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Der Sonnenaufgang zog sich hin, aber ich ließ die anderen einfach weiterschlafen. Ich konnte einfach meine Augen nicht schließen. Also mache ich Frühstück für die anderen, denn Hunger hab ich auch keinen. Ich will nur noch alles Wichtige hinter mich bringen und dann will ich von Anton in den Armgenommen werden. "Guten Morgen", knatschte Sarah Trimbee verschlafen und ich reichte ihr eine große Tasse voller Kaffee. Sie nahm einen großen Schluck und fragte dann: "Hast du gut geschlafen?" Mit einem Schulterzucken speiste ich sie ab. Die anderen kamen nach und nach dazu. Sie hatten Hunger und Kaffee-Durst. Ich legte mich wieder auf die Couch und sah nach draußen. Die Schneedecke sah wunderschön aus.

Ich mummelte mich in die Wolldecke und ließ die anderen zusammenpacken. Als wir rausgingen, hatte ich die Decke unterm Arm. Ich nahm sie mit, das Hotel war teuer genug gewesen. Obwohl die anderen lange geschlafen hatten, war es erst neun Uhr morgens. Eigentlich tue ich mein Bestes nicht weich zu werden, aber Harry macht es mir wirklich nicht leicht. Er sorgt sich um mich, trotzdem rede ich nicht. Am liebsten würde ich ihn über Tay ausquetschen, aber ich würde auch ganz gern schlafen. Ich hatte gestern Nacht kurz meine Augen zu und bin panisch geworden, weil mir siedend heiß wieder eingefallen war, dass ich verheiratet bin und Oscar das nicht weiß. Eine Zwangs Hochzeit mit einem Scheich. Er ist Vier Jahre älter. Gesehen habe ich ihn seit der Hochzeit nicht mehr. Das ist inzwischen Zehn Jahre her und ich weiß nur, dass er Wahnsinns reich ist und mein Sorgentelefon spielt. Auch wenn wir uns nie sehen, telefonieren wir, denn er ist blind. Wie lange hatte ich schon nicht mehr mit ihm gesprochen? Ein ganzes halbes Jahr. Kein Kontakt und er macht sich bestimmt große Sorgen deswegen. Wenn ich in der Akademie ankomme, werde ich ihn anrufen. Ganz bestimmt und ich muss mit den anderen darüber reden.

Inzwischen sind wir schon zwei Stunden unterwegs und fast da. Alles ist mir bekannt und mein Herz wird immer schwerer. Der Eisknast schmilzt und ich muss irgendwas dagegen tun, aber Harry ist einfach keine große Hilfe dabei. "Die anderen können es kaum erwarten. Und ich will auch endlich wissen was alles genau passiert ist. Aber wir haben auch 'ne riesen Überraschung für dich, die ist so groß, das wir hoffen, dass du dich wirklich drüber freust. Und dann musst du auch noch unseren neuen Gemeinschaftsraum sehen und...", aufgeregt hörte er nicht auf zu reden, das machte mich irre. Wir fuhren durch den Wald und dann durchs Tor. Die Wachen begrüßten mich und ich nickte ihnen zu. Überall auf dem großen Hof standen Autos, SUVs, Klein Wagen, Familienkutschen und so weiter. Am Eingang stehen zwei Menschen, ich kann sie noch gar nicht erkennen.

Wir kommen zum Stehen, ich bin noch nicht ganz in der Verfassung auszusteigen, also bleibe ich eingemummelt sitzen. Harry und die anderen steigen aus und jetzt kann ich die beiden erkennen, Susann und Nathan. Hätten da nicht wachen stehen können? Ich sehe sie mit Harry reden, aber der zuckt nur mit seinen Schultern. Susann kommt auf mich zu, ich mummle mich noch mehr ein und hoffe, dass ich keinen Stress mit ihr kriege. Ganz im Gegenteil. Sie macht die Tür auf und fragt vorsichtig: "Remy, wie lange hast du nicht mehr geschlafen?" Dieser besorgte Gesichtsausdruck. "Ungefähr 48 Stunden, ich kann einfach meine Augen nicht zumachen. Aber ich steig gleich aus und geh schlafen", brachte ich hervor. Es beunruhigt mich, dass meine Eisknast namens Herz weich geworden ist kaum das ich sie gesehen habe. Sie legte mir ihre Hand an die Wange und sagt auf sanfte Art trotzdem streng: "Ich bring dich in dein Zimmer, das andern Frühstücken noch. Nathan bringt deine Sachen hoch und wir zwei machen ganz entspannt." Ich entmummelte mich und gab ihr die Decke. Ganz langsam stand ich auf und schloss dann leise die Tür.

Ich ging an den anderen vorbei, sie hatten nicht gemerkt, dass ich wie irre zitterte. Meine Beine kribbelten und das heißt, dass ich entweder sofort lange schlafe oder das Medikament nehme (auch wenn ich das nicht wirklich will). Nathan küsst mich flüchtig auf die Stirn und ließ uns dann weitergehen. Inna und Michael wissen nichts von meinem Gendefekt und denken wahrscheinlich mir ist einfach Kalt. Meine Armschlinge macht das alles nicht besser. Meine Schulter brennt, aber ich ärgere mich nur in meinem Kopf darüber. Kaum hatten wir die Eingangshalle erreicht, merkte ich, wie ich angestarrte wurde. Eine Frau mit rot-blondem Haar, braun-grünen Augen etwas älter als Susann und neben ihr eine Blonde, jüngere Frau mit blauen Augen. Ich kenn die beiden nicht, aber trotzdem hab ich ein komisches Gefühl, denn sie sehen mich seltsam traurig und zu gleich glücklich an. Ich gehe weiter, will die Treppe hoch, als ich spüre, wie meine Zehen einschlafen.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!