Schlagzeilen

2.5K 150 7

Danke für eure lieben Reviews zum letzten Kapitel! :) Es freut mich mega, dass endlich immer mehr Leser ihren Weg zu meiner Geschichte finden. Ich habe beschlossen, deshalb das neue Kapitel direkt schon hochzuladen!

Inzwischen war mehr als eine Woche vergangen, seitdem ich mich mit Severus weitestgehend versöhnt hatte, wenngleich wir noch immer im Zwiespalt unserer eigenen Gefühle und dem, was Severus als „nicht richtig" erachtete, steckten. Überhaupt schien es mir allein durch diese Umstände viel besser zu gehen. Die nächtliche Dosis Schlaftrank wurde bei Weilen auf jede zweite Nacht beschränkt, der Appetit kehrte teilweise –wenn auch sehr bruchstückhaft- zurück und dem Unterrichtsgeschehen folgte ich mit zunehmend mehr Interesse, als noch Monaten zuvor. Doch an diesem Mittwochmorgen im Januar geschah etwas, dass all diese kleinen Fortschritte mit einem Schlag zunichte zu machen drohte.

Ich saß zwischen Draco und Elizabeth Carter beim Frühstück in der Großen Halle und führte gerade einen vollbeladenen Löffel Haferbrei zum Mund, als am Tisch der Gryffindors, die buschhaarige Vertrauensschülerin Granger einen spitzen Schrei ausstieß, der selbst einige der Slytherins am Nachbartisch –mich eingeschlossen- heftig zusammenzucken ließ.

„Was ist denn?", stieß ich keuchend hervor und wischte ein wenig Haferschleim von dem goldgeprägten Einband von ‚Große Errungenschaften der Zauberkunst', das halb auf dem Tisch gestützt, halb an einen Milchkrug gelehnt, vor mir ausgebreitet lag. Ich hatte mich gerade in das Kapitel über ‚Erweiterte Sammelzauber' vertiefen wollen, als Grangers Schrei mich aus der morgendlichen Stille gerissen hatte.

„Sag bloß, du hast es noch nicht gehört", schnarrte Draco sofort in meine Richtung gewandt, kaum hatte er meine Worte vernommen. „Vater hat mir noch gestern Abend eine Eule geschickt." Er grinste süffisant. „Dass das Ministerium immer noch glaubt, dass Black etwas damit zu tun hat, beweist mal wieder, was für hirnlose Hornochsen sich in der Redaktion für den Tagespropheten herumtreiben..." Er schnaubte verächtlich durch die Nase.

„Was soll ich gehört haben? Welcher Black?", zischte ich, seinen arroganten Blick bewusst ignorierend. Mein Bruder schob mir als Antwort lediglich mit blasierter Miene die neueste Ausgabe des Tagespropheten herüber.

Als mein Blick auf die Titelseite der Zeitung fiel landete der Löffel mit einem platschenden Geräusch zurück in der Schüssel und noch mehr Haferbrei spritzte umher. Mit zitternden Händen griff ich nach der Zeitung und senkte den Blick auf die schwarzgedruckten Wörter.

MASSENFLUCHT AUS ASKABAN - MINISTERIUM BEFÜRCHTET, BLACK KÖNNTE MAGNET FÜR VORMALIGE TODESSER SEIN

Unter der fettgedruckten Schlagzeile prangten zehn alte Schwarzweißfotos, auf denen ehemalige Todesser in der Häftlingskleidung von Askaban abgebildet waren, von denen ich einige nur zu gut wiedererkannte. Unter jedem der Fotos stand zudem der Name der jeweiligen Person, was dazu führte, dass aus bisher nur oft gehörten Namen Gesichter wurden. Das Foto von meiner Tante Bellatrix Lestrange, geborene Black, sprang mir als erstes ins Auge. Ich kannte sie kaum, nur von Bildern her oder aus schwachen Kindheitserinnerungen. Sie sah furchtbar aus. Verzerrt, ungepflegt, beinahe fremd. Das einst volle, tiefschwarz glänzende Haar war stumpf geworden und wirkte verfilzt. Die kalten, schönen Black-Augen hatten das närrische, wilde Funkeln, das ich auf alten Fotos meiner Mutter oft wiedererkannt hatte, verloren und wirkten stechend und irgendwie wahnsinnig. Ihre bleiche Haut spannte sich –einem Totenschädel gleich- über ihr ausgemergeltes, einst hübsches, leicht arrogant wirkendes Gesicht.

Mein Blick wanderte entsetzt weiter. Mir sprangen Namen wie ‚Rookwood' und ‚Dolohow' und ‚Jugson' ins Auge und ich warf einen kurzen Blick in ihre scheußlichen Gesichter, dann schlug ich die Zeitung auf und überflog mit zusammengezogenen Augenbrauen den kurzen Artikel zur Überschrift. Mein Herz gefror für einen jähen Moment zu Eis und mit klammer Furcht im Magen sah ich Draco an. „Vater hat dir davon geschrieben?", fragte ich leise, sodass Elizabeth nichts mitbekam, die jedoch ohnehin summend eine herausgelöste Haarlocke zurück in den wuscheligen Knoten in ihrem Nacken steckte und sich gegrillte Tomaten und Würstchen auf den Teller häufte.

Isabella Malfoy - You may know my name, but not my story.Lies diese Geschichte KOSTENLOS!