Teil II - Kapitel 2*

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Es tut mir leid, dass ich wieder so lange nicht geupdated habe :s. Aber ich hatte seeehr viel zu tun! Unter anderem habe ich meine Mutter und meinen Bruder kennengelernt, also in Person und den Verlobten meiner Mutter :) Ich hoffe, dass ich diese Woche noch dazu komme, ein weiteres Kapitel zu schreiben (ich schreibe immer vor) damit ich Montag das nächste Kapitel veröffentlichen kann, aber ich glaube nicht, weil ich ab Mittwoch campen bin, bis Montag.
Sorry dafür!

»Es gibt essen!«, waren die drei schlimmsten Worte, die ich kannte.
»Komme«, rief ich zur Antwort und kippte ein weiteres Glas Wasser meine Kehle hinunter. Ich wartete noch weitere fünf Minuten, in denen ich drei Mal gerufen wurde, ehe ich mich in die Küche an den Tisch zu meinen Eltern setzte.
»Lecker, Nudelauflauf«, meine Stimme zitterte so sehr, dass sie die Lüge enttarnte. Meine Eltern warfen sich vielsagende Blicke zu, schwiegen jedoch.
Während ich das Essen auf die Gabel spießte und an meine Lippen führte, hatte ich das Gefühl, von den Blicken meiner Eltern durchbohrt zu werden. Ich ließ die Gabel sinken. Dieses ständige Beobachten beim Essen hielt ich nicht aus.
»Verdammt, könnt ihr aufhören mich zu beobachten?«, fauchte ich und fügte in Gedanken hinzu, dass ich das Essen sowieso erbrechen würde.
Meine Eltern zuckten zusammen, senkten jedoch die Köpfe.
Erneut führte ich die Gabel an meine Lippen und spürte die Innere Blockade. Ich wollte nicht essen. Ich ekelte mich. Es war widerlich. Das Essen war widerlich.
Dennoch nahm ich es in den Mund und kaute lange darauf herum. Erst als alles nur noch ein Brei war, wagte ich, es herunterzuschlucken.
Die Atmosphäre war angespannt. Es war schrecklich. Mein Fuß wippte ununterbrochen, meine Gedanken rasten.
Wenn ich aß, würde ich dick und damit wieder attraktiver werden. So viele hatten mir gesagt, dass Männer nicht auf Knochen standen. Und genau das wollte ich erreichen. Keiner sollte mich mehr attraktiv finden. Nie wieder.
»Du wirst das aufessen«, die Stimme meiner Mutter klang schneidend scharf.
Ich aß einen weiteren Bissen. Ich hasste mich immer mehr. Warum verstand keiner, dass ich einfach nur verschwinden wollte?

Das Essen war kalt, eine halbe Stunde war vorbei und ich hatte gerade einmal die Hälfte gegessen. Meine Eltern waren angespannt und ich den Tränen nahe. Ein Wimmern kam über meine Lippen und meine Eltern sahen sich erneut alarmiert an.
»Morgen hast du wieder Therapie, richtig?«, fragte mein Vater. Ich wusste, dass er wusste, dass ich morgen wieder einen Termin hatte, deshalb sagte ich nichts.

Irgendwann stand mein Vater auf. Er seufzte theatralisch und auch meine Mutter erhob sich schwerfällig. Endlich ließen sie mich in Ruhe. Ich schmiss das Essen weg und ging sofort ins Badezimmer. Ich konnte nicht zulassen, dass ich noch fetter wurde. Ich musste mich an meinen Vorsatz halten. Diesmal würde ich dünner werden. Noch dünner, als ich es war, bevor man mich ins Krankenhaus einlieferte.
Mittlerweile hatte ich meine Technik beim Erbrechen perfektioniert. Kaum ein Ton verließ dabei meinen Körper.

Ich zitterte, meine Augen waren rot, meine Nase lief und ich fühlte mich schwach. Kraftlos spülte ich und ließ mich zu Boden sinken.
Nein, es war kein schönes Gefühl. Ich hasste es, doch ich musste den Schaden eingrenzen. Durfte nicht zulassen, dass ich weiter zunahm.

Ashley: Hey Liv! Ich bin wieder entlassen, nun gehe ich nicht mehr, ich rolle. Aber ich arbeite bereits daran, wieder abzunehmen.

Ich starrte einige Zeit auf das Display meines Handys und hoffte, dass Liv mir antworten würde. Doch sie tat es nicht. Alle meine Nachrichten ignorierte sie und langsam machte ich mir Sorgen. Mehrfach hatte ich versucht, sie anzurufen, doch die Mailbox sprang sofort an.
Was, wenn ihr etwas passiert war?
Mein Handy klingelte plötzlich. Sofort sah ich auf das Display. Oxana hatte mir geschrieben.

Oxana: Ich freue mich soo sehr darauf, Dich am Montag in der Schule wiederzusehen! Ich muss Dir soooo viel erzählen! Habe Dich lieb :*.

Ein kleines Lächeln huschte über mein Gesicht. Oxana war wirklich ein Segen. Sie brachte soviel Freude in mein Leben wie kaum eine andere Person. Ich freute mich wirklich darauf, sie wiederzusehen und war gespannt, was sie mir erzählen würde.

Spindeldürr! - #Wattys2017Lies diese Geschichte KOSTENLOS!