9. Adoption

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Stegi saß mittlerweile wieder in seinem Zimmer und starrte die Uhr an. Tobi hatte ihm vorhin geschrieben, dass er um drei zu ihm kommen könnte. Bis drei waren es noch zwanzig Minuten und mit dem Fahrrad bräuchte er gerade mal fünf bis zehn Minuten zu Tobi. Seufzend ließ er sich nach hinten auf sein Bett fallen.
Plötzlich gab sein Handy einen Ton von sich. Er griff nach seinem Smartphone und entsperrte es. Sofort ploppte eine Nachricht von Tim auf.

'Hast du heute noch Zeit? C:'

'Ne leider nicht :/ bin gleich bei Tobi'

Tim las seine Nachricht, aber antwortete nicht darauf. War er jetzt böse auf Stegi? Bestimmt nicht, er wusste wahrscheinlich nur nicht, was er daraufhin hätte schreiben sollen.
Ein weiterer Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er sich nun langsam fertig machen konnte. Er raffte sich auf und schlurfte nach unten. Max saß im Wohnzimmer und spielte mit seinen Legosteinen. "Hallo Max.", lächelte Stegi und wuschelte seinem kleinen Bruder über den Kopf. "Hallo Stegi, spielst du mit mir?" "Ich muss gleich zu einem Freund, aber morgen spielen wir zusammen. Versprochen!", lächelte er und ging in die Küche. "Sarah ich bin bei Tobi." "Ach ist das der, der gestern hier war?" Er nickte. "Okay ich sags Mama. Wann kommst du wieder?", fragte sie und sah von ihrem Laptop auf. "Ich denke spätestens um sieben?" Sarah bestätigte seine Aussage mit einem nicken. Stegi lächelte sie kurz an und zog sich dann seine Schuhe an. In seiner Tasche hatte er seine Badehose und ein Handtuch. Besagte Tasche schwang er sich nun über die Schulter und griff sich noch den Haustürschlüssel, bevor er dann die Haustür hinter sich zu zog.
Er öffnete die Garage und holte sein Fahrrad heraus.
Schnell sah er noch einmal nach, wie er jetzt am besten und schnellsten zu Tobi kam, bevor er dann auf sein Fahrrad stieg und zu Tobi fuhr.
Sein Weg führte ihn in eine wirklich schick aussehende Gegend, wo schlussendlich auch sein Ziel liegen sollte.
Als Stegi an seinem Ziel ankam musste er sich erst einmal sammeln. Er stand vor einer weißen Villa.

Sein Fahrrad lehnte er vorsichtig an die Hauswand

Sein Fahrrad lehnte er vorsichtig an die Hauswand. Mit zittrigen Knien lief er zur Tür und drückte auf die Klingel. "Ich geh schon!", hörte er Tobi von innen rufen. Kurz drauf stand er auch schon in dem geräumigen Flur und zog sich seine Schuhe aus. "Wollen wir jetzt schon runter?" "Ich würde gerne noch dein Zimmer sehen.", lächelte Stegi. "Klar. Komm mit!" Tobi hüpfte die Treppe hinauf. Als die Treppe zu ende war, wollte Stegi schon erleichtert ausatmen, als er eine weitere sah. "Nicht schlappmachen Stegi!", rief Tobi lachend und Stegi schleppte sich auch diese Treppe nach oben. "Schon mal über einen Fahrstuhl nachgedacht?!", keuchte Stegi, was Tobi nur lachen ließ. "Ach, man gewöhnt sich dran!", grinste er und ging den Flur entlang zu einem Zimmer. Er öffnete die Tür und trat ein. Es herrschte das reinste Chaos in diesem Zimmer und Stegi musste grinsen. Sah ja fast so aus wie bei ihm, abgesehen davon, dass dieses Zimmer 20 mal so groß wie seines war. "Ja sorry, ich hatte keine Lust aufzuräumen." Verlegen lächelte er Stegi an und die zwei bahnten sich einen Weg zu Tobis Bett. "Ich wusste gar nicht, dass du, na ja, so viel Geld hast.", sprach Stegi vorsichtig seine Gedanken aus. "Ich finde es auch nicht sonderlich wichtig. Weißt du, wenn mich jemand mag, dann wegen meines Charakters und nicht wegen des Geldes!", erklärte Tobi. "Da hast du recht. Vor allem diese ganzen 'coolen' Leute an der Schule, die immer mit ihren Klamotten, Schmuck oder Geld angeben! Richtig nervig!" Tobi stimmte Stegi da voll und ganz zu. "So jetzt gehen wir aber schwimmen!", grinste Tobi und sprang auf. Stegi konnte sich gerade noch so seine Tasche schnappen, bevor er von Tobi die ganzen Treppenstufen in den Keller gezogen wurde. Keller konnte man es eigentlich auch nicht nenne, da es in Tobis Keller wesentlich schöner war, als in einem normalen. Heller und freundlicher eben. Er drückte eine Türklinke herunter und schob ihn in einen Raum. "Hier ziehst du dich um und dann kommst du wieder raus.", erklärte Tobi. Stegi nickte und fing an sich umzuziehen, sobald Tobi die Tür hinter sich geschlossen hatte.
In seiner Badehose trat er aus dem kleinen Raum wieder heraus. Tobi stand bereits in der kleinen Halle, die sie durch die Treppe erreichen konnten. Stegi vermutete hinter einer der anderen zwei Türen den Pool. Was hinter der anderen war, konnte er nicht sagen. "Los komm!", forderte Tobi und zog Stegi wieder hinter sich her. Er öffnete die Tür, wo Stegi den Pool schon vermutet hatte. Und tatsächlich vor ihm lag eine etwas größere Halle mit Pool. Es war angenehm warm hier und es roch leicht nach Chlor.

Tobi grinste und schubste Stegi in das Becken

Tobi grinste und schubste Stegi in das Becken. Dieser konnte gerade noch so nach Tobis Arm  greifen und riss diesen mit ins Wasser. Beide tauchten lachend wieder auf und lieferten sich eine wilde Wasserschlacht. Am Ende gewann niemand der zwei und sie kletterten aus dem Wasser. Stegi setzte sich an den Beckenrand und wartete auf Tobi, der schnell Handtücher holen wollte. Stegi hatte zwar gesagt er hätte selbst eins, aber Tobi meinte er sollte hier auf ihn warten. Als Tobi dann wiederkam und ihm das Handtuch gab legte Stegi es um seine Schultern und kuschelte sich darin ein. Das Handtuch war unglaublich weich und roch so gut nach Waschmittel. "Stegi?" Angesprochener brummte und deutete Tobi weiter zu reden. "Du hast ja gesagt Sarah wäre deine Schwester, aber irgendwie siehst du ihr kein bisschen ähnlich." Stegi drehte seinen Kopf und sah Tobi direkt ins Gesicht. "Wie meinst du das?" "Na ja, bei Geschwistern ist es ja so, dass man sich normalerweise ähnlich sieht, aber bei dir und ihr ist es halt nicht so." Stegi sah ihn lange an. Tobi hatte recht. Er sah niemandem aus seiner Familie wirklich ähnlich. Nicht seinen Eltern oder seinen Geschwistern. "Da hat du recht...", murmelte Stegi. "Warum ist das so?" Tobi sah auf das Wasser des Pools und wartete auf einen Antwort von Stegi. "I-ich..." Plötzlich traf es Stegi wie ein Blitz. Eine Adoption. Ein schweres Gefühl machte sich in seiner Brust breit und drohte ihn zu ersticken. "D-Denkst du, i-ich wurde... Adoptiert?", fragte Stegi traurig.  Tobi sah weiterhin auf das Wasser. "Ich weiß nicht. Möglich wäre es." Immer wieder schluckte Stegi schwer. 16 Jahre lang hatte er bei einer falschen Familie gelebt, 16 Jahre lang hatte man ihn angelogen. Eine kleine Träne floss über seine Wange. Schnell wischte er sie weg. Ein schluchzen versuchte er krampfhaft zu unterdrücken. Auf einmal spürte er zwei Arme um sich. "Tut mir leid, dass ich es angesprochen habe.", wisperte Tobi schuldbewusst.

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Hallo meine Früchtchen^^

Armer kleiner Stegi :(
Auch, wenn das nicht wirklich die Wahrheit ist, was Tobi da erzählt ;D

Kann es übrigens sein, dass Wattpad wieder spinnt oder sind unter dem letzten Kap tatsächlich keine Kommis? o.Õ
Ich sehe nämlich keine D:

Nächstes Kap aus Tims Sicht? Ja? Gut! ^-^

Bis nachher meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!