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Es war noch halb dunkel als ich aufwachte. Es war echt eng im Bett, immerhin lagen wir hier zu dritt. Ich wurschtelte mich da irgendwie raus ohne die beiden zu wecken. Ein wahres Meisterwerk. Es dauerte nicht lange und die beiden lagen zusammen gekuschelt in meinem Bett. Ich hingegen ging zur Küche. Da ich nichts zum Abendbrot hatte, hatte ich jetzt umso mehr Appetit. Vielleicht würde mich Bird dafür anschreien, aber ich würde mir jetzt etwas zu Essen raus suchen. Statt Gemüse oder irgendwas „Vernünftiges", entschied ich mich für Eis. Walnusseis mit Himbeeren und Honig. Schon auf dem Weg zurück zum Zimmer musste ich feststellen, die absolut richtige Wahl getroffen zu haben. Einen Moment lang dachte ich darüber nach, vielleicht doch woanders hinzugehen, aber sonst starten die noch einen Amber-Alert. Ich setzte mich an den Tisch und arbeitete an meinem Laptop. Zuerst beschäftigte ich mich mit der Momentanen Wirtschaftslage und solchen Sachen. Politikzeugs eben. Irgendwann fiel mir der Siegelring wieder ein und ich kramte ich hervor. Es war ein Cyanstein als Grund eingesetzt in den silbernen Ring und darauf war wieder dieses Zeichen. Ein Fünfeck, daran fünf Dreiecke und darum ein Kreis. Innen drin war ein C für Cyankreis. Es war eine Verbindung in einer Verbindung, nur wusste ich so gut wie nichts über die Verbindung, abgesehen von dem, was Anton mir erzählt hatte. Ich konnte das doch nicht einfach googlen. Das war so gar keine Möglichkeit, aber ich könnte später Volkov und Monroe auspressen, denn ich war die Anführerin. Anführerin einer Verbindung, von der ich nichts wusste. Das muss ich dringend ändern. Aber wie kann ich diejenigen erreichen?

Eine blendende Idee, eine neue App. Ich begann zu programmieren und machte dann weiter, normalerweise dauert die Entwicklung einer App länger, doch wenn ich die nächsten Stunden wirklich konzentriert daran arbeiten würde, dann hätte ich sie zu Dienstag vielleicht schon fertig. Als App-Symbol nahm ich das Zeichen von meinem Ring auf Cyanblauem Grund. Mit den schwersten Sachen war ich schon zwei Stunden später fertig. Mein Eis hatte ich noch nicht ganz geleert, aber ich konnte es jetzt noch viel mehr genießen. Die Sonne war am Aufgehen und jemand klopfte leise an der Tür. Das niemand reinkam machte ich sie auf. Da stand Oscar mit einem ganzen Berg Klamotten auf dem Arm. Er half mir beim Einräumen und fragte dann: "Kommst du klar?" Ich nickte nur. "Dann schätze ich, kommst du heute mit zur Messe?" Na super, das hatte ich total vergessen. "Keine Ahnung, was sollte ich denn dazu anziehen?" Sein Lächeln machte mir Angst. Er kramte in meinem Schrank und zog eine Hose und eine schöne Bluse hervor: "Ich würde das anziehen, darin siehst du echt schön aus." Ich nickte nur. Er stand auf und ging zum Tisch, wo er das Eis sah: "Eis zum Frühstück?" Ich musste lachen, es hatte lange niemand mehr an meiner Essgewohnheit rumgemäkelt. "Ich hatte Lust drauf, außerdem ist es lecker. Walnuss mit Himbeeren und Honig. Leider schon leer, sonst hättet du probieren können", er grinste mich an und klappte meinen Laptop zu. Was auch immer er vorhatte, ich durfte ihm keine Hoffnungen machen, denn ich würde ihm mehr als nur wehtun. Er machte leise Musik an, denn er hatte gesehen, dass seine Eltern noch schliefen. Dann packte er mich und drehte mich. Er wollte echt tanzen? "Ich würde ja draußen tanzen, aber wenn du nicht hier bist wenn meine Eltern aufwachen, dann werden die beiden Irre", flüsterte er und hielt mich fest. Als ich versuchte mich raus zu winden, packte er mich um die Taille. Na super, das hatte schon Susann gemacht. Aber er sagte an meinem Ohr: "Was ist gestern hier passiert?" Ich würde nicht Lügen, aber auch nicht alles erzählen. Wir setzten uns auf das andere Bett und ich begann zu erklären: "Ich wollte einfach nur mal durchschlafen, ich war wirklich fertig und die Schlaftablette hat gewirkt. Die wirken immer etwas sehr heftig, deswegen sind sie aber auch so wirksam bei mir. Ich denke, sie dachte, dass ich versucht hab mich umzubringen oder so, aber ich wollte einfach ohne Kopfschmerzen lange schlafen. Kannst du es verstehen?" Er nickte. Natürlich konnte er es verstehen. Ich erinnerte mich an das was er mir im Verhör erzählt hatte und merkte, dass es ihm wahrscheinlich genauso beschissen geht wie mir selber.

Die Legende der AgentinLies diese Geschichte KOSTENLOS!