Kapitel 1

6.2K 251 27

Gelangweilt läuft Harry durch die Gänge. Seine eleganten Schritte hallen leicht, dadurch das alles so karg eingerichtet ist. Doch ein Schloss ist ein Schloss, so seine Meinung. Ein König muss sich ja nicht in den Fluren aufhalten. Desshalb fand er es auch verschwenderich die Flure in irgenteiner Weise zu möbelieren oder wohnlicher zu machen. Sie sind zum hindurch gehen da und selbst dann sind sie mehr oder weniger überflüssig. Mit ein wenig anstrengung könnte er sich auch einfach in sein Arbeitszimmer transultieren. Doch heute steht es ihm einfach mal danach den Gang zu laufen. Seit einer Weile schon hatte er keine Zeit mehr aus dem Schloss zu gehen, leider. Früher, ja früher war er gerne an der frischen Luft und lief durch Wälder. Schnell und geschmeidig wie eine Katze und leise wie ein Windhauch. Die Vorstellung gefiehl ihm und auf grund der melankonischen Gedanken entfährt ihm ein leiser seufzer. Sofort straft er seine Schultern und sieht sich um ob es jemand seiner Untertanen gehört hat. Niemals dürfen sie glauben er wäre über die Jahre schwach geworden! Er ist der älteste 'normal' Vampir der noch lebt. Alles was über sein alter geht, sind die drei Urvampire. Diese jedoch, liegen schon seit kurz vor seiner Geburt in einem tiefen schlaf, was nichts schlechtes ist. Nein es ist gut so. Die Urvampire waren grauenhaft und skrupellos. Würden sie erwachen wäre das mit sicherheit das ende der Menschheit und warscheinlich auch das der Wölfe. Obwohl, wie Harry in Gedanken anmerkt, obwohl das nichts schlechtes wäre. Schon lange sind dem König diese Wesen ein Dorn im Auge. Sie unterwerfen sich nicht den Vampiren sondern fordern, lächerlicherweise, genau das gegenteil! Er, der Mächtigste aller Vampire, soll sich ihnen, den Kötern, unterwerfen! Über diesen Brief konnte der Herrscher seit langer Zeit mal wieder herzhaft lachen und kurz hat er überlegt den Wölfen dafür nicht einen dank zurück zu senden. Aber er entschied sich dann doch dafür den Kopf eines Wolfes zurück zu senden zusammen mit einer Kriegserklärung. Doch solange sie einzeln in verschiedenen Rudeln leben und sich untereinander nicht einig sind, stellen sie keine große Gefahr da. Gemessen an allen Wölfen und Vampiren auf dieser Erde, gäbe es von ersteren bestimmt mehr. Jedoch sind sie sich uneinig und das ist eine amüsante angelegenheit für Vampire. Wärend Harry in seinen Gedankengängen vertieft war kam er auch recht bald an seinem Arbeitszimmer an. Schwungvoll stößt der Mann im Aussehen eines anfang Zwanzigers die Tür auf und tritt in das Bücher und Ordner beladene Zimmer ein. Hell wird der Raum mit Sonnenlich durchfluttet und schmunzelnd muss der brünete mit den Locken an die Aberglauben der Menschen denken. Nur kurz nach dem Biss ist man Lichtempfindlich, jedoch verbrennt man auch da nicht. Nach gut einem Jahr als Vampir macht die Sonne einem genau so wenig aus wie einem Menschen. Nur müssen Vampire, ähnlich wie Menschen mit heller Haut, aufpassen das sie nicht zu lange in der Sonne bleiben, da sie schnell einen Sonnenbrand bekommen. In Gedanken versunken sitzt er auf dem Schreibtisch und angelt nach dem Kaffe. Er liebt Kaffe einfach! Genussvoll trinkt er ein paar Schlucke davon. Prickelnd spürt der König wie das Cofein anfängt zu wirken. Das geht bei Vampiren nun mal viel schneller als bei Menschen. Langsam fährt der Herrscher tausender Vampire am Rand der Tasse entlang und sieht dann frustriert zu dem Berg von Aufgaben und Blättern auf seinem Tisch. Wieder bildet sich ein lächeln auf den sinnlichen Lippen und spontan entscheidet er sich heute mal die Arbeit fallen zu lassen und wie in alten Zeiten im Wald spazieren zu gehen. Ohne hast geht Harry aus dem mit rotem Samt Boden bekleideten Arbeitszimmer und läuft Richtung Hof. Dort warten schon aufgeregte Untertanen auf ihn, doch er tut ihre Einwände mit eine wink ab. Auch ein Herrscher brauch mal kurz Zeit für sich alleine und eine erholung, wenn auch nur für wenige Stunden. Von einem Knaben läst er sich seinen Reiseumhang bringen. Nicht das er trotz des Schnees frieren würde, kälte und wärme empfinden Vampire nicht mehr als schmerzhaft oder unangenehm, sondern es ist einfach zu tarnung. Sollte ein Mensch Harry ohne Mantel, im Hemd durch den Wald laufen sehen, würde er sicher einen Krankenwagen oder ähnliches hollen. Ausserdem ermöglicht es der Mantel unerkannt zu bleiben. Er geht bis zu seinen in weichen Leder steckenden Füßen und liegt leicht auf seinem Körper. Der schwarze Stoff schwingt beim gehen und die Kaputze bedeckt die hälfte seines, mackelos scharf geschnittenen Gesichts. So aufgemacht läuft er aus dem Tor seines Schlosses und geht den Weg entlang. Der Kies knirscht unter Harrys Füßen und seine Gedanken schweifen ab. Wird er wohl jemals seine Gefährtin oder seinen Gefährten finden? Langsam verliert der sonst so starke Herscher, den mut bei dieser Sache. Vielleicht ist für ihn ein einsames Leben vorgesehen? Ein Leben ohne eine/n Mate? Dieser Gedanke ist so trüb das Harry ihn schnell wieder aus seinem Kopf verbannt. Es muss einfach jemanden da draußen geben der für ihn bestimmt ist!

Moon and BloodLies diese Geschichte KOSTENLOS!