>Epilog<

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,,Nein Daddy, hör auf!", rief eine piepsige, mädchenhafte Stimme aus dem Wohnzimmer. ,,Daddy... Nein", ich hörte sie lachen, so wie ihren Vater. ,,Aber ich bin doch das Kitzelmonster das Geburtstagskinder kitzelt!", rief er und kitzelte sie erneut.

Voller Freude und Glück betrat ich das Zimmer mit einem Kuchen in der Hand. ,,Happy Birthday!" Ihr Vater ließ von meinem Sonnenschein ab und sie kam auf mich zugelaufen. ,,Nicht so stürmisch sonst hast du keinen Kuchen mehr."

Ich hockte mich vor sie um ihr den Kuchen zu präsentieren. ,,Danke Mami!", rief sie erfreut und küsste mich auf die Wange. ,,Alles Gute mein Schatz." Maddy, unsere Tochter, wurde heute sechs Jahre alt.

Ich hatte ihr einen Schokoladenkuchen mit rosanem Überzug und einer pinken 6 gebacken, weil sie es sich gewünscht hatte. ,,Dann lasst uns schon Mal hinsetzten, deine Oma's kommen gleich und Opa", sagte Casper und zog den Stuhl für Maddy zurück.

Irgendwie erinnerte mich das an den Tag, wo er mir den Heiratsantrag machte. Ach ja, unsere Hochzeit! Sie war wunderschön und fand ein Jahr später im Sommer statt. Ich war dort gerade im dritten Monat mit Maddy schwanger.

Mein Kleid war nicht besonders. Einfach weiß mit etwas Spitze am Arm und der Brust. Um die Taille war eine rote Schleife gewickelt. Meine Haare waren gelockt und Casper trug einen wunderschönen weißen Anzug mit roter Krawatte.

Wir feierten mit unserem Familien und Freundeskreis nach der kirchlichen Hochzeit in einer Festhalle. Das klingt ziemlich groß aber wir waren nur vierzig Personen also relativ klein. Trotzdem war er einer der schönsten Momente meines Lebens.

5 Monate später, drei Wochen zu früh kam unsere Tochter dann zur Welt. Sie hatte nicht geschriehen wie andere Kinder, denn nachdem sie auf meiner Brust lag und vermutlich meinen Herzschlag spürte, wurde sie still und gab nur manchmal ein paar Laute von sich.

Als ich sie so in meinen Armen hielt, Casper ihre Hand hielt, meine Stirn küsste und mir anschließend in die Augen sah, wusste ich das dies hier alles ist, was ich je in meinem Leben wollte.

Ich hatte einen Partner der mich über alles liebte, der sogar mein Mann war. Ein Kind das unsere Liebe nur noch mehr bestätigte, uns Kraft gab und glücklich machte. Eine Wohnung, einen Job und Familie sowie Freunde die immer für uns da waren.

Was wollte man mehr?

Ich war der glücklichste Mensch und bereute es keine Sekunde meinen Weg so gegangen zu sein. Ich frage mich oft was gewesen wäre wenn ich mich irendwann mal anders entschieden hätte. Wäre ich dann auch glücklich gewesen?

Wäre mein Leben dann auch so schön verlaufen oder noch schöner? Aber egal welche Frage ich mir stellte und was auch immer die Antwort gewesen wäre. Ich bin zufrieden wie es ist und möchte nie mehr etwas daran ändern!

,,Schatz? Es hat geklingelt", Casper legte seine Hand auf meinen Rücken und sah mich besorgt an. ,,Oh, das habe ich wohl nicht mitbekommen." ,,Schon gut ich gehe. Alles in Ordnung?", wollte er wissen wärend er zur Tür ging.

Ich folgte ihm und antwortete: ,,Ich habe nur daran gedacht was für eine wundervolle Familie ich habe und wie glücklich ich bin!" Er lächelte und küsste mich. ,,Ich liebe dich", flüsterte ich ihm ins Ohr. ,,Ich liebe dich auch."

Plötzlich huschte eine kleine Gestalt zwischen und durch in den Flur. ,,Oma Bra!", rief sie und sofort hörte ich die erfreute Stimme meiner Mutter. ,,Hallo Liebes, du bist ja groß geworden! Alles Gute zum Geburtstag!"

Sie überreichte ihr ein kleines Päckchen wobei Maddys Augen leuchteten. ,,Danke Oma!", sie nahm das Päckchen und lief ins Wohnzimmer zurück. Wahrscheinlich um es sofort aufzumachen.

,,Hallo ihr Lieben", meine Mutter umarmte erst mich und dann Casper. ,,Wie geht es dir?", sie deutete auf meinen Bauch auf dem ich eine Hand gelegt hatte. ,,Gut danke." Ich war nämlich erneut schwanger doch diesmal sollte es ein Junge werden. In zwei Monaten sollte das Kind kommen.

Sie nahm Casper und ging mit ihm hinein in die Wohnung. ,,Ich werde wohl nicht begrüßt", meinte eine männliche Stimme plötzlich und gleich darauf sah ich meinen Bruder die Treppe hoch kommen. ,,Jay!"

,,Ich umarmte ihn als er oben ankam und erklärte ihm, das ich nicht gewusst habe das er mitkommt. ,,Ich konnte unsere Mutter ja nicht alleine fahren lassen. Immer hin ist es schon sehr weit." Ich nickte und folgte meinem Mann.

Eine halbe Stunde später war auch Casper seine Mutter da und manche unserer und Maddy's Freunde. Wir aßen gerade meinen Kuchen und Muffins die Judith gebacken hatte.

,,Mummy, dürfen wir aufstehen und mit meinen neuen Sachen spielen gehen?", wollte meine kleine Prinzessin wissen und wie so oft erlaubte ich es ihr.

Sie und ihre drei Freundinnen gingen in ihr Zimmer um mit den neuen Puppen zu spielen die sie bekommen hatte.

Da wir auch fertig waren mit dem Essen wollte ich die Teller abräumen doch Casper drückte mich sanft zurück auf den Stuhl. ,,Ich mach das schon." Ich hasste es wenn man mich behaldete wie eine Schwerstbehinderte obwohl ich nur schwanger war. Doch es war süß zu sehen wie er sich um mein Wohlbefinden und das des ungeborenen Kindes sorgte.

In der zwischenzeit unterhielt ich mich mit meiner Schwiegermutter über semtliche Dinge, unteranderem auch früher. Es machte mir so viel Spaß und ich war so glücklich mit alle dem hier.

Wenn mich jemand fragen würde ob ich irgendetwas hätte anders machen wollen, wäre meine Antwort ganz klar Nein. Auch wenn Sachen unüberlegt oder ungeplant passiert sind, es waren Dinge aus denen ich lernen konnte damit solche Fehler nicht noch einmal passieren.

Und vielleicht haben Casper und ich das einfach gebraucht weil wir dann gemerkt haben was wir aneinander hatten und somit nochmal neu starten konnten.

Jedenfalls, egal was noch passieren wird, ob positiv oder negativ, ich stehe zu dem was ich tue und dem, wofür ich mich entscheide. Ich rede mich nicht mehr raus sondern halte mein Wort.

Doch ich hoffe das ich meine kleine Familie niemals mehr hergeben muss, denn sie und alle anderen die ich liebe und die mich lieben, sind alles für mich und ich möchte sie niemals verlieren.

,,Ich liebe dich Casper", flüsterte ich ihm ins Ohr und ein Kribbeln durchzog meinen Bauch. ,,Ich liebe dich auch Teece", glücklich und lächelnd küsste er mich, wobei es sich anfühlte, als wäre es das erste Mal gewesen das wir uns küssten.

Ein Badboy, meine Geschwister und IchLies diese Geschichte KOSTENLOS!