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Selena:

"Kindchen, geh die wichtigen Heilkräuter holen." Meine alte Großmutter kommandierte mich schon immer herum. Doch diese Sache, fand ich am Schlimmsten. Draußen war es kalt und ich musste durch die Wälder laufen und in Flüsse fassen. "Jaha..." rief ich zurück und brachte meinen kleinen Bruder Dorian in eines der Fellbetten. "Schlaf schön." Der kleine nuckelte an seinem Daumen und hatte schon längst die Augen zu. "Na los doch!" Schrie Großmutter aus dem kleinen 'Krankenzimmer'. Mutter war krank und musste von Großmutter geheilt werden.
Schnell holte ich eine Schale und lief hinaus in den Winter.
Immer weiter in dem Wald hinein. Ab und zu sah ich ein nützliches Kraut und rupfte es heraus.
Die kleinen Bäche waren eiskalt. Dort heraus musste ich das beste Heilkraut suchen. "Verdammt ist das kalt." Murmelte ich vor mich hin und griff wieder in das Wasser. Hinter mir ertönte ein leises Lachen. "Wer lacht mich aus?" Ich drehte mich nicht um, für dumme Bauernjungen hatte ich keine Kraft. Schnell fasste ich das Kraut und riss meine gefrorene Hand hoch. "Ha ha!"
Stolz drehte ich mich nun um und blieb stocksteif stehen. Verdammt.
"S-ss...Sie...mme-eiin Herr." Das Kraut fiel mir aus der Hand in den Schnee. "Ja meine Teuerste, ich." Er stieg von seinem Schimmel und grinste mich an. "Kann ich Ihnen behilflich sein?" Vorsichtig machte ich einen tiefen Knicks und lief rot an. Naja dachte ich, doch die wärme schaffte es nicht in mein Gesicht. "Frieren Sie?" Ich wollte nein sagen, doch ein zittern verriet mich. "Hier." Schnell zog er seinen königlichen Mantel aus und hielt ihn mir hin. "Ich... ich kann doch nicht Ihren Mantel anziehen." Bestürzt sah ich auf den Boden. "Das ist aber nicht nett, ich biete Ihnen meinen Mantel an und Sie sagen nein?" Schnell ergriff ich ihn. "Entschuldigen Sie mein Verhalten, bitte."
Mist war das blöd von mir. Der Prinz stand vor mir und ich machte alles falsch. "Na schön, weil Sie es sind." Er lächelte und half mir in den viel zu großen Mantel. Er war schwer, aber warm von ihm, und wie er roch. Mein Bauch spielte verrückt. "Sie müssen mir verprechen, den Mantel wieder anzunehmen." Seine Hand hob mein Kinn, sodass ich nicht mehr auf den Boden sah, sondern in seine Augen. Sie strahlten blau, so blau, dass ich einen Seufzer unterdrücken musste. "Wenn Sie mir sagen wo ich ihn morgen holen soll." Er zwinkerte. "Ich...ich denkee...h-h-ier." Sagte ich vorsichtig und strich über seinen Mantel. "Gut, dann bis morgen zur Mittagszeit. Und ziehen Sie sich wärmer an." Er grinste verschmitzt. "Auf Wiedersehen meine Liebe." Beim davonreiten lachte er leise in sich hinein.
Ganz aus dem Ruder stand ich da. "Oh mein Gott." Flüsterte ich, hob das Kraut und die Schale auf und rannte zurück nach Hause.

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