~ His last secret ~

Zu Hause angekommen ließ ich mir erst einmal ein Bad ein. Ich brauchte es einfach zur Entspannung. Alles war so schrecklich kompliziert. Ich wollte Reece die ganze Zeit über einfach nur umarmen, aber wir waren kein Paar mehr. Außerdem war ich mir nicht einmal sicher, ob er beabsichtigt hatte mir irgendwann von seiner Mutter zu erzählen. Ich hatte es nur durch Zufall erfahren. Grübelnd hörte ich ein bisschen Musik und versuchte etwas zu entspannen.

Nachdem ich aus der Wanne gestiegen war, versuchte ich mich mit allen möglichen Sachen abzulenken. Lesen, Fernsehen, Essen, sogar Hausaufgaben zog ich in Betracht, aber nichts half gegen meine Gedanken. Wie ging es Reece? Was war mit Theresa? Hätte ich dableiben sollen?

Als es gegen sieben Uhr an der Tür klingelte, schaltete ich den Fernseher aus. Ich war die Einzige, die zu Hause war. Meine Mutter war auf einem Date mit ihrem geheimnisvollen Fremden und meine Schwester traf sich mit ihrer Freundin irgendwo. Kurz sah ich an mir herab. Ich trug ein Schlabbershirt und eine Jogginghose. So konnte ich gerade noch vor die Tür gehen.

Als ich sie öffnete, dachte ich aber sofort, dass ich mir doch besser etwas Schöneres hätte anziehen sollen.

Völlig perplex starrte ich Reece an, welcher wirklich direkt vor meiner Nase stand und mich mit einer unergründlichen Miene ebenfalls ansah. Mein Herz klopfte wie aufs Stichwort wie verrückt in meiner Brust und ich verfluchte ihn dafür, dass er so einen Einfluss auf mich hatte. Aber, was wollte er hier? Was war mit seiner Mutter?

„Was gibt's?", stammelte ich schließlich und sah ihn abwartend an, ehe ich die Tür weiter öffnete und ihn in die Wohnung bat.

Reece trat etwas zögerlich ein und drehte sich schließlich wieder zu mir. Ich stand ein paar Meter von ihm entfernt und spielte nervös mit meinen Fingern. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was er von mir wollen könnte. Jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt.

„Ich habe deinen Blick heute gesehen.", fing er an zu reden und ich sah ihn fragend an.

„Als meine Mutter ausgetickt ist. Genau diese Reaktion wollte ich vermeiden, aber das ist mir wahrscheinlich nicht sehr gut gelungen."

Schnell trat ich näher an ihn heran und wollte zu einem Widerspruch ansetzten, aber Reece unterbrach mich.

„Du sagtest, dass du mir immer noch vertraust, obwohl ich dir die Sache mit Ronnie verschwiegen habe, richtig?" Ich nickte zustimmend. Es war richtig. Ich konnte nichts dagegen tun. Ich vertraute ihm immer noch. Ich wusste nicht, ob das schlau war. Vermutlich nicht.

„Dann will ich dir auch mein letztes Geheimnis anvertrauen.", sagte er mit einer Eindringlichkeit, die meinen Atem stocken ließ. Reece ließ sich auf die Couch sinken und ich tat es ihm gleich.

„Eigentlich wollte ich es dir anders sagen, aber du hast bereits gemerkt, dass mit meiner Mutter etwas nicht stimmt." Reece holte tief Luft und starrte kurz an die Wand, ehe er anfing zu erzählen:

„Als meine Mutter meinen Bruder gefunden hat, war sie einfach nur fertig mit der Welt. Wir waren alle fertig. Ich bekam nicht viel von den Zusammenbrüchen meiner Mutter mit, da ich noch sehr klein war und meine Eltern es immer vor mir verbargen. Ich sah sie öfters weinen, aber nie hatte ich einen wirklichen Zusammenbruch miterlebt."

Ohne zu zögern griff ich nach seiner Hand und verschränkte sie mit meiner. Ich hoffte, dass es ihm irgendwie Trost spendete. Es ihm irgendwie zeigte, dass ich da war.

„Sie hatte immer versucht ihre Gefühle zu verbergen, aber sie vergaß dabei, dass Augen viel mehr aussagen können als Worte. Je älter ich wurde, desto mehr bemerkte ich, wie sie sich veränderte. Sie vergaß die einfachsten Sachen, wurde immer antriebsloser und konnte sich nicht mehr konzentrieren. Ich sprach meinen Vater als ich gerade acht wurde darauf an, aber er blockte nur ab und meinte, dass nichts wäre. Jedoch wusste er, dass ich Recht hatte."

Those who leftLies diese Geschichte KOSTENLOS!