Slytherins Löwe

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Hermine Grangers Sicht

Ich eile die Treppen hinunter zu der großen Halle und nehme ausnahmsweise zwei Stiegen auf einmal, obwohl mir recht bewusst ist, dass ich jederzeit stolpern könnte.

Um meine rechte Schulter hängt meine Schultasche, worin ich die Bücher verstaut habe, welche heute benötigt werden. Die andere hält sich am Geländer fest, um wenigstens einen möglichen Sturz zu vermeiden.

Nach knappen sechs Jahren ist es dazu gekommen, dass ich verschlafen habe und dadurch nun zu spät beim Frühstück auftauchen werde. Zum Glück ist es mir trotz allem gelungen, meine Haare zu bändigen.

Kein Wunder, dass ich im Hause der Löwen bin, wenn meine Haare so aussehen, wie die Mähne eines Löwen. Besser als Schlangen am Kopf hausen zu lassen.

Unerwartet renne ich gegen jemanden und schaffe es noch rechtzeitig mein Gleichgewicht zu halten. Innerlich schimpfe ich mit mir selbst, aufgrund meiner Unaufmerksamkeit.

„Miss Granger!", ertönt Professor McGonagalls Stimme und ich blicke hoch vom Boden. „Schön Sie zu sehen!"

Sie scheint tatsächlich froh zu sein mich getroffen zu haben.

„Zu meinem Glück treffe ich hier auf Sie", führt die Dame ihr Gespräch weiter. „Zufälligerweise habe ich Sie gesucht und war geradewegs auf dem Weg in die große Halle. Gibt es einen Grund für Ihre Verspätung?"

Aus welchem Grund die Professorin mich wohl gesucht hat? Es ist auch seltsam, dass sie mir keine Standpredigt gehalten hat, von wegen, ich soll beim Gehen immer aufpassen und mit den Augen geradeausschauen.

Anscheinend scheint es sie diesmal nicht sonderlich zu interessieren.

„Würden Sie mir möglicherweise in mein Büro folgen?", befiehlt Professor McGonagall und lässt es wie eine Bitte wirken. „Professor Dumbledore ist derzeit nicht anwesend, weswegen mir die Aufgabe überlassen worden ist, Ihnen die Neuigkeiten zu überliefern."

„Neuigkeiten?", wiederhole ich neugierig und neige den Kopf schief. „Professor, worum handelt es sich?"

„Folgen Sie mir", befiehlt die Frau. „Dieses Gespräch sollte lieber unter vier Augen geführt werden."

Ich nicke nervös und schlucke vor Angst. Es ist die Furcht vor dem, was nun auf mich zukommen wird. Sind es gute oder schlechte Neuigkeiten? Welche Auswirkungen werden sie auf mein Leben haben?

Während unserem Ausflug zu McGonagalls Büro herrscht komplette Stille. Die Professorin scheint in Gedanken zu schweifen, da sie kein Gespräch mit mir anfängt.

Letztendlich kommen wir in ihrem Büro an und die Frau setzt sich auf ihren Sessel. Ich stelle mich vor ihren Tisch und betrachte die Professorin neugierig. Meine Hände zittern vor Nervosität. Professor McGonagall bittet mich auf einem der beiden Sessel vor mir Platz zu nehmen und ich folge ihrer Bitte.

„Wie fühlen Sie sich, Miss Granger?", stellt die Dame eine ganz simple Frage und eine noch größere Verwirrung entsteht in meinem Inneren. „Weswegen haben Sie sich denn nun verspätet?"

„Ich habe die letzte Nacht viel gelernt, obwohl es erst Anfang des neuen Schuljahres ist", gebe ich peinlich berührt zu, da mir bewusst ist, dass die meisten Schüler es für lächerlich empfinden, weil ich mir übertrieben große Mühen gebe. „Dabei ist mir wohl die Zeit in Vergessenheit geraten."

„Deshalb die Verspätung?", stellt McGonagall fest und ich nicke um ihre Feststellung zu bestätigen. „Ich bewundere Ihre Ambition. Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihre Gesundheit an höchste Priorität stellen."

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