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Ich ging zu den anderen. Mrs. Keen holte ihre Töchter ab und ich wollte Jessy noch tschüss sagen. Die kleine Maus hatte sich gut geschlagen und mit dem Schwimmen mit ihrer großen Schwester weiter gemacht. Mrs. Keen wandte sich noch einmal an mich, bevor sie in das Auto stieg: "Ich muss dir danken, so gut haben sie sich nie verstanden." "Kein Problem Mrs. Keen, viel Spaß", sagte ich und winkte zum Abschied. Jetzt kamen meine Freunde zu mir raus. "Okay, was machen wir jetzt?!", fragte Riley in die Runde und Oscar meinte nur: "Wie wär's mit 'ner Runde Schwimmen?" So wären wir wenigstens unter uns. Kein anderer würde auch nur auf die Idee kommen, also zogen wir uns alle schnell um. Wir Mädchen trugen unsere Morgenmäntel und unterm Arm unsere Handtücher. Die Jungs kamen uns entgegen mit Nathan. "Es reisen heute alle ab. Bevor die Lehrer auch verschwinden stellen wir noch die Bänke im Speisesaal um, also lasst euch Zeit", er drückte Oscar einen Picknickkorb in die Hand und küsste mich dann auf die Stirn.

Wir gingen zum See. Die Sonne schien noch und wir legten uns in die Sonne. Zum ersten Mal lag ich wie die anderen Mädchen in einem Bikini da. Ich zeigte meine Narben und es fühlte sich irgendwie natürlich an. Es war angenehm bis die Jungs mich ins Wasser beförderten. Statt es zu akzeptieren, rannte ich raus und machte die anderen nass. Wie kleine Kinder spritzen wir uns mit Wasser ab. Wir lachten so viel wie wir in der ganzen letzten Woche nicht gelacht hatten. Wir setzten uns auf die Schultern unserer Partner und begannen mit zwei Kämpfen. Es machte so viel Spaß.

Im Picknickkorb fanden wir Limo und Sandwiches. Wir aßen und dann fragte Leroy wie aus dem Nichts: "Was machst du eigentlich in der nächsten Woche so?" Ich brauchte einen Moment, bis ich bemerkt, dass ich gemeint bin. "Oh, du meinst mich?" Er nickte. "Naja, arbeiten und trainieren und schwimmen und die ruhe im Schloss genießen." Ich biss wieder von meinem Sandwich ab. "Du verarschst uns", fassungslos stellte Jackson das fest, doch ich tat das nicht. Meine Antwort war bitter ernst gewesen. "Was ist so falsch daran?", fragte ich, doch Tim würgte mich gleich ab: "Wir quatschen mit unseren Eltern, du solltest krasse Ferien haben in denen du die Welt siehst. Es gibt mehr im Leben als Arbeiten und trainieren." "Ich weiß, aber ich habe nun mal nichts vor, also mach ich weiter und genieße die Ruhe von euch Nervensägen." Dafür kassierte ich eine Limo Dusche. Ich zerrte alle mit ins Wasser. Wir lachten munter, obwohl ich sehen konnte, dass die anderen mich seltsam ansahen.

Wir legten uns wieder auf die Decke. Anfangs hörten wir Musik und Träumten vor uns hin, doch irgendwann war der Akku der Box leer und wir lauschten der Natur. Das Plätschern des Wassers weckte in mir ein Gefühl von Vertrautheit. Das Rascheln der Bäume hörte sich trügerisch an. Die Vögel zwitscherten wunderschön. Der Wind zieht über meinen Bauch und es kitzelt. Wie in einem Märchen, nur mit dem Unterschied, dass es Realität ist. Dieses Leben ist ein Traum und ich sollte ihn auf meine eigene Art und Weise genießen. Ich drehte mich zu Oscar und küsste ihn einfach leidenschaftlich. Es war mehr als ein einfacher Kuss, ich fühlte mich bei ihm angekommen. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und lauschte seinem Herzschlag. So hörte sich leben an. Dieses Pochen erzählt von Schmerzen, Freude und Liebe. Ein Platz in seinem Herzen gehört mir und ich würde diesen Platz ausfüllen, genauso wie er in meinem Herz. Ich liebte und irgendwann würde diese Liebe mich zerstören, aber nicht jetzt.

Es war dunkel und Wolken verhangen, also packten wir zusammen. Leroy machte die Musik von seinem Handy an und wir spazierten zurück. "ich wette, du schaffst keine vier Überschläge plus Drehung", forderte mich Harry heraus und ich lachte: "Bist du dir ganz sicher?" Noch voller Überzeugung nickte er. Ich zuckte nur mit den Schultern und rannte los. Ich machte genau was er gesagt hatte. Dann stand ich und streckte meine Arme in die Höhe. "Von wegen ich schaff das nicht!", schrie ich ihm entgegen. Ich machte meinen Morgenmantel auf und hielt ihn mir über den Kopf. Ich rannte wie Superman über die Wiese. Die anderen lachten und holten mich kurz vor dem Gebäude ein. Oscar umklammerte mich und sagte: "Ich hab sie!!" Ich lachte und versuchte zu befreien. Wir stapften gemeinsam rein und ich erstarrte.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!