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Während des Essens quatschte mich niemand blöd an. Voller Ehrfurcht glotzten sie. Als würde das etwas daran ändern, das ich gestern Abend Daniel getötet habe. Versteckt hinter ihren Händen hörte ich sie tuscheln, zu Tode hat sie ihn gefoltert, an deiner Stelle würde ich sie nicht anquatschen. Oder so Sachen wie, ich würde ihr nicht in die Augen sehen, die hat Medusakräfte.

Ohne die Augen zu rollen aß ich weiter. Als würde mich nicht interessieren, was sie sagen. Michael und Inna hatte mich nicht mehr aufgesucht und das war auch besser so. Doch als ich nach dem Essen in mein Büro kam, saßen die beiden schon vorm Tisch. Ich atmete tief ein und schloss dann die Tür. Keine Hektik verursachen, ging es durch meinen Kopf. Kaum saß ich auf meinem Drehstuhl, schlug ich meine Beine über einander und sah sie genau an.

Direkt in die Augen. "Wir müssen uns unterhalten", sagte Michael nervös und ich antwortete ganz gelassen: "Ich höre zu und ihr erzählt." Inna sah ihn ganz nervös an. Um das hier zu starten benötigt es mehr als nur ein, ich höre zu. "Ich verspreche, ich werde euch nichts tun. Egal was ihr mir erzählt", wenn das nicht reicht, setzte ich auf den Genuss von Alkohol. Ohne weitere Zwänge redete Michael. "Es gibt hier drinnen eine Gruppe die Leute rekrutiert um das Kreuz zu vernichten und wir...wir...", er stotterte und Inna sah zu Boden. Also beendete ich den Satz: "Ihr gehört dazu."

Ihre Erleichterung machte es mir leichter ihnen zu erklären: "Der Zirkel steht unter meinem Befehl. Ich will das Kreuz stürzen." Die Betonung auf dem Ich machte das ganze gleich dreifach deutlich. Inna war Urplötzlich die Entspannung in Person, als hätte sie gerade einen Welnessurlaub gemacht. Michael atmete geräuschvoll aus und ließ sich in den Stuhl sinken. Schön, dass es ihn entspannt. "Warum bist du dann hierhergekommen? Das bringt dich in Gefahr", sagte Inna besorgt. Ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, aber sowas darf nicht passieren. Ich riss mich zusammen und lächelte. Meine Worte klangen fast melodisch: "Ich halte meine Versprechen immer. Und ich habe den Gefangenen eines gegeben. Aber ich möchte euch auch um eines bitten." Erst als die beiden zustimmend nickten, fuhr ich fort: "Passt darauf auf, das ich nicht den Blick auf das Wesentliche verliere."

In den nächsten Wochen begannen die Zirkler immer wieder alle möglichen Kreuzer zu fragen, ob die wechseln wollen. Es ist seltsam, aber kaum jemand beißt an und wechselt. Inzwischen sind hier insgesamt 60 Zirkler und 188 Kreuzer. Die letzte Woche bricht an und ich muss dringen mehr tun. Irgendwie muss ich hier die Kontrolle zurückbekommen, aber zuerst muss ich die Gefangenen hier weg bringen und dafür hatte ich den Idealen Plan:
Taylors Mom und ihr Dad bekommen eine Tarnung als Politische Mafiosos. Ich werde die Gefangenen an sie verkaufen für Geld, dass sie vorher von mir bekommen. Damit kriegen wir "Geld" in die Kasse und werden die Gefangenen los, hatte ich der Leitung gesagt. Eigentlich werden sie mit einem LKW nach Saratoga Springs gebracht um dort ihre Familien zu treffen. Aber es hängt noch so viel mehr daran.

Als die beiden durch die Tür geführt wurden und ich sie erblickte, wäre ich am liebsten in ihre Arme gefallen. Doch ich beherrschte mich und sagte gespielt freundlich: "Folgen Sie mir doch bitte in mein Büro. Dort können wir noch die Details besprechen." Ich lief voran und siefolgten mir hoch. Als wir die Tür geschlossen hatten, sagte ich barsch: "Ich hoffe für euch, dass Daheim alles bereit ist. Die Gefangenen werden verladen und dann verschwindet ihr hier wieder, klar?" "Alles ist vorbereitet für deine Rückkehr und die der Opfer", sagte David und Elisabeth fragte besorgt: "Ist bei dir alles in Ordnung?"

Nickend setzte ich mich auf den gemütlichen Drehstuhl. "Du siehst aber nicht so aus", erwiderte Lis und ich versuchte zu lächeln, doch meine Gedanken aus der Nacht, als ich Daniel gefoltert hatte, kamen wieder zurück. Sie versuchte nach meiner Hand zu greifen, doch ich zog sie weg: "Mir geht's gut, aber ich muss hier noch eine Menge erledigen. Ich werde frühestens am Samstag zurückkommen." Wenn überhaupt, dachte ich noch dazu und sie nickte. "Wir sollten den Kauf jetzt beenden und die Ware verladen", meinte David und stand auf. Auf seinem Handy konnte ich die Überweisung der Moneten beobachten und dann auf meinem PC die eingegangen kontrollieren. Mit einem Nicken gab ich ihm sein Handy zurück.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!