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Der Wecker klingelte mich brutal aus dem Schlaf. Reflexartig schlug ich irgendwas in Armlänge. Oscar stöhnte auf, ich hatte ihm meine Hand ins Gesicht geschlagen. Die anderen sprangen aus den Betten, in der Erwartung jemanden Angreifen zu müssen. Als sie erkannten, dass es Oscar war und ich ihn geschlagen hatte, lachten sie alle. Joseph kam rein mit Waffe in der Hand und musste dann grinsen, denn die Situation war echt zu schießen. "Oh mein Gott, es tut mir leid Oscar." Er rieb sich die Stirn und grinste dann auch: "Vielleicht sollte ich mich nicht in die Nähe deines Weckers liegen, da schläft man gefährlich." Ich konnte da nicht drüber lachen, ich hatte Oscar geschlagen. Erst als wr aufstand und irgendwas nuschelte von wegen er müsse sich jetzt umziehen gehen, musste ich auch lachen, denn Harrison bemerkte: "Du scheinst ihn hart getroffen zu haben, er kriegt kaum ein richtiges Wort raus." Lachend verzogen sich die Jungs und wir lachten weiter. Es tat gut.

Wir zogen uns um und machten uns fertig fürs Frühstück, dann kam mir der Einfall: "Die anderen müssen doch auch aus den Federn, oder?" Die anderen nickten müde. "Ich schätze wir testen jetzt mal die neuen Lautsprecher", nickend stimmten die anderen und ich machte eine muntere Tanzplaylist an. Einige der Mädchen aus den anderen Zimmern kamen raus um zusehen, was passiert ist, aber dann freuten sie sich. Wir gingen trotzdem schon runter in den großen Saal und setzten uns zum Essen. Nach gestern war ich nicht in der Stimmung viel zu reden, aber als immer mehr Schüler sich setzten, begann auch wieder diese Sache mit den Glückwünschen. Jetzt reichte es, der vierte Junge war gerade dabei mir zu gratulieren. Wütend stellte ich mich auf die Bank und alle wurden ruhig. "Ich find's ja super, dass ihr euch freut, dass wir gestern nicht gestorben sind, aber hört auf mich zum Töten zu beglückwünschen!! Diese Menschen hatten auch Familie und Freunde! Was würdet ihr davon halten wenn einer von euch stirbt und der Mörder gefeiert wird dafür?!" Viele schauten betreten auf ihr Essen. Ich setzte mich wieder. Die meisten stimmten mir wohl zu, denn es tat niemand mehr. "Wie war das mit den verrückten, die sich auf Tische stellen und reden halten?", fragte Taylor und ich grinste sie doof an. "Haha, ich stand auf der Bank." Oscar lachte und stieß mich an: "Tja, das bedeutet wohl, dass du jetzt zu uns verrückten gehörst." Alle am Tisch grinsten mich an. "Ja, das stimmt wohl." Wie saßen noch ein wenig da, lachten und redeten.

Heute kamen wir pünktlich zu Mathe und das machte auch Mr. Hemsworth glücklich. Wir waren brav, machten mit und diskutierten nicht allzu viel. Sein Unterricht war etwas langweilig, aber gut. Verhörtechnik war spannender. Oscar und ich arbeiteten wider zusammen. Wir sollten diesmal Identitäten annehmen und uns dann gegenseitig befragen. Es war ganz Lustig, bis Mr. Green reinkam. Er sprach kurz mit seiner Frau und kam dann an unseren Tisch: "Remy, da ist jemand für dich gekommen. Sie wartet auf dem Hof." Ich nickte. Ann war schon da, sie war wohl die Nacht durch gefahren. Ich folgte ihm in den Hof. Da stand Emma, der VW Käfer und davor eine gewisse Ann mit einem aufgeregten Snoopy. Er begrüßte mich in dem er mich ansprang. Ann umarmte mich mit Tränen in den Augen. Sie strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und sagte traurig: "Na mein kleines Mädchen?" "Ann, mir geht's gut. Kannst du mir sagen, warum er sich denen angeschlossen hat?" "Er wollte dich schützen und heile abliefern, den anderen ist das nämlich nicht so wichtig gewesen. So lange du lebst um das Kind zu bekommen ist ihnen alles egal." Ein Kind war also der Grund, jetzt würde ich mich also damit auseinandersetzten müssen. Den dieses Kind war ihnen nicht nur ein wenig wichtig, sie waren bereit mich zu holen wenn ich nicht freiwillig von allein komme. Und dass auch noch im doppeldeutigen Sinn. "Ann, das ist jetzt sehr wichtig, was für ein Kind?", ich fragte eindringlich und sie antwortete: "Sie brauchen einen Nachfolger und tun alles dafür. Sobald du einen Sohn bekommst, brauchen sie dich nicht mehr." "Ich pass auf mich auf, aber du musst dich jetzt um Hayden kümmern und um dich, okay? Ich kann auf mich selber achten, ihr müsst irgendwie daraus kommen aus der Sache. Jameson verzeiht nicht gern und erst recht jetzt nicht in seiner neuen Position als Präsident." "Wir haben schon lange genug gelebt, wir sind darauf vorbereitet." Das war echt nicht gut, sie wollte gar nicht kämpfen. "Ann, wenn ihr kämpfte bleibt eine Chance, sonst besiegelt ihr die Todesspritze. Sag mir bitte, dass du nicht aufgibst", jetzt war ich verzweifelt, sie konnte nicht einfach aufgeben, die Ann von früher hätte das niemals getan. Ein kleines Lächeln, doch ihre Antwort würde mir dadurch nicht besser gefallen: "Wir haben schon lange aufgegeben, du warst nur nicht dabei um es zu sehen. Du solltest uns so nie sehen." "Die Wache bringt dich und Snoopy zu ihm. Ich muss zurück zum Unterricht", meine Enttäuschung konnte ich nicht verbergen. Nicht einmal für mich würde sie um ihr eigenes Leben kämpfen. Sie ist gebrochen worden. Damit muss ich mich abfinden, aber wenn sie nicht für sich selber kämpfen, dann mach ich es eben.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!