Prolog

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Es war ein schreien das mich aus dem Bett holte. Es war dunkel und ganz komisch, aber ich wusste, dass meine Eltern und mein Cousin im Haus waren. Angst ist nur etwas für Dummchen, das sagte mein Vater immer, wenn ich mich fürchtete. Statt noch einmal darüber nach zu denken, schlich ich mich aus meinem Zimmer und noch sehr viel leiser die Treppe hinunter. Niemand hatte mich bemerkt, doch was ich sah beruhigte mich überhaupt nicht. Mein Cousin hielt ein Messer in der Hand. Blutverschmiert wischte er sich übers Gesicht. Ich konnte es nicht erkennen, doch da war noch jemand im Wohnzimmer und dieser Jemand hatte starke Schmerzen. Um etwas mehr sehen zu können, musste ich aus meiner Deckung kommen. Ohne daran was passieren könnten auch nur einen Gedanken zu verschwenden, trat ich hervor.

Der Anblick wie meine Mutter meinen Vater festhielt war grausam. Er hatte Wunden am ganzen Oberkörper, als hätten sie mit einander gekämpft. Miles war hoch konzentriert, als er den nächsten Stich setzte. Ein lauter schrei ertönte. Ich spürte, das ich am ganzen Laib zitterte. Noch nie hatte ich gesehen, wie sich meine Mutter gegen meinen Vater wehrte. "Wie ist das?", fragte sie und Miles lachte: "Er kann nicht antworten, er muss erst seine Wunden lecken!" Er war gehässiger als sonst, als mache es ihm Spaß. Doch meine Mutter, Claire Davidson, versuchte es noch einmal: "Wie fühlt es sich an unterlegen zu sein Brant?!" Seine antwort war ein keuchendes Husten. Er hatte mich erblickt, nicht jedoch meine Mutter. Sie war viel zu konzentriert auf ihre Grausamkeiten. Mir entging das flehende im Blick meines Dads nicht, weswegen ich mich durch die Haustür hinaus schlich und zu den Nachbarn rannte.

Ich drückte ohne Pause auf die Klingel. "Hallo mein Kind, was machst du denn so Spät noch auf der Straße?", fragte die nette Mrs. Daniels und sah mich besorgt an. Sie war eine wundervolle ältere nette Dame. Doch ich hatte in diesem Moment keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, was sie von mir dachte, denn mein Vater würde wahrscheinlich sterben. Niemand verliert so viel Blut und überlebt. Sofort eilte ich an ihr vorbei und schnappte mir ihr Telefon. 112 war schon gewählt und als sich nach etlichen Sekunden jemand meldete machte ich brav meine Angaben und fügte hinzu, das ich ins Haus zurück gehen würde. Der Beamte, der am Telefon war versuchte mich in der Leitung zu behalten, doch das war mir jetzt nicht wichtig. Mrs. Daniels machte sich große Sorgen und begleitet mich zurück nach Hause.

Dad lag jetzt auf dem Boden, in seinem eigenen Blut. Miles und Mom unterhielten sich, als würden sie über ein Kochbuch sprechen. "Mom? Was machst du da?", es war der Schock, der mich dazu verleitet so unüberlegt zu handeln. Doch ihr Gesicht sah aus, als wäre sie zufrieden mit sich selbst: "Liebling, dein Vater und ich hatte ein paar Differenzen, geh zurück in dein Bett." Es schien, als meine sie es wirklich ernst was sie da von sich gab. "Um himmels Willen! Was haben sie nur angerichtet?!", Mrs. Daniels trat in Erscheinung und das machte es nur noch schlimmer. Es ging viel zu schnell, als das ich etwas hätte tun können, aber der Knall hallte in meinen Ohren wieder. Mom hatte geschossen, auf die liebenswürdige Mrs. Daniels! "Remy Liebling, geh hoch auf dein Zimmer und hol dir etwas Warmes zum Anziehen, wir fahren gleich weg", es war, als wolle sie in den Urlaub. Ich tat wie mir geheißen und holte mir etwas von oben, doch es war nichts zum Anziehen. Es war meine Kuscheldecke. Ich wollte meinem Vater helfen und drückte sie auf seine größte Wunde. Miles versuchte mich von ihm wegzuziehen, aber ich krallte mich fest. Auch meine Mom konnte dran nicht viel ändern. Aber statt sofort abzuhauen, versuchte sie mich dazu zubekommen sie zu begleiten.

Die Sirenen ertönten und Mom griff nach dem Messer. Sie zog es hoch und verursachte eine Schnittwunde an meinem Bauch. Sie rannte mit Miles nach draußen. Schüsse waren zu hören und dann kamen Männer und Frauen raingerannt. "Gesichert!", sie schrieen es immer und immer wieder. Auch sie hatten Waffen in der Hand, doch sie ließen sie sinken, als ich sie ansah. Alles ging so schnell. Ich wurde weggezogen und Menschen wuselten um Dad rum. Niemand beachtete mich. Erst als er in einen Krankenwagen gehievt wurde, kam ein Mann mit meiner blauen Decke auf mich zu. Er hatte blonde Haare und lächelte, doch das ließ ihn viel ehr wie einen Psychopathen aussehen. Er kniete sich hin und fragte: "Ist das deine Decke?" Statt einer Antwort, nickte ich und schnappte meine Decke.

Man führte meine Mutter und Miles in Handschellen zu den Krankenwagen. Beide waren unverletzt.

"Möchtest du mitfahren bei deinem Papa?", fragte der Psycho-Polizist. Wieder ein Nicken. Er führte mich zum Auto und setzte mich auf den Beifahrersitz. Dann fuhren wir los. Es war eine berauschende Geschwindigkeit und eine ziemlich harte Bremsung am Krankenhaus. Man holte ihn aus dem Krankenwagen und brachte ihn rein. Wie ein treuer Hund lief ich hinterher. In der Tür des Behandlungsraumes blieb ich stehen. Niemand schenkte mir Beachtung.

Wieder wuselten viele Menschen umher. Ich beobachtete sie alle, was sie machten. Ich hörte was sie sagten, auch wenn ich nicht alles verstand. Bis er weg gebracht wurde, behielt ich sie alle im Auge. Allein bleib ich zurück in dem Raum. Mein Bauch tat weh und ich legte vorsichtig die Decke zur Seite. Der Schnitt war nicht so lang. Von dem silbernen Tablett nahm ich mir Nadel und Fade. Dann setzte ich mich auf einen Stuhl und begann den Schnitt zuzunähen, so wie Papa es mir an meinem Teddy gezeigt hatte. Plötzlich kam jemand herein, er schien etwas zu suchen, doch als er mich bemerkt schlug er Alarm. Mehrere Schwestern und Ärzte kamen angerannt. Alles schienen sie erwartet zu haben, nur keine Fünf jährige, die sich selber zusammen flickt. Ein Arzt entriss mir die Nadel, nahm mich auf den Arm und schleppte mich zu einer Liege. "Dann sehen wir uns das doch mal an", sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. Bewundernd musterte er die Wunde. Ein anderer Arzt kommentierte grinsend: "Sauber." Sein Kollege schickte ihn weg, er solle die Chefs holen. Er fragte plötzlich: "Darf ich weiter machen?" Mit Kopfschütteln machte ich ihm klar, dass ich es allein machen wollte. Er streckte mir die Nadel hin und mit einer schnellen Bewegung schnappte ich sie mir. Als der Faden wieder eingefädelt war, machte ich weiter.

"Wie kommt es das Ihre Patientin sich selber behandelt?!", der Arzt schien belustigt und aufgebracht, doch in erster Linie belustigt. Doch niemand antwortete ihm. Ein Knoten und dann war ich fertig. Nun klatschten einige, doch der Chef vertrieb sie schnell. Wütend wandte er sich an den Arzt der mich auf die Liege gesetzt hatte: "Parello! Erklärung!!" Dr. Parello schien sich plötzlich unsicher, doch es war mir egal. "Wo ist Papa?", ich musste klingen wie ein verängstigtes Kind, doch der ältere Mann kam zu mir und setzte sich auf den Rand der Liege. "Wie heißt du denn?", fragte er behutsam. Ich fragte mich, ob ich ihm den sagen sollte, oder nicht. Doch er war so nett, also antwortete ich ihm: "Remy." "Und weiter?", fragte er sanft. Es war ein Gefühl der Sicherheit weswegen ich weiter sprach: "Davidson." Eine Krankenschwester rief ihm zu: "Davidson ist in OP 4!" „Wird er wieder?", fragte ich gefühllos. Die Menschen um mich herum sahen mich seltsam an, als wäre irgendetwas. „Es sieht ganz gut aus kleine Dame", sagte die Krankenschwester, doch der tadelnde Blick des Chefs verriet mir so viel mehr. „Also haben Sie keine Ahnung", stellte ich fest. Es war doch bescheuert, ich wollte doch eigentlich nur die Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger. E rief plötzlich durch die Notaufnahme: „Der Typ aus der Messerstecherei kommt durch! Seine Alte hat Ihn echt übel zu gerichtet!" Er bekam Blicke, die tödlich waren. „Ich weis", seufzte ich und konnte mir gerade so ein grinsen verkneifen. Dieser verzweifelte Blick von dem Cheftypen war echt super witzig. Doch er blieb ernst: „Ich muss dich jetzt untersuchen. Dazu musst du dein Shirt ausziehen." „Nein", ich gab ihm klar zu verstehen, dass ich es nicht tun würde. Trotzdem zog er mein blutverschmiertes Shirt hoch. Ich schlug um mich, wehrte mich, doch nach einem Pieckser war alles schwarz.

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