Prolog

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„Liebst du mich?" raunt eine weiche, verwegene Stimme an seinem Ohr. Sie bekam jedoch nur ein tiefes, kehliges Lachen, das gespenstisch in den Hallen des alten Schlosses wiederhallt, zurück. Langsam verstummt sein Lachen als er sich im Bett auf die andere Seite dreht und in ihr Gesicht schaut. Sanft und so unschuldig wie eh und je lächelt Viktoria ihm zu, als wäre er das schönste was sie auf dieser Welt je gesehen hat. Ihre dunkelroten Haare fallen ihr in sanften locken über die nackte Schulter und die schwarzen Augen blitzen voll kindlicher Angriffslust. Ein Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus, das falscher nicht hätte sein können, doch glaube Viktoria es. Mit jeder Faser ihres Körpers glaubte sie ihm. Obgleich sie die unnatürliche Kälte spürte die von ihrem Geliebten ausging, wiederstrebte es ihr die Gerüchte um ihn zu glauben. Die Gerüchte sein einziger Wunsch sei Unsterblichkeit und dass er bereit wäre dafür alles zu geben. Sie wusste er hatte sich geändert, sie wusste dass er sie liebte. Mit einem verschmitzten Grinsen schlingt er einen Arm um sie und zieht sie enger an sich. „Aber natürlich Viktoria." raunt er ihr ins Ohr und beginnt ihren Hals zu küssen. Kichernd legt sie ihre Stirn an dies seine und schaute in die verwegenen, blauen Augen ihres Geliebten. Mit bebenden Fingern streicht sie ihm eine Strähne des kurzen, schwarzen Haares aus dem Gesicht. „Unsere Tochter wird einmal großes bewirken." Haucht sie und presst ihre Lippen auf seine. „Das wird sie bestimmt." Erwidert er und verstärkt seinen Griff um Viktoria. „Verwandele mich." Flüstert er, nachdem er ihr eine Hand auf den langsam immer sichtbarer werdenden Bauch gelegt hatte. Sie kichert leise, doch spannte sich ihr Körper plötzlich an. „Das ist ein Leben das du nicht willst." Erwidert sie flüsternd und blickt ihm ernst in die Augen. „Ich will bei dir und Annabeth sein. Alles andere ist mir egal." Raunt er und küsst sie erneut. Viktoria entspannt sich und seufzt in den Kuss. „Es sind ewig lange Besprechungen nötig und Vorschriften einzuhalten um einen Zauberer zu verwandeln, ich kann das nicht einfach so machen." Murmelt sie gegen seine Lippen. „Was bringt es einem eine Königin zu sein wenn man doch nur Sklavin der Gesetze ist." Fragt er sie leise, doch das Grinsen auf seinen Lippen ließ Viktoria die Wut in seiner Stimme überhören. „Ich spreche mit dem Rat." Seufzt sie und fährt ihm durch die Haare. „Versprochen Tom." Erwidert sie, drückt ihn rücklings in die Kissen und nimmt sein Gesicht in die Hände. „Doch jetzt gehörst du ganz mir." Flüstert sie und presst ihre Lippen in einem innigen Kuss auf die seinen. Doch der Rat würde Viktorias Bitte ablehnen und es würde einige Jahre dauern doch würde sie letztlich erkennen dass sie getäuscht worden war und ihr Geliebter alles andere war als der für den sie ihn hielt. Jedoch wäre es für sie zu spät und ihr Todesurteil längst gesprochen.

10 Jahre später:

Hasserfüllt und mit Tränenverschleiertem Blick und geballten Fäusten steht die 9 Jährige Annabeth Riddle vor dem unbeweglichem Bild ihrer Mutter. Edel wie eh und je starrt das Gemälde an die gegenüber liegende Wand. Der schwere Goldene Rahmen war besetzt mit Rubinen und Smaragden die verspielt im Sonnenlicht tanzen. Umrahmt wird das Ölgemälde von schweren schwarzen Samtvorhängen. „Wieso? Wieso hast du all das zugelassen." Presst die junge Halbvampirin zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. „Ich hasse dich!" ein erneutet Tränenschwall bricht ihre Stimme und kraftlos sinkt Annabeth auf ihre Knie. „Wie konntest du zulassen dass er mich zu sich holt? Ich bin ich ein Monster." Schluchzend wischt sie sich mit den Ärmel ihres Shirts über die Augen. „Wegen dir!" schreit sie und bricht schließlich vollends zusammen. „Weil du zu schwach warst gegen ihn zu kämpfen. Ich bin ein Monster." Von Schluchzern geschüttelt fährt Annabeth sich durch die Haare und richtet sich wieder auf. Wie um sich zu schützen schlingt sie die Arme um ihren zierlichen Körper. „Bist du stolz auf mich, Mutter?" fragt sie das Gemälde mit einer Stimme die nur so vor Verachtung triefte, mit plötzlich verhärteter Miene. „Erfülle ich dich mit Stolz? Die Tochter der großen Königin, eine Mörderin, ein Monster das zu schwach ist um sich zu wehren? Die sich hat benutzen lassen? Aber es kümmert dich ja nicht mehr, oder? Schließlich bist du tot." Verächtlich schnaubt sie. „Aber ich lebe noch, weiß du? Ich lebe und leide! Denn ich musste realisieren was du und Vater mir angetan haben. Keine von euch hat mich geliebt. Für dich war ich nur ein Thronfolger und für ihn ein Weg zur Unsterblichkeit. Aber ich schwöre dir, ich werde nicht die gleichen Fehler machen wie du! Ich werde niemals blind vor Liebe, ich werde mich niemals wieder von einem Mann verbiegen lassen!"

The Destiny will find you! Rumtreiber FFLies diese Geschichte KOSTENLOS!