Paradigmenwechsel

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Danke an Tiara1310 für deine Kommentare und Abstimmungen und tamthu02 ebenfalls für deine Sternchen :) Freut mich, dass sich ein paar Leser für meine Geschichte hier gefunden haben :) Jetzt aber weiter mit Isabellas Geschichte:


Pure Erleichterung durchströmte meinen Körper. Doch nur für einen Moment, dann warf sich der Schleier der Wahrheit wie ein dunkler Schatten über mich. Mein Vater würde sich niemals von irgendjemandem umstimmen lassen, auch nicht von Snape. Da war ich mir sicher. Doch ein Funken Hoffnung keimte in mir auf. Lodernd und hell. Snape war nie schwach, er war das Ebenbild der Standhaftigkeit –
durchsetzungsfähig und berechnend.

Snape musterte mich. Mein Körper bebte unter meinen unregelmäßigen Schluchzern, die ich zu unterdrücken versuchte. Ich zitterte. Die Vorstellung bei dem, was jetzt kommen würde, und was mein Vater beschlossen hatte, ließ mir beinahe das Abendessen wieder hochkommen.

Meine Tränen versiegten. Ich zog die Beine an und vergrub mein Gesicht zwischen meinen Knien. Diese schummrige Dunkelheit schien mir etwas Geborgenheit entgegen zu bringen.

Zum zweiten Mal in meinem Leben spürte ich, wie mir Snape durchs Haar fuhr, mir beruhigend über den Rücken strich. Ich klammerte mich an seinen Umhang, grub meine Finger tief in den dunklen Stoff seiner Kleider und atmete seinen vertrauten Geruch ein - frisches Pergament, vermischt mit dem Duft einzelner Kräuter. Ich klammerte mich so heftig an ihn, dass meine Finger ganz taub wurden, aber ich glaubte, dass wenn ich ihn auch nur eine Sekunde los ließ, meine Welt über mir zusammenbrechen würde.

Ich verharrte in dieser Position, bis mein Vater zehn Minuten später zurückkehrte. Ich lockerte den Griff um Snapes Robe etwas und sah zu meinem Vater empor. Er starrte mich entgeistert an. Sein Blick war hart und verständnislos.

„Isabella", ermahnte er mich streng. „Was bei Merlin tust du da? Lass Professor Snapes Umhang los. Hast du denn keine Manieren?"

Beschämt rückte ich ein wenig von meinem Zaubertrankprofessor ab, doch ich meinte ein leichtes Lächeln über dessen Mundwinkel huschen zu sehen. So als wollte er mir zu verstehen geben, dass ich mich für mein Benehmen nicht zu schämen brauchte.

„Lucius", sagte Snape mit seiner melodisch klingenden und tiefen Stimme. „Habe ich das richtig verstanden? Du willst Isabella von Hogwarts nehmen?"

Der Blick meines Vaters wanderte zu mir herüber und grub sich tief in meine Augen. Seine grauen Augen wurden schmal und er presste die Lippen derartig fest aufeinander, dass sie ganz weiß wurden.

Leicht erschrocken senkte ich den Blick und sah schnell zu Snape herüber, dessen Miene unberührt schien. Er sah meinen Vater mit unbeweglichem Gesichtsausdruck an, aber ich konnte die kleine Falte zwischen seinen Augenbrauen wieder erkennen, die sich immer bildete, wenn ihm etwas Nachdenken bereitete.

Mein Vater sah hochnäsig zu Snape herab, der nach wie vor in dem Ledersessel saß und an seinem Whiskey-Glas nippte.

„Allerdings, Severus", schnarrte und sein Blick wurde kalt, ehe er mich ansah. „Habe ich dir nicht immer wieder gesagt, dass Fremde solche Dinge nichts angehen, Isabella. Das bleibt allein Sache der Familie."

Ich sagte nichts.

„Und du bist der Ansicht, dass das eine gute Entscheidung ist?", fragte Snape.

Mein Vater betitelte ihn nun mit dem frostigen Blick, der sonst meistens mir galt. „Zweifelst du etwa meine Entscheidung an, Severus?"

„Nun." Snape legte die Kuppen seiner schmalen Finger andächtig aneinander und setzte sich mit einem Seufzer etwas gerader hin. „Um ehrlich zu sein, ja. Das tue ich."

Isabella Malfoy - You may know my name, but not my story.Lies diese Geschichte KOSTENLOS!