Tegan bite

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Tegan

Gereizt sah ich Haven an. Ihre Augen wurden heller, bis sie fast schon weiß wurden. Unser Atem vermischte sich, sodass wir dieselbe Luft atmeten. Herausfordernd sah sie mich an. Und obwohl ich es besser wusste, ließ ich mich darauf ein. Langsam hob ich die Hand. Augenblicklich sah Haven weg. Sie wandte den Kopf von mir ab und blickte zu Boden. Ein unerwarteter Stich fuhr durch mein Herz. Sie dachte, dass ich sie wieder schlagen würde. Ihre geplatzte Lippe vom letzten Mal war längst verheilt, trotzdem sah ich Havens Gesicht vor mir wie es ausgesehen hatte, als ich fest zu geschlagen und ich sie verletzt hatte. Es war nicht wirklich meine Absicht gewesen, doch offenbar hatte es seine Wirkung nicht verfehlt. Eine Tatsache, die mir jetzt Leid tat.

Sanft umfasste ich ihr Kinn und drehte ihr makelloses Gesicht wieder zu mir. Es dauerte eine Sekunde, dann sah sie mir erneut fest in die Augen. Die stille Aufforderung in ihrem Blick konnte man unmöglich ignorieren, trotzdem war ich vorsichtig. Ich hatte sie gekidnappt und sie hatte unmissverständlich klar gemacht, dass sie mich töten würde wenn ich ihr im Weg stand. Dennoch … schon als sie mir gerade an der Rezeption die Hand auf den Arm gelegt hatte, hatte mein Körper sofort darauf reagiert. Es hatte sich angefühlt als ob tausende kleine Stromstöße durch meinen Körper jagten. Auf meiner Haut hatte sich ein Prickeln ausgebreitet, ausgehend von der Stelle an der sie mich berührte. Und die Art und Weise wie sie mich jetzt ansah, förderte nicht gerade meine Selbstbeherrschung. Geschweige denn mein Denkvermögen.

Haven

Tegans Augen glühten und seine Fänge füllten seinen Mund. Genau wie bei mir. Dennoch hielt er seine Lippen fest auf einander gepresst. Seine Hand umfasste noch immer mein Kinn. Es war eine äußerst sanfte Berührung und ich fragte mich, ob er je zu vor eine Frau so angefasst hatte. Sein Charakter sprach eher dagegen.

Da er keinerlei Anstalten machte etwas zu versuchen, nahm ich das selbst in die Hand. Ich hob beide Hände und legte sie auf seine Brust. Tegan reagierte sofort darauf. Ein Schauer durchfuhr ihn und sein Blick wurde noch intensiver. Außerdem konnte ich seinen Kiefer knirschen hören. Anscheinend kostete ihn das hier einige Anstrengung.

Ich hatte keine Ahnung was ich überhaupt an ihm fand. Ich hasste diesen Mann, nun ja Vampir, aus tiefstem Herzen, dennoch konnte ich eine gewisse sexuelle Spannung nicht leugnen. Vermutlich weil er so gut aussah. An seinem Charme lag es definitiv nicht. Schließlich war der kaum vorhanden.

Als ich mit meinen Händen langsam Richtung Hals rauf fuhr, zog Tegan mich plötzlich an sich. Unwirsch begann er mich zuküssen. Seine Hände gruben sich in meine langen Haare, während meine sich, durch sein T-Shirt hindurch, in seine Schultern krallten. Wir trugen einen stillen Kampf um die Oberhand aus. Ich biss ihm leicht in die Unterlippe. Ein kehliges Geräusch erklang aus seinem Hals. Lächelnd küsste ich ihn heftig weiter. Meine Hände glitten an ihm herunter. Gierig zog ich an seinem Shirt. Er hob die Arme und ich zog es ihm aus. Ich genoss einen Moment lang den freien Blick auf seinen muskulösen Oberkörper, während Tegan mein provisorisch repariertes Top am Nacken öffnete. Er griff es am Saum und zog es mir über den Kopf.

Tegan

Havens Haare fielen auf ihren nackten Rücken. Obenrum nur noch im BH bekleidet wandte sie sich von mir ab. Frustration keimte in mir auf, als ich zusah wie sie zur Tür ging. Doch anstatt irgendwelche Dummheiten zu machen, schloss sie die Tür ab. Als sie sich kurz bückte um ihre Schuhe auf zu schnüren fielen ihre Haare nach vorne und gaben den Blick auf ihren tattoowierten Rücken frei. Obwohl ich ihr Tattoo bereits in jeder Einzelheit kannte, verlor ich mich erneut in den unzähligen Schnörkeln und Ästen. Auf einmal bemerkte ich etwas Eigenartiges. Langsam ging ich näher ran um festzustellen ob ich halluzinierte oder ob das was ich sah Wirklichkeit war: Auf Havens Schulterblättern begannen sich die Muster zu verändern. Die tiefroten Linien leuchteten gedämpft auf und bahnten sich neue Wege. Fasziniert streckte ich die Finger aus um ihre Haut zu berühren. Ich wusste, dass die Tattoos sich immer wieder veränderten, aber gesehen hatte ich es noch nie. Kaum das ich Havens erhitzte Haut berührte kam sie wieder hoch, drehte sich aber nicht um. Sie drehte den Kopf nach links um zu sehen was ich tat. Offenbar hatte sie nicht gespürt was mit ihr geschah, dann als sie realisierte warum ich über ihren Rücken fuhr, drehte sie sich abrupt um. Verunsichert presste sie sich gegen die Tür. Mich schreckte das nicht ab. Ich konnte später immer noch feststellen was da gerade passierte. Ich griff erneut nach Havens Gesicht um sie zu küssen. Sie ließ es geschehen. Ihre langen Finger strichen über meinen Bauch. Angespannt fühlte ich ihre Hände zu meinen Schultern wandern. Vollkommen unvermittelt krallte sie sich in meine Haut und zog mit ihren Fingernägeln blutige Spuren. Gott. Sie würde mir noch den letzten Nerv rauben.

I want your deathWo Geschichten leben. Entdecke jetzt