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Wir kamen am Tor an. Als der Mann mich erkannte, machte er schnell das Tor auf und sagte: "Da vorne Rechts ist ein Parkplatz. Wenn Sie in der Halle ankommen, dann warten Sie, ich gebe dem Vorarbeiter Bescheid." "Danke", erwiderte ich und lächelte. Das lief ja schon mal ganz gut. Wir parkten und stiegen aus. Ich streckte mich und ließ ein paar Gelenke knacken. Nachdem ich mir meine Haare zusammen gebunden hatte, sagte ich: "Na dann mal los." Nervös und trotzdem mit ruhigen Händen öffnete ich die Seiten Tür. Alle sahen uns an.

"Schön Sie hier zu haben Ma'am", sagte der Mann und streckte mir seine Hand hin. Ich schüttelte sie und meinte: "Ich schätze mal, sie haben schon gehört, was ich im Nachbarlager gemacht habe?" "Natürlich, wir haben schon auf Sie gewartet. Wir haben ebenfalls verkauft und zwar zu einem deutlich höheren Preis. Ihr Büro ist gleich neben an, ihr Bodyguard bekommt das Zimmer direkt daneben. Wenn Sie sich eingerichtet haben, dann werde ich Ihnen das Lager zeigen", sagt er und schleppte mein Zeug in das neue Büro. Ich packte meine Klamotten in den kleinen Schrank und schloss meinen Laptop ans Netz an. Ich hängte meine Jacke über den Stuhl und ging wieder raus in die Halle.

Miguel, der Vorarbeiter wartete schon auf mich: "Können wir dann los?" Ich lächelte ihn aufmunternd an, denn seine Nervosität war kurz davor auf mich abzufärben. Er führte mich durch die Hallen und zeigte mir einfach alles. "Hier stellen wir her und dort hinten verpacken wir." "Alles klar, wie ist es mit dem Testen der Waffen?", die wichtigste Sache überhaupt. Jetzt lächelte er mich debil an, was soll das denn? "Wir haben einen Schießstand neben der Mensa." Okay, jetzt verstehe ich sein debiles grinsen. "Hört sich gut an, wie wäre es mit einem Probeschießen?", fragte ich sichtlich entspannt. Nickend führte er mich durch die Arbeitenden und sammelte dann frische Waffen ein. Als wir am Schießstand unseren Ohrschutz aufsetzten, zeigte er mit dem Daumen hoch um zu symbolisieren, dass wir jetzt schießen.

Die Waffen sind Tadellos, perfekt. Sie schießen gerade und der Rückstoß ist normal stark. Sie leisten bessere Arbeit als ihre Nachbarn. Ich testete alle Waffen aus und lobte dann: "Ich bin beeindruckt, hier scheint nicht allzu viel zu tun zu sein. Ich schätze, in einer Woche werde ich einfach als Beobachterin hier nichts mehr zu tun haben." Er lachte und ich ging wieder aus dem Raum. Nathan hatte draußen gewartet. Er reihte mir ein Handtuch. Meine Hände waren etwas schwitzig, aber das hatte sich durch das Handtuch wieder erledigt. Als wir zurück zur großen Halle liefen, rief einer der Arbeiter: "Masha, wollen sie heute Abend beim Basketball zusehen?" Ich lächelte freundlich und sagte dann scharf: "Nein." Ängstlich sahen mich alle Männer an. "Ich spiele mit", sagte ich fröhlich und ging. Ich hörte einige Männer aufatmen. Das hatten sie nun wirklich nicht erwartet.

Kaum waren wir aus dieser Halle raus, tadelte mich Nathan, als wäre ich ein kleines dummes Kind: "Ich denke nicht, dass due mitspielen solltest. Deine Narben sind noch nicht gänzlich verheilt und das bedeutet sie können jederzeit aufreißen." "Ich bin vorsichtig, keine Sorge. Außerdem werde ich nicht viel spielen, die Männer haben richtige Teams. Da möchte ich nicht eingrätschen, nur ein bisschen Spaß um Respekt zu bekommen." "Nun gut, aber ich sitze daneben und passe auf, dass du es nicht übertreibst. Deine Männer haben nichts davon, wenn du tot bist", erwiderte Dad und ging mit mir weiter zum Büro. Ich setzte mich an den Schreibtisch und er stellte sich vor meine Tür.

So gut diese Fabrik auch geführt wird, die Buchhaltung ist schlimmer als schlampig. Ich begann damit alle Quittungen und Bons zu sortieren. Da ist gar nichts geordnet! Gar nichts! September 2000, das ist doch schlimmer als Fahrlässig! Aber ich machte weiter. Quittungen von Lieferanten, ziemlich hohe Ausgaben. So langsam krieg ich hier ein System rein. Die Einnahmen sind so hoch, so hoch, das es mehr als die Ausgaben abdeckt. Wenigsten können sie mit Geld umgehen. Bis 2002 kam ich und dann wurde ich zum Essen gebeten. "Ich komme sofort zu ihnen, nur noch einen Moment", sagte ich in die Unterlagen vertieft. Ich notierte mir die Differenz von 2002 und klappte dann den Ordner zu.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!