Leseprobe: Dana und das Geheimnis des magischen Kristalls

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Die Höhle lag im Halbdunkel und viele Magier hatten sich zu einer Zeremonie eingefunden. Sie bildeten einen großen Kreis um ein Pentagramm, das in ihrer Mitte auf dem Boden eingemeißelt war. Auf jeder Spitze dieser Abbildung erhob sich ein übermannshoher pechschwarzer Monolith, hinter dem sich jeweils ein weiterer Magier aufgestellt hatte. Sie alle zelebrierten ein mächtiges Ritual, das aus dem Ruder zu laufen begann.

Schließlich, mit einer gewaltigen geräuschlosen Explosion, wurde die Höhle in gleißendes Licht getaucht. Als das grelle Licht erlosch, stand ein Magier, einsam und verlassen in der Mitte des Pentagramms und sah sich verstört um.

»Hallo? Ist hier jemand?«


Kapitel 1

Das Findelkind

Es war ein schöner, lauer Abend. Olo, ein Zwerg in den allerbesten Jahren, und vor kurzem 648 Jahre alt geworden, befand sich mit seinem besten Freund und Arbeitskollegen Toben, der gerade mal zweiundvierzig Jahre jünger war als er, auf dem Weg nach Hause. Sie kamen aus der Altstadt, genauer gesagt aus ihrer Stammgaststätte »Zum goldenen Amboss«. Dort hatten sie, wie jeden Abend, ihr Feierabendbier genossen und schlenderten nun gut gelaunt, den Abend genießend, nebeneinander her. Die Beiden waren schon ewig gute Freunde und Kollegen. In der Behörde für Wissenschaft und Forschung arbeiteten sie, in der Abteilung für Metalle, Schmiedekunst und Erfindungen, eng zusammen. Hier wurden sie bei ihren Arbeitskollegen als hervorragende Mitarbeiter und Tüftler geschätzt.

Jetzt in der Abenddämmerung hatte die Verwaltungsbehörde, zuständig für Wetter, Licht und Umweltkontrolle und von den Zwergen auch kurz WeLiUm genannt, die Laternen eingeschaltet. Sie erhellten mittlerweile die ganze Gegend und tauchten die Umgebung in ein angenehm warmes Licht. In eine anregende Unterhaltung vertieft, überquerten die beiden den großen Versammlungsplatz, der sich vor der Regierungspyramide erstreckte. Auf der einen Seite lag, jetzt im Dunkeln, ihr Arbeitsplatz und natürlich noch die WeLiUm. Auf der anderen Seite, wo sie soeben herkamen, erstreckte sich, um diese Zeit hell erleuchtet, das Gewerbegebiet mit seinen kleinen Läden, Gaststätten und Pensionen.

Sie unterhielten sich über einige Veränderungen in ihrer Zwergenkolonie, die ein bescheidener Teil eines ausgedehnteren Höhlensystems war.

»Fantastisch, einfach fantastisch.«

Toben war stehengeblieben und betrachtete die Decke über seinem Kopf. Olo hatte nicht mitbekommen, dass Toben ihm nicht gefolgt war und, brummte nur ein Müdes: »Was?«

»Was die WeLiUm alles schafft. Schau dir die Höhlendecke an, Tausende von Sternen. Ist das nicht immer wieder ein erhebender Anblick? Und erst das Flackern dieser kleinen Dinger! Wie am richtigen Nachthimmel. «

Olo sah genervt nach oben. Er war erschöpft und wollte nur schnell nach Hause. Allerdings musste er Toben Recht geben. Es war schon ein herrlicher Anblick. Neben den nun abgeschalteten großen Tageslichtkristallen gab es viele kleine Leuchtkristalle an der Decke, die einem den Eindruck eines echten Sternenhimmels vermittelten.

»Aber dies geflacker ... ob das Normal ist?«

Ein eiskalter Schauer lief ihm über den Rücken, etwas Unbekanntes, Bedrohliches braute sich über ihren Köpfen zusammen. Er spürte es in seinen Knochen. Beunruhigt knurrte er:

»Komm, lass uns weiter gehen. Irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht. Das spüre ich genau. Morgen Abend kannst du ja weiter die Decke anstarren.«

Toben riss sich von dem Anblick los und sah seinem Freund irritiert hinterher. Schließlich sputete er sich, um Olo einzuholen.

»Was hast du gesagt? Hier stimmt was nicht? Was meinst du damit?«, wollte Toben von ihm wissen.

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