5. Butterkuchen

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Müde drehte sich Stegi auf die andere Seite. Seine Augen ließ er geschlossen und versuchte wieder einzuschlafen. Wahrscheinlich war es nicht einmal nach 12:00 Uhr. "Hey Stegi, aufwachen!", wisperte Tim plötzlich und strich Stegi vorsichtig über den Arm. "Lass mich!", murrte er und schüttelte Tims Hand ab, der das ganze mit einem belustigten Kopfschütteln kommentierte. "Es ist gleich halb drei!", sprach Tim nun und erhoffte sich eine Reaktion von Stegi, die nicht aus einem genervten grummeln bestand. "Juckt mich nicht, ich will noch schlafen!", murmelte er genervt. Tim seufzte. Genau sowas hatte er sich schon gedacht. "Stegi muss ich dich erst wieder kitzeln?", drohte Tim grinsend. Stegi drehte sich ruckartig um und sah seinen besten Freund finster an. "Wag es ja nicht!" Seine Augen hatten sich zu Schlitzen verengt und seine Stirn hatte er ebenfalls in Falten gelegt. "Dann steh jetzt auf!", forderte Tim und bekam Stegi so aus seinem Bett. "Fick dich!", murmelte er und zog sich Jogger und Shirt über. Tim lachte und boxte Stegi dann gegen die Schulter.
Als auch Tim sich etwas angezogen hatte liefen die zwei die Holztreppe hinunter in die Wohnküche.
"Na Jungs, gut geschlafen?", fragte Marcella die beiden Jungen. "Jo." War Stegis schlichte Antwort, die Marcella wohl auch als Tims Antwort ansah. "Ich habe gerade Butterkuchen gebacken. Mögt ihr welchen?" "Kuchen? Zum Frühstück? Geil!", rief Stegi begeistert und hellwach. Tim lachte über seinen besten Freund und nahm dann ebenfalls ein Stück, des super leckeren Kuchens. Marcellas Butterkuchen war der beste, den die zwei jemals gegessen hatte. "Mama hast du nicht mal überlegt dich als Konditorin zu bewerben? Du backst himmlisch!", schwärmte Stegi und biss genüsslich in sein bereits fünftes Stück des Butterkuchens. "Ach Stegi red keinen Stuss. Das ist normales backen!", lachte Marcella und gab Max ein kleines Stück, welcher sich zu den Jungs an den Tisch setzte. "Hallo Tim!", grinste er. "Hallo Max!", begrüßte Tim dem kleinen Bruder seines besten Freundes und gab ihm ein high five. "Marcella ich muss Stegi aber recht geben. Den Kuchen den du immer zu meinem Geburtstag machst ist auch himmlisch.", stimmte Tim nun der vorherigen Aussage des blonden zu. "Mag sein, aber ich habe in sowas keine Ausbildung, da wird es schwer einen Platz zu finden.", merkte Stegis Mutter an. "Mag sein, aber du könntest doch deinen eigenen Laden aufmachen.", schlug Stegi vor. "Und von wo kommt das Geld?! Ne Jungs das wird nichts!" Und damit war für Marcella das Thema beendet. Stegi und Tim warfen sich mehr als deutliche Blicke zu und nahmen sich jeweils noch ein Stück, bevor sie nach oben verschwanden.
"Die Augen deiner Mum haben richtig gestrahlt, als wir ihr das mit der Konditorin vorgeschlagen haben!", fing Tim sofort an zu brabbeln, als Stegi die Zimmertür geschlossen hatte. "Ja, aber sie hat recht: ohne Ausbildung wird das nichts und ein eigener Lade ohne Geld? Keine Chance!", murmelte Stegi. "Und Angestellte bräuchte sie dann ja auch.", sagte Tim noch. "Schade sie könnte damit bestimmt richtig Geld machen!" Stegi nickte und warf sich auf sein Sofa. "Zocken?", grinste er. Tim stimmte ihm zu und die zwei setzten sich auf das beige Sofa Stegis um zu zocken.
Abends musste Tim dann nach Hause. Sie verabschiedeten sich voneinander mit einer kurzen Umarmung, bevor Tim sein Fahrrad aus der Garage holte und davon fuhr.
Gerade wollte Stegi die Tür zu machen als eine Stimme ihn daran hinderte. "Stegi lass offen, ich geh jetzt eh!" Sarah. Stegi nickte und seine Schwester huschte durch die offene Haustür.
Und dann war es wieder da. Dieses beklemmende Gefühl, was Stegi immer bekam, wenn Tim nicht bei ihm war. Kommt sicherlich nur davon, weil wir so oft aufeinander hocken! Dachte Stegi und schlenderte zurück in sein Zimmer. Ein angenehmer Geruch von Tims Eigengeruch und Deo lag in der Luft. Stegi musste leicht Lächeln und setzte sich auf sein Sofa und schaute ein wenig fern. Einige Zeit später wurde er schon von seiner Mutter zum Abendessen gerufen.
Müde schlurfte Stegi in die Küche, wo der Esstisch stand und sein Bruder und seine Eltern ihn schon erwartet hatten. "Es gibt nur Nudeln, weil ich keine Lust hatte etwas aufwendigeres zu kochen." "Egal esse ich auch!", grinste Stegi und setzte sich neben seinen kleinen Bruder. Marcella nahm Stegis Teller und tat ihm ein paar Nudeln auf. "Ketchup?" Stegi nickte und seine Mutter tat auch etwas von diesem drauf. "Dankeschön!", lächelte Stegi und fing an seine Nudeln zu essen.
Nach dem Essen packte er seine Schultasche und ging dann duschen. Unter der Dusche dann kamen ihm die unterschiedlichsten Themen in den Kopf. Habe ich alle Hausaufgaben? Warum heißt der Montag eigentlich Montag? Was habe ich morgen alles für Fächer? Warum ist da immer so ein beklemmendes Gefühl wenn Tim geht? Und warum wird dieses Gefühl durch angenehme Wärme ersetzt, wenn er wiederkommt?
Verwirrt schüttelte Stegi den Kopf und duschte sich ab. Er band sich ein Handtuch um und öffnete noch ein Fenster, bevor er dann in seinem Zimmer verschwand.
Schnell zog er sich eine Boxer und ein T-Shirt an, dann setzte er sich an seinen Schreibtisch und fing an zu zeichnen. Am Ende kam einfach wieder ein Junge raus, der unter einem Baum auf einem einsamen Feld stand. Stegi betrachtet das Bild und fand es wirklich gelungen. Zufrieden setzte er das Datum und seinen Namen darunter, bevor er es in seiner Mappe zurück in seine Kommode packte. Nun war er wirklich müde und geschafft, weshalb er sich ins Bett fallen ließ.
Trotz seiner Müdigkeit jedoch, war er noch eine gute Stunde wach und starrte in sein dunkles Zimmer.
Morgen war Montag. Der schlimmste Tag überhaupt. Das war das letzte woran er dachte bevor er endlich einschlief und bis zum nächsten Morgen durch schlief.

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Hallo meine Früchtchen^^

Etwas langweiliges Kap, aber das muss ja auch mal sein :)

Wünsche was in der Schule passieren soll?

Bis bald meine Früchtchen<3
~Maddi

»Vertauschte Leben« Stexpert Lies diese Geschichte KOSTENLOS!