8.

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Selena:

Ich weinte, und rannte durch das Schloss. Mir waren alle egal, außer dem einen. Doch er lief mir nicht hinterher, oder doch? Ich hatte keine Ahnung, hörte keine Schritte, und auch keine Rufe.

Im Ballsaal hielt ich mich nicht zurück. Ich rannte durch die Menge und beachtete niemanden. Noch nicht einmal
die, die tuschelten interessierten mich.
Selbst das dumme Königspaar interessierte mich nicht, obwohl dieser Gedanke die Todesstrafe mit sich brachte.
Es war alles einfach nur egal. Ich wollte nur mit Dorian nach Hause. Ich lief aus dem Tor zu den Ställen und schnappte mir des Prinzens Pferd. "Halt! Er wird dich abwerfen." Er war mir also doch gefolgt. Aber erst später. Kurz sah ich zurück, und da lief er. Sein tolles blondes Haar wehte im Wind, seine blauen Augen
strahlten mich an. Er flehte mich mit ihnen an. Ich bin nicht oft geritten, doch nun war es nötig. Ich knirschte mit den Zähnen und ritt davon. Er setzte sich auf ein anderes Pferd, doch dieses war nicht sein Pferd. Also musste es langsamer sein, das Pferd des Prinzen war das zweit schnellste, hinter dem König... er hatte doch nicht... Plötzlich tauchte er neben mir auf und schrie durch den brausenden Wind "Warte gefälligst. Ich will nicht wegen meinen Eltern..." er musste ausweichen. Meine Chance. Schnell hüpfte das Pferd über einen Ast, ich würde mich so etwas sonst nie trauen. Wich drei Bäumen aus und ritt von ihm. Doch die Hufen waren noch zu hören. Ich versuchte es schneller reiten zu lassen. "Bitte." Flüsterte ich. Es reagierte, es wurde schneller. So schnell das meine Haare jede Sekunde hätten herausgerissen werden können, es trieb mir die Tränen in die Augen. Die Hufe des anderen Pferdes klangen weit entfernt.

Vor meinem Haus blieb ich stehen und rutschte von ihm herunter. Dorian legte ich kurz auf die Fensterbank. Meinen Stolz auf mich selbst musste ich erstmal herunter schlucken. Ich bin alleine auf das Pferd gekommen!
"Los, reite zu deinem Herrn." Es lief los und verschwand im Wald.
Schnell schnappte ich mir Dorian und lief in das Haus hinein. Vater saß auf der Holzbank und trank Bier. "Wenn jemand fragt, ich bin nicht da." Sagte ich schnell und wollte gehen als er etwas erwiderte. "Kind, ich lüge für dich nicht, für niemanden." Murmelte er. "Wo sind Großmutter, Mutter und Lilia?" Fragte ich vorsichtig. "Sie sind gegangen, einfach abgehauen, ich könnte Sie zerschmettern. Da gibst du den Frauen Brot und Wasser und sie denken sie könnten mich einfach so links liegen lassen!" Er warf seinen Krug gegen die Wand. "Wo ist Dorian?" Ich hielt ihn ihm hin. "Das ist keine Schande, diese Kind ist etwas besonderes, ebenso wie du, nun seid ihr etwas besonderes, den ihr seid erlöst von einem Monster. Eure Mutter ist nun weg."
Er nickte mir zu, seine Worte war die einzige Zuneigung dir mir je gezeigt hatte, sonst war er wie Mutter. Ich nickte steif zurück und legte Dorian auf ein paar Felle in der Nähe zum Kamin. Er weinte leise, weswegen ich ihm einen Kuss auf die Stirn gab. "Also, wo warst du und was hast du an?" Ich sah auf den Boden und murmelte: "Beim Ball, der Prinz wollte meine Anwesenheit genießen." Meine Wangen wurden heiß. "Ist etwas passiert?" Als ich antworten wollte, klopfte es. Vater lief zur Tür. "Mach sie nicht..." zu spät. Er hatte es getan und wurde stocksteif. "Sie?! Ähm...wollen Sie etwas bestimmtes? Vielleicht etwas Hilfe?" Leander sprach und ich drückte mit eine Hand auf das Herz.
"Ja, ich suche Ihre Tochter, Selena." Vater trat einen Schritt zurück um ihm zu zeigen das er reinkommen dürfe. Mir blieb die Luft weg als er eintrat. Sein Gesicht war zerkratzt und sein Arm blutete. "Was ist bloß passiert?" Er kam auf mich zu und stolperte, sein linker Fuß schien verstaucht. "Das Pferd hat mich abgeworfen." Ich half ihm hoch und brachte ihn in das ehemalige Krankenzimmer. Nun würde es mein Krankenzimmer werden. Ich legte ihn auf eines der Betten und untersuchte seinen Arm. Oberflächlich, nichts schlimmes. Ebenso auch die im Gesicht.
Sein Fuß würde morgen wieder in Ordnung sein. Also alles halb so schlimm. Plötzlich war all die Wut vergessen. "Was machen Sie bloß!?" Ich wickelte Stoff um seine Wunden und fixierte seinen Knöchel. Mit übrigen Kräutern mischte ich Ihm einen Tee und kochte den Tee im Wasser. "Hier, trinken Sie, es hilft und Sie können schlafen." Er musste grinsen. "Aber sie machen dann nichts unanständiges oder?" Er lächelte spöttisch. "Wenn Sie wollen nicht. Bis später." Er trank und sah mich an. "Wenn ich wieder aufwache, möchte ich das wir uns nicht mehr so nennen, sondern das Du vorziehen, wäre das in Ihren Augen okay?" Sofort wollte ich mich an ihm festkrallen und ihn nie wieder loslassen, da fiel mir das von vorhin ein und wie blöd das wäre. "Mal sehen was sich da machen lässt."

Ich zwinkerte, doch er antwortet nicht mehr, er war eingeschlafen.

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