~ Police ~

Maddies POV

Meinen Kopf gegen die kalte Wand an der Polizeistation gelehnt, saß ich auf einem alten, gebrechlichen Klappstuhl und wartete darauf, dass sich irgendetwas in Bewegung setzte. Keiner durfte mir Auskunft über Reece geben. Das einzige, was ich immer wieder zu hören bekam, war: „Wir müssen auf seinen Vater warten."

Mr. Winchester war am Samstag nach New York geflogen und musste nun erst einmal einen Rückflug buchen. Keine Ahnung, wann er endlich ankommen würde. Ich selbst durfte vor ein paar Minuten eine Aussage machen. Ich beantwortete die Fragen ehrlich, aber gleichzeitig betonte ich jedes Mal, dass Reece nur aus dem Affekt gehandelt hatte. Dass er eigentlich nicht so war.

Ich hoffte, sie glaubten mir.

„Maddie!", rief meine Mutter, als sie auf die Wache gestürmt kam. Sofort zog sie mich in eine Umarmung, die ich dankbar erwiderte. Die letzten paar Stunden waren einfach nur der reinste Horror gewesen. Zuerst wollte mich der Direktor nicht gehen lassen und dann hatte mich die Polizei doch aufgefordert mit zur Wache zu fahren. Seitdem Reece verhaftet wurde, hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Das einzige, was ich wusste, war, dass er gerade in Verhörraum eins saß. Der Raum direkt gegenüber von meinem Sitzplatz. Er trieb die Beamten wohl ziemlich zur Weißglut, weil er nichts sagte und einfach nur dasaß. Jedenfalls hatte ich das aufgeschnappt als sich zwei Auszubildende am Kaffeeautomaten darüber unterhalten hatten. Sein Vater hatte ihm außerdem seinen besten Anwalt geschickt, aber auch den ließ Reece ganz kalt. Ich hoffte, dass er bald irgendwas zu seiner Verteidigung sagte.

„Komm, wir gehen!", forderte mich meine Mom auf und wollte mich hochziehen, aber ich blieb einfach sitzen.

„Ich muss hierbleiben! Ich kann jetzt nicht gehen, Mom!", erklärte ich ihr, woraufhin sie seufzte und sich einmal durch die Haare fuhr.

„Na, schön. Dann geh ich auch nicht." Ohne zu protestieren ließ sie sich neben mir auf einen Stuhl nieder und starrte mit mir auf die Türe von dem Verhörraum. Trotz der ernsten Situation musste ich lächeln. Ich griff nach der Hand meiner Mutter und drückte sie leicht. Vielleicht verstand sie ja dadurch, dass ich sehr dankbar war, dass sie für mich da war.

Es verstrichen eine halbe Stunde und dann eine ganze. Erst gegen zwei Uhr nachmittags öffnete sich die massive Tür der Wache und Mr. Winchester stürmte in Anzug und Krawatte hinein. Seine Kleidung stand im Gegensatz zu seinem restlichen Aussehen. Er wirkte nervös, angespannt und unkontrolliert, als er auf die junge Polizistin zuging und sie etwas fragte.

Sobald er herein gestürmt kam, richtete ich mich abrupt auf, da das heißen konnte, dass Reece nun endlich hier herauskam. Jedenfalls hoffte ich das sehr. Ich hielt den Atem an, als Mr. Winchesters Blick auf mich viel. Zuerst schien er ziemlich verwirrt zu sein mich hier anzutreffen, aber dann wirkte er aus irgendeinem Grund ziemlich erleichtert. Ich wurde nervös, wenn ich daran dachte, dass Reece Vater offenbar noch keine Ahnung hatte, warum sich sein Sohn geprügelt hatte. Hoffentlich fragte er mich nicht danach. Ich könnte ihm einfach nicht die grausame Wahrheit sagen.

„Madison.", rief Mr. Winchester meinen Namen, ehe er bei mir angelangt war und ich erhob mich sofort, um ihm gegenüber zutreten. Auch meine Mutter stand auf.

„Ich möchte mich eigentlich nur aufrichtig bei dir bedanken.", fuhr Mr. Winchester fort, nachdem er sich verlegen geräuspert hatte.

Ich runzelte verwirrt die Stirn, ehe ich fragte: „Wofür denn?"

„Dafür, dass du für Reece da warst, als ich in einem anderen Bundesstaat war. Wirklich, das schätze ich sehr." Er holte tief Luft und lächelte mich schwach an.
„Die Polizisten sagten mir, es hätte etwas mit Gabriel zu tun?"

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