18

1.5K 69 1


Als ich ausstieg dachte ich immer noch an Anton. Seine verbleibende Lebenszeit wollte er selber bestimmen und das macht mir Sorgen, denn dann muss ich alles allein meistern und das kann ich noch nicht. Auch wenn ich alles weiß, was ich wissen muss. Alles gelernt habe, was wichtig ist. Alles alleine machen, so ist doch Anton da um mir unter die Arme zu greifen wenn ich nicht mehr kann. Seit wir uns getroffen hatten in der Mall, war er für mich da und half mir. Das rote Kreuz kenne ich praktisch wie meine Westentasche, aber den Zirkel, über den wusste ich noch nicht genug. Vier Wochen hatte ich Zeit gehabt bis jetzt, denn jetzt weiß ich, das ich über kurz oder lang allein arbeiten muss. Fast alle Akten habe ich in meinem Kopf und jetzt kommen auch noch die Informationen des Zirkels dazu. Hoffentlich stirbt er nicht in kürzerer Zeit, denn ich brauche ihn nicht nur, er sollte auch glücklich sein und ich weiß, dass er es nicht ist im Moment.

"Hey Kleine, alles gut?", das war Nathan, er hatte auf uns in der Garage gewartet. Es ist irgendwie süß, wie er auf seine geliebte Frau wartet, doch er fragte mich und nicht sie. "Mir geht's gut, macht euch bloß keine Sorgen. Ich hab mit ihm gesprochen und weiß jetzt wenigstens wie es steht." Nathan sah mittleidig aus und das nervte mich irgendwie. "Nathan, es ist alles gut. Ich denke nur gerade an alles was ich noch zu tun habe und das ist wirklich viel. Also geh ich jetzt alles machen, was ich noch tun muss und dann kann ich mich morgen konzentrieren", sagte ich, aber ich war mir nicht sicher, ob die beiden mir das glauben. Die Umarmung in die ich gezogen wurde, dauerte nicht allzu lang. Trotzdem fühlte ich mich so geliebt wie noch nie. Sie küssten mich beide auf die Stirn und ließen mich dann gehen.

Bis zu meinem Zimmer kam ich gar nicht, denn meine Freunde hatten auch auf mich gewartet. "Was stellen wir jetzt mit dem restlichen Tag an?", fragte Tim mich und alle sahen mich an. Ich will arbeiten, sonst krieg ich den totalen stress. "Okay, was machen wir?", fragte ich dann doch, meine Freunde würden hinten runter fallen, wenn ich arbeite, also machen wir eben was zusammen. Leroy sah mich verwundert an: "Was ist los? Irgendwas ist doch los mit dir." Er war besorgt und die anderen sahen nicht minder besorgt aus. "Ich wollte nur arbeiten, dann komm ich voran, aber wenn ihr schon was vorhabt, dann mach ich gerne mit", ich meinte was ich sagte, doch Riley sagte: "Wir haben nicht direkt etwas geplant, wir hatten gehofft einfach zusammen was machen zu können. Aber wenn du jetzt Zeit für dich brauchst, dann nimm dir die Zeit." Etwas geknickt, aber verständnisvoll nickten die anderen zustimmend. "Lasst uns doch heute Abend irgendwas Verrücktes machen, dann bin ich entspannter", so wäre für alles gesorgt. Die anderen nickten nur, obwohl sie etwas enttäuscht waren. Oscar ließ mich in Ruhe, ihm schien bewusst zu sein, dass ich Freiraum brauche.

Allein. Ich war wirklich mal allein im Zimmer. Ich kramte aus dem Versteck unter meinem Bett die Finanzbücher raus und die Truppenpläne, denn die musste ich dringend aktualisieren. Also Finanzen. Wir waren mehr als deutlich im Plus, so ungefähr 2 Millionen. Davon bezahlte ich die Miete für die zwei neuen Lagerhallen mit Häusern und die Materialkosten. Mafia ist ein anstrengendes Geschäft, auch wenn man als Doppelanführerin auch noch für den Zirkel, der diese Verbindung zerstören will, tätig ist. Anstrengend, ist genau das Wort, das alles beschreibt. Aber ich schrieb trotzdem akribisch jede einzelne Ausgabe und Einnahme auf. Es dauerte fast zwei Stunden, aber ich war soweit fertig und konnte jetzt die Truppenverschiebung planen. Die größte Truppe würde ich mit den Gefangenen nach Boston verschieben in eine riesige Lagerhalle, die anderen Truppen würde ich in Maine ansiedeln, nicht zu weit weg von Saratoga. Alles war so bereit, dass sie in den nächsten Tagen ankommen und sich einrichten können.

Wenn wir Weihnachtsferien haben, dann werde ich sie zerstören und den Cyanzirkel befreien von der Last, das rote Kreuz zu infiltrieren. Viele hatten Familie außerhalb des Zirkels, die sie zurückgelassen hatten um diese Sache zu unterstützen. Um mich zu unterstützen, denn so wie ich es verstanden habe, setzt alles mit meiner "Adoption" an und baut darauf auf, dass ich perfekt bin. Alle bauen auf mich, also gebe ich mein bestes um dem gerecht zu werden. Ich werde sie zurück in die Zivilisation bringen, dahin wo wir alle einen Platz finden können, wenn es unser Bestreben ist. Neu definieren, das würde auf so viele zukommen und da würden sie Hilfe brauchen. Die Gefangenen würden nach Jahren ihre Familien wieder treffen. Ich tue das richtige. Ganz sicher, es ist das richtige. So kann ich kontrollieren, dass nichts aus dem Ruder läuft, wenn ich die Sache sprenge.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!