~ The four elements ~

6 Stunden zuvor

„Hast du meine schwarze Tasche gesehen?", fragte ich meine Mutter hektisch, die schon die ganze Zeit am Foto schießen war. Ich trug mein Ballkleid, welches tiefblau und einen gewagten Rückenausschnitt hatte schon. Dazu hatte ich mich durchringen können ein paar schwarze schlichte High-Heels zu tragen, die man nicht sah, da das Kleid zu lang war. Meine Haare hatte meine Schwester schon gelockt, die darin begabter war als ich. Mein Make-up war schon aufgetragen. Ich hatte mich für ein schwarz-blaues dramatisches Augen-Make-up entschieden, welches prima unter der Maske zur Geltung kam. Nur meine verdammte Tasche fehlte.

„Hier ist sie!" Jo hielt mir die Clutch hin und ich wäre ihr fast um den Hals gefallen. Schnell pfefferte ich die nötigsten Sachen in die Tasche hinein und schloss sie dann wieder. Keine Sekunde später sah ich auch schon, wie Ronnies Auto unten hielt. Ja, ich hatte mich auch dazu durchringen können mit ihr zu fahren. Es war nur ein kurzer Weg und, wenn ich es schaffte bei Reece mitzufahren, würde ich das auch bei Ronnie irgendwie schaffen. Meine Mutter grinste über das ganze Gesicht und wollte mich gar nicht mehr loslassen, als ich mich verabschiedete.

„Viel Spaß, Schätzchen!", rief ich noch, ehe ich aus der Haustüre raus war und den Weg nach unten antrat. Dieser dauerte mit meinen hohen Schuhen länger als sonst. Ein Wunder, dass ich mich nicht total hingelegt hatte. Draußen auf dem verschneiten Weg war es noch schwieriger und als ich schließlich mit klopfendem Herzen endlich bei Ronnie angelangt war, war ich mit den Nerven völlig am Ende.

„Heey!", begrüßte sie mich überschwänglich. Eigentlich wäre ich mit Reece gefahren, aber Ronnie meinte, dass er mich nicht vor dem Ball sehen sollte. Also hatte ich keine Ahnung, was er anhatte, genauso wenig wie er es von mir wusste. Ich war mir aber sich ihn erkennen zu können, wenn er vor mir stand. Schließlich trugen wir ja keine Masken, die unser gesamtes Gesicht verhüllten.

Ronnie sah einfach bezaubernd in ihrem weißen Abendkleid aus. Sie hatte ihre blonden Haare zu einer Hochsteckfrisur gestylt und ihre Maske lang hinten auf dem Sitz.

Als wir schließlich die High-School erreichten, parkte sie und griff sogleich nach ihrer Maske, die sie sich mit einem breiten Grinsen aufsetzte. Ich setzte mir meine auch etwas umständlich auf und überprüfte mein Aussehen zum letzten Mal im Spiegel.

„Wir sehen einfach rattenscharf aus!", kommentierte Ronnie selbstbewusst unser Aussehen, ehe sie einen Hollywood reifen Auftritt hinlegte, in dem sie dramatisch die Autotür aufstieß und galant ausstieg. Ich schüttelte nur amüsiert den Kopf und schaffte es mit Müh und Not auch auf dem verschneiten Parkplatz zu stehen. Da ich solche Angst hatte mit den hohen Schuhe auszurutschen, musste es ziemlich komisch aussehen, wie ich zu meiner Freundin stöckelte. Denn diese zog schon eine Augenbraue hoch und hielt mir dann ihren Arm hin, den ich geschafft umklammerte.

„Bitte sag nicht, dass du den ganzen Abend so gehen wirst. Das ist ja peinlich!" Ich warf ihr einen verärgerten Blick zu, den sie auch mit Maske gut erkennen konnte.

„Ich habe nur Angst auf dem Eis auszurutschen!", verteidigte ich meine merkwürdige Gangart.

„Na, dann! Komm! Ich friere mir hier draußen den Arsch ab!" Entschlossen zog Ronnie mich in Richtung Eingang. Als wir endlich auf dem Boden der Sporthalle standen, konnte ich wieder aufatmen und Ronnies Arm loslassen, den sie mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte.

Im Inneren sah einfach alles atemberaubend aus. Die Farben der verschiedenen Elemente erleuchteten den Raum, der schon gar nicht mehr wie eine Sporthalle aussah. Überall schwirrten Leute in den verschiedensten Kostümen herum. Die Turnhalle wurde in vier Teile geteilt. Jeder Teil verkörperte ein anderes Element mit anderer Deko. Es war einfach unglaublich, was Ronnie und das Ballkomitee für Arbeit geleistet hatten.

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