~ I won't give up on us ~ (Bild: Reece)

Maddies POV

„Nein, ich möchte nicht darüber reden.", schärfte ich Ali ein letztes Mal ein. Sie stand mit mitfühlender Miene vor mir und betrachtete mich eingehend dabei wie ich am ersten Schultag nach den Ferien meine Bücher in den Spind räumte.

Weihnachten verbrachte ich zusammen mit meiner Familie. Oder das, was davon übrig geblieben war. Meine Großeltern kochten und wir verbrachten Heilig Abend bei ihnen zusammen im Wohnzimmer. Es tat gut einfach einmal abschalten zu können, aber jedes Mal, wenn ich nachts wach lag, dachte ich über meine Freundschaft mit Ronnie und über meine Beziehung zu Reece nach. Ich fragte mich, was die beiden gerade taten, ob sie mit ihren Eltern redeten oder es einfach dabei belassen würden.

Meine Verwandtschaft aus England ließ nicht von sich hören. Es wunderte mich nicht, dass Mum ihnen unsere Adresse nicht gegeben hatte. Sie wollte um jeden Preis verhindern, dass mein Vater herausfand, wo wir waren.

Ich hatte keinerlei Kontakt mehr zu meinen Freunden oder meiner Familie in Großbritannien. Manchmal wünschte ich mir einfach nur noch einmal Emma zu sehen. Ein letztes Mal. Ich wusste nicht, wie es ihr ergangen war. Ich wusste gar nichts mehr von denen, die ich zurück gelassen hatte.

Aus Silvester konnte ich mich herausreden, indem ich einfach behauptete, dass wir Besuch aus England bekommen hätten. Ich wollte nicht zusammen mit meinen Freunden feiern, da ich dann sowohl Reece, als auch Ronnie begegnen müsste und, da ich Abstand brauchte, verbrachte ich Silvester wie in alten Zeiten mit meiner Mutter.

Aber, nun, zurück in der Schule, konnte ich ihnen nicht länger aus dem Weg gehen. Ronnie stand zusammen mit Nate vor einem Klassenzimmer und schielte immer wieder vorsichtig zu mir herüber, was ich aber einfach ignorierte. Ali, die mich dazu überreden wollte mit ihr über Ronnie und Reece zusprechen, runzelte die Stirn und seufzte frustriert.

„Es ist einfach das hinterletzte, dass sie dir nichts erzählt haben, aber an ihnen ist es nicht spurlos vorbeigegangen.", flüsterte Ali leise, sodass nur ich sie verstehen konnte. Ich zuckte nur mit den Schultern, da ich keine Lust hatte mich über die beiden zu unterhalten. Ich bekam schon allein Bauchkrämpfe, wenn ich daran dachte, dass ich heute neben Reece im Unterricht sitzen musste. Fast hätte ich auf krank gemacht, aber meine Mutter zwang mich dazu in die Schule zu gehen. Ich wollte auch nicht als totaler Waschlappen dastehen.

„Nur wegen einem gebrochenem Herzen, setzt man noch lange nicht seine Bildung aufs Spiel, Schätzchen.", hatte sie gemeint und ich hatte nur die Nase gerümpft.

„Ich möchte nicht mehr über die beiden nachdenken. Lass uns zu Mathe gehen!", wandte ich ein und zog Ali am Arm einfach mit. Zwar wollte ich um keinen Preis in dieses Klassenzimmer, aber ich hatte leider keine andere Wahl.

Als ich das Zimmer betrat, saßen ein paar Schüler schon auf ihren Plätzen und hatten den Kopf auf den Tisch gelegt, um so etwas Schlaf nachzuholen, den sie offenbar nicht gehabt hatten. Unbeirrt ließ ich mich selbst auf meinen Platz sinken und zog mit einem mulmigen Gefühl in meiner Bauchgegend meine Unterlagen aus meiner Tasche. Unruhig wippte ich mit meinem Fuß, während ich immer wieder zur Tür sah. Nur, um jedes Mal festzustellen, dass er noch nicht da war. Keine Ahnung, ob ich mich damit immer selbst beruhigen wollte. Der Klassenraum füllte sich immer mehr mit Leuten, die aufgeregt von ihren Partynächten erzählten und ausgelassen darüber lachten.

Ali hatte es aufgegeben mit mir zu reden, da ich auf jede ihrer Fragen mit 'Mhm' antwortete. Ich war einfach zu nervös, um irgendein anderes Wort heraus zu bringen. Mr. Court, der den Raum betrat, zog verärgert über die Lautstärke, die herrschte, die Stirn kraus und machte sich dann daran seine Materialien auf den Tisch zu legen. Vergeblich versuchte ich mich auf seine merkwürdigen Klamotten zu konzentrieren, aber immer wieder wanderte mein Blick zur Uhr, die 7:57 anzeigte. Kam er gar nicht?

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