: "Darüber macht man keine Witze. Ich hab es dir echt abgekauft".
"Du hättest dein Gesicht sehen sollen, Marco. Ein Bild für die Götter". Ich hielt meinen Bauch, der vorm lauten Gekicher schmerzte und beobachtete Marco, der den Innenspiegel wieder richtig positionierte.

Er beugte sich zu mir rüber, strich mir über meine eröteten Wangen und raunte: "Rache ist süß, Felicia. Ich lasse so eine Aktion nicht auf mir sitzen".
Ich kicherte noch mehr und blickte ihn amüsiert an. Auf seinem Gesicht bildete sich ein sanftes Lächeln und ich beugte mich zu ihm rüber: "Du bist eitel, aber selbst das liebe ich an dir. Hast du gehört"?.Er nickte und schaute mir verträumt in die Augen: "Ich könnte dir eh nicht böse sein. Du bist viel zu goldig dafür, viel zu knuddelig und süß. Du musst mich doch nur mit deinen großen, blauen Äuglein anschauen und dein süßes Grinsen aufsetzen und ich vergesse alles um uns herum". Ich schaute ihn erstaunt an. Diese Worte hinterließen erneut eine Gänsehaut auf meiner Haut und ich blickte in die grün-braunen Augen, die mich ununterbrochen anleuchteten. "Womit habe ich das verdient? Dass du sowas zu mir sagst"?. "Naja, ich werde dafür bezahlt, Feli. Ich muss das sagen, sonst kriege ich dich doch nicht um", sagte er ernst und ich zog meine Augenbrauen hoch. Lügen konnte er nicht wirklich gut und lustig war das auch nicht. "Haha, nicht lustig", murmelte ich und Marcos Grinsen wurde schiefer: "Dich kann man aber auch leicht verarschen, Liebes".

Ich boxte ihm gegen den Oberarm und er fing an, laut loszulachen: "Mensch, Felicia. Ich sage das zu dir, weil ich das so empfinde. Weil ich dich liebe". Ich war zufrieden. Ich hatte mittlerweile meine Methoden entwickelt, ihn weich zu kriegen. Er drückte mir einen kurzen Kuss auf die Nasenspitze. "So, jetzt hopp, hopp. Lass uns nach oben, damit wir nicht in diesem Auto versauern", gackerte ich. "Ich finde es hier eigentlich schön, schön kuschelig", raunte Marco und strich mit seinen Fingern über meinen Oberschenkel. "Wir haben jetzt sicherlich keinen Sex im Auto, Reus", rief ich empört und er setzte seinen Schmollmund auf: "Schade, schade, Schokolade". Was ein Witzbold. "Hast du einen Clown gefrühstück oder warum bist du heute so urkomisch"?, antwortete ich belustigt und er schüttelte, immer noch mit dem Schmollmund, langsam den Kopf.

Ich wackelte amüsiert mit dem Kopf und klopfte ihm auf seinen Oberschenkel: "Komm, Sportsfreund. Ich will mich nochmal frisch machen". "Du willst es doch auch", sagte er nur grinsend und ich schmunzelte. Wo er Recht hatte, hatte er Recht. Es reizte mich, da ich sowas noch nie gemacht hatte, aber dafür war einfach keine Zeit. "Na, siehste. Das Gesicht kenne ich doch, Felicia". Er zwinkerte mir zu und legte seine Hand an meine Wange, strich sanft drüber und küsste mich. Ich erwiderte den Kuss und ließ die warmen und sanften Lippen meines Freundes auf mich wirken. Das Kribbeln, die Spannung und die Gefühle breiteten sich in Sekundenschnelle aus und alles um mich herum verblasste. Es gab nur ihn und mich. Keine Eltern, keine Presse, keine Studenten, keine Neider und keine Befürworter. Nur ihn und mich. Nur Marco und Felicia. Die Leidenschaft war greifbar, spürbar. Tief in meinem Inneren hoffte ich, dass diese Leidenschaft nie enden würde. Sie uns immer verbinden würde.

Wir lösten uns voneinander und blickten uns eine halbe Ewigkeit still in die Augen. Das, was da zwischen uns war, machte uns sprachlos. Es fühlte sich besonders an. Das grün-braun in Marcos Augen leuchtete und faszinierte mich. So wie der Rest an ihm. Ich musste Sarah nochmal danken. Danken, dass sie mich zu diesem Job hingeschliffen hat. Aber auch Scarlett musste ich danken. Sie hatte mir gezeigt, wie sehr ich ihn wollte. Erik, weil er mir indirekt gezeigt hat, dass ich Marco wollte und Erik trotz seiner Art einfach nicht zu mir passte. Ben war ebenfalls eine wichtige Stütze, da er mir immer und immer wieder Schutz und Sicherheit gegeben hat und mich immer unterstütz hat. Und ein riesigen Dank an das Universum, dass es uns beide zusammengeführt hat, auch wenn das kitschig klingt, aber hatten wir nicht alle mal so einen Moment, bei dem wir dem Schicksal für die aktuelle Situation gedankt haben?



---

Okay, im nächsten Kapitel wird Felicia wirklich Marcos Eltern kennenlernen, aber irgendwie wollte ich dieses Kapitel schreiben. Probieren, die Beziehung von den beiden mit so viel Leidenschaft und Gefühl darzustellen, wie ich es mir vorstelle. Außerdem finde ich, dass es ein schöner Lückenfüller ist. Man merkt, dass die beiden ernsthafte Gefühle füreinander haben und sich glücklich schätzen. Dass sie diese Magie und Leidenschaft genießen und harmonieren.

Danke fürs Lesen und ich freue mich, wenn alle, denen es gefallen hat, mir das durch ein Vote und/oder ein Kommentar zeigen würden. Ich freue mich auch über Anregungen( die könnt ihr mir natürlich auch gerne privat schicken).

Bis zum nächsten Kapitel <3

Meine Nummer 11 (Fortsetzung von Die Nummer 11)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!