10. Tränen

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Nachdem Tim Stegis Straße verlassen hatte und in seine Straße einbog, klingelte sein Handy. "Hallo?", ging er ran. "Ähm... Hier ist Melissa." Hörte er die sanfte Mädchenstimme Melissas, die etwas schüchtern klang. "Hey, was gibt's?", lächelte Tim und wühlte in seiner Tasche nach seinem Haustürschlüssel. "Ich, äh, wollte fragen, ob du Lust hättest zu mir zu kommen?", nuschelte das Mädchen am anderen Ende der Leitung. "Uhm... Klar. Ich bin ich einer Stunde bei dir, schickst du mir deinen Standort?" Sie bejahte und Tim beendete das Telefonat. Ein Lächeln lag auf seinen Lippen, als er das Haus betrat und seine Schuhe auf die Matte stellte und seinen Rucksack neben die Kommode.
Gemütlich schlenderte er in die Küche und lächelte seiner Mutter kurz zu, welche gerade die Lasagne aus dem Ofen nahm. "Kannst du eben Chrissy holen?" Seufzend erhob er sich von seinem Stuhl und lief in den Keller, wo Chrissy ihr Zimmer hatte. Er klopfte kurz und drückte dann die Klinke herunter. "Du kannst essen kommen.", sagte Tim und sie nickte. "Ich komme gleich." Tim nickte und schloss die Tür wieder.
Zurück in der Küche ließ er sich wieder auf seinem Platz nieder und wartete, dass seine Mutter ihm einen Teller mit Essen gab.
Als dann auch endlich seine Schwester in die Küche kam, bekam Tim, so wie Chrissy, sein Essen.
Hektisch schlang er die Lasagne herunter und verbrannte sich dabei das ein oder andere mal an der Zunge.
"Mensch Tim, jetzt schling halt nicht so!", mahnte seine Mutter, als er wieder einmal schmerzverzerrt das Gesicht verzog. Er nickte beiläufig und schlang sie trotzdem weiter hinunter. Auf gar keinen Fall wollte er zu spät bei Melissa sein!
Als er endlich fertig war, räumte er rasch sein dreckiges Geschirr in den Geschirrspüler und huschte dann in sein Zimmer, welches sich im Gegensatz zu Chrissys oben befand. Schnell zog er sich noch etwas anderes, hübscheres an.
"Ich bin weg, komme um sieben zurück!", rief er und schloss die Haustür ohne auf eine Antwort seiner Mutter zu warten. Tims Vater war wieder mal auf Geschäftsreise, die Geschwister störte dies allerdings ganz und gar nicht, da sie beide damit groß geworden waren.
Er griff sein Fahrrad und fuhr in Höchstgeschwindigkeit zu Melissas Haus.
Er war in einer ziemlich schicken Gegend von Essen angekommen, als er fast an seinem Ziel vorbeigefahren wäre. Leicht über sich selbst lachend stellte er sein Fahrrad gegen die Wand und klingelte an der großen Villa. Sofort wurde ihm von einem kleinen Mädchen, vielleicht sieben Jahre, die Tür geöffnet. "Ich bin Theresa und du bist?", fragte sie und sah aus Kulleraugen zu Tim auf. "Ich bin der Tim, ein Freund von Melissa.", lächelte er freundlich. "Achso. Soll ich sie holen?" "Ja das wäre lieb." Theresa rannte mit kleinen Schritten in einen Raum und zog dann ihre Schwester hinter sich her. Melissa hatte rot, braune Haare und schöne blaue Augen. Ihr Gesicht war zart und um ihre kleine Stupsnase waren unheimlich viele Sommersprossen zu sehen. "Hallo Melissa.", lächelte Tim und zog sie in eine kurze Umarmung. "Hi, Tim.", murmelte sie in seine Halsbeuge. "Liebt ihr euch?", kam es plötzlich von Theresa. Melissa löste sich sofort aus Tims Umarmung und sah ihre Schwester mit erröteten Kopf an. "Nein Theresa und jetzt geh zurück in dein Zimmer ja?", lächelte Melissa. Das kleine Mädchen nickte und hüpfte eine Treppe hinauf. "Mh... Wollen wir auch in mein Zimmer?" Sie legte ihren Kopf leicht schief und schob sich eine Haarsträhne aus der Stirn. "Klar." Er folgte ihr nach oben ins Zimmer und ließ sich auf ihrem Bett nieder. Sie selbst setzte sich mit etwas abstand neben Tim. "D-das mit der Party... Das steht doch noch oder?", fragte sie schüchtern. "Jop. Ziehst du irgendwas besonderes an? Oder muss man da generell irgendwas besonderes anziehen, also gibt's eine Kleiderordnung?", brabbelte Tim. "Ich zieh ein normales Kleid an, wenn du möchtest kann ich es dir ja schon zeigen." Sie lächelte Tim vorsichtig an, dieser nickte begeistert. Melissa stand auf und öffnete eine Tür, durch die sie wenige Sekunde später verschwand.
Nach wenigen Minuten kam sie in einem blauen Kleid und Ballerinas wieder heraus. "I-ich kann nicht auf High Heels laufen, hoffe das stört dich nicht.", murmelte sie leise und sah zu Boden. "Ganz und gar nicht. Das würde dein Outfit ehr kaputt machen.", grinste Tim und seine Worte färbten Melissas Wangen rosa. Sie lächelte und verschwand dann wieder durch die Tür. Tim vermutete dahinter ihren Kleiderschrank. Plötzlich ertönte das Geklingel seines Handys. Er zog es aus seiner Hosentasche und warf einen Blick auf den Display. "Was gibt's?", trällerte er fröhlich in sein Handy. "K-kannst du... Kannst du kommen?", schluchzte sein bester Freund am anderen Ende der Leitung. Jetzt musste Tim sich entscheiden: Stegi oder Melissa? Sein bester Freund oder eine kleine Schwärmerei? "Timi?", schluchzte Stegi. "Ich bin in einer halben Stunde bei dir!", sagte er mit fester Stimme und legte auf. "Wer war das Tim?", fragte plötzlich Melissa, die im Türrahmen stand. "Stegi, ich muss jetzt zu ihm." "Warum das? Du bist doch jetzt bei mir!", fing Melissa an zu zicken. "Ja ich weiß, aber Stegi ist mein bester Freund und braucht mich jetzt!", argumentierte er und stand auf. Er küsste schnell ihre Wange und huschte dann die Treppe runter aus der Haustür heraus.
Er trat kräftig in die Pedale und war klitschnass geschwitzt, als er bei Stegi ankam. Er nahm sich den Zweitschlüssel aus dem Blumentopf und schloss die Haustür auf. Mit Schuhen trampelte er die Treppe hinauf und riss Stegis Zimmertür auf. Stegi lag zusammengerollt auf seinem Bett und weinte leise vor sich hin. Es musste definitiv etwas schlimmes passiert sein, sonst würde er nicht weinen. Stegi weinte so gut wie nie.
Tim schloss die Tür und kickte sich die Schuhe von den Füßen. "Hey Stegbob!", flüsterte er und legte sich zu Stegi. Sofort spürte er, wie sich die Hände seines besten Freundes in seinem Pulli vergriffen. Er schlang seine Arme fest um den Blonden. Es machte ihn fertig Stegi so zu sehen, aber noch wusste er ja nicht was passiert war. "Magst du mir erzählen was los ist?", versuchte Tim sich vorsticht ran zu tasten. Stegi schluchzte und sah dann zu Tim auf. Seine Augen waren rot unterlaufen und es flossen immer noch Tränen aus ihnen. Sie hinterließen feuchte Spuren auf seinen bleichen Wangen mit den Sommersprossen. "Ich war ja bei Tobi...", fing er an. "Und dann hat er halt gesagt, ich würde Sarah kein wenig ähnlich sehen." Er wischte sich mit seinem Ärmel über die Nase und schniefte einmal. "Er hat dann gefragt warum das so ist und dann... Dann habe ich plötzlich den Gedanken bekommen, dass ich ja adoptiert sein könnte!", weinte er und drückte sein Gesicht wieder in Tims Brust. "Hast du schon mit deinen Eltern darüber geredet?" "Vielleicht sind sie ja gar nicht meine Eltern!", rief Stegi nun wütend. Tim drückte seinen Kopf zurück in seine Brust. Beruhigend fuhr er durch Stegis Haare und kraulte seinen Nacken. Egal wie warm ihm in diesem Moment war, Stegi brauchte das jetzt. "Ich bin müde Timi!", murmelte er plötzlich. "Dann geh schlafen." Tim wollte gerade aufstehen, als Stegi ihn festhielt. "Lass mich nicht alleine.", wimmerte er. "Würde ich nicht.", wiedersprach Tim. "Aber ich würde gerne eben duschen gehen und in der Zeit kannst du dich ja schon mal Bettfertig machen.", schlug er Stegi vor. "Okay, aber beeil dich!", murmelte er und ließ Tim gehen. Tim nickte und nahm sich schnell noch Klamotten aus Stegis Schrank. Er hatte extra welche hier gebunkert für eben genau solche Fälle.
Schnell huschte Tim ins Bad, schloss die Tür und zog sich dann aus. Er schaltete die Dusche an und ließ das Wasser auf sich nieder prasseln. Wohlig seufzte er auf und begann sich einzuschäumen.
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Fertig geduscht und mit neuen Klamotten, eigentlich nur im Tanktop und Boxer, legte er sich zu Stegi, der gedankenverloren an die Decke starrte. "Glaubst du sie lieben mich trotzdem wie ihren eigenen Sohn?", fragte er plötzlich und drehte seinen Kopf zu Tim. "Natürlich! Genau das haben sie die letzten 16 Jahre doch getan. Und warum sollten sie dich adoptieren, wenn sie doch Kinder bekommen können. Max und Sarah zum Beispiel?" Stegi zuckte mit den Schultern. "Können wir kuscheln?", fragte er kleinlaut. Tim nickte und schaltete noch Stegis Nachtischlampe aus. "Nacht Stegi." Ohne zu wissen, was er tat küsste er die Stirn Stegis und schloss ihn dann in die Arme. "Nacht Timi.", flüsterte Stegi.

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Hallo meine Früchtchen^^

Ich habe keine Lust mehr, weshalb der Lesetag jetzt schon beendet ist, aber ich möchte gute Kapitel hochladen und keinen Müll, weshalb das hier auch erst jetzt kommt^^

Und außerdem geht momentan das hier auf Wattpad rum:

Ich persönlich weiß nicht, was ich davon halten soll, zumal es 'Hackern' und nicht 'Hackers' heißen müsste xD
Schreibt mir mal eure Meinung dazu in die Kommis :/

Bis denn meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!