Kapitel 1

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 Mit einem Ruck ziehe ich das Schwertaus der Brust des Guhls, wobei mir sein schwarzes, furchtbarriechendes Blut auf mein Shirt spritzt. "Nein, nein, nein, nein.Nicht schon wieder." Hastig reibe ich mit meinem Ärmel an denFlecken, die dadurch nur noch mehr verwischt werden. Mittlerweile binich den Geruch schon gewöhnt, wenn das überhaupt möglich ist,zumindest meldet sich mein Würgereiz nicht mehr. Normalerweise sindPfeil und bogen meine bvorzugte Waffe, nicht nur weil es so einMissgeschick vermeidet, sondern ganz einfach weil ich besser damitumgehen kann. Das vibrieren meines Handys in der Tasche, lässt michfast in die Luft springen und unterbricht meine Schimpftirade. Mitden Fingerspitzen ziehe ich es aus meiner Jackentasche. Der Displayzeigt das Bild von Seth, meinem besten Freund und nebenbei ein Engel."Ja!?" Meine Stimme klingt gereizter, als ich esbeabsichtig hatte, ich räuspere mich. "Tut mir Leid, wasgibts?"

"Du solltest nach Hause fahren,jetzt!" Die dringlichkeit in seiner Stimme ist nicht zuüberhören, nachdem ich vor einem Jahr ins Schloss gezogen bin, habeich meine Eltern nur zwei mal gesehen, unser Verhältnis war nie gut,dennoch habe ich Seth gebeten hin und wieder vorbei zu fahren um zusehen ob alles in Ordnung ist. "Hier sind überall Dämonen.",fügt er flüsternd hinzu. "Was?!", meine Stimmeüberschlägt sich. "Die Ars Vivendi wird angegriffen?" Mitzitternden Händen setze ich den Ghul in Flammen und laufe zu meinemMotorrad, das ich am Ende der Straße abgestellt habe. "Nein,deine Eltern. Ich bin am Geheimeingang. Beeil dich." Bei diesenWorten schnürt sich meine Brust zusammen, sodass ich kaum noch atmenkann. Was machen Dämonen bei meinen Eltern? "Bin gleich da."Ist das einzige was ich herausbringe. Als ich alsWächterin erwachtbin, war es eine Erleichterung, es war mein Befreiungsschlag. Trotzallem was zwischen uns vorgefallen war, liebe ich sie und ich werdenicht zulassen das ihnen etwas zustößt.

Auf dem Weg zu ihnen breche ich soziemlich alle Verkehrsregeln die es gibt, wobei es beinahe an einWunder grenzt, dass ich nicht aufgehalten wurde. Ich biege in diesteinige Straße, die in den Wald führt der sich hinter dem altenHerrenhaus befindet in dem ich aufgewachsen bin. Ich lasse mich dieletzten Meter rollen und bleibe stehen. Ich versuche die Auren derDämonen zu spüren, die sich hier aufhalten sollen. Vage nehme ichsie wahr, sowie die Aura eines Engels. Ich nehme meinen Bogen und denKöcher aus ihren Halterungen und laufe in Richtung Haus. Es gibt vondieser Straße keinen Weg zu unserem Haus, auch keinen Trampelpfad,sodass ich mir einen Weg durch das Gestrüpp bahnen muss. Mein Atemgeht flach und mein Herz schlägt mir bis zum Hals.

Meine Sinne sind durch das Adrenalindas durch meinen Körper strömt, geschärft. Ich nehme alles vielintensiever wahr, die Farben der Blätter, der leichte Wind der übermeine Haut streicht und den Geruch. Je näher ich dem Haus komme,umso leiser versuche ich mich zu bewegen.

Das Haus ist schon zu erkennen und dasehe ich auch schon Seths hellblonden Shopf, er sitzt mit dem Rückenzu mir, dennoch weiß ich, das er mich längst bemerkt hat. Ich hockemich neben ihn und spähe in Richtung des Hauses. "Es sindsieben. Drei von ihnen sind gerade ins Haus gegangen, zwei sitzen imAuto." Er deutet mit dem Zeigefinger auf ein Auto, das man vonhier aus durch die Hecke die das Grundstück umgibt, kaum erkennenkann. "Und die anderen zwei?"

"Sie stehen vor dem Tor." Ichrunzle die Stirn. "Was wollen sie denn hier?"

Seth sieht mich mit seinen hellgrünenAugen verwundert an. "Spürst du das etwa nicht? Von eurem Hausgeht eine unglaublich starke Energie aus." Die ich nicht spüre,ich atme tief durch um mich zu beruhigen, doch das einzige was ichfühle ist Nervösität, Angst und den Drang endlich etwas zu machen.Ich tippe eine kurze SMS an Noah, meinem Mentor und bitte ihn mitanderen Wächtern zu kommen, dann schalte ich es aus. Gegen dreiDämonen könnten wir es mit etwas Glück aufnehmen, aber sollten dieanderen dazu kommen, hätten wir kaum eine Chance aus dieser Sacheheil herauszukommen. Am Waldboden suche ich nach dem hölzernenEingang, der durch die Blätter gut versteckt ist.

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