Teil 36

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Teil 36

Was seit Wochen ein Traum war, wurde zur Realität. Als ich aufwachte war Damian weg. Hätte ich nicht ungeheuere Kopfschmerzen, würde ich der festen Überzeug sein, dass ich geträumt hatte. Neben mir lag ein Eimer und ich versuchte die Puzzleteile in meinem Kopf zu ordnen. Ich habe mich gestern Abend volllaufen lassen, plötzlich wurde ich müde und alles drehte sich, Jack hat mich gegen meine Willen berührt und dann...dann ist Damian gekommen und hat irgendwas mit K.O-Tropfen gesagt. Er hat mich nach Hause gebracht und ist bei mir geblieben. Ich habe mich die ganze Zeit an ihn gekuschelt und mich dann übergeben. Oh mein Gott. Was habe ich überhaupt zu Damian gesagt? Ich kann mich an kein einzelnes Wort mehr erinnern. In meinem Kopf brummt es und ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Damian war gestern Nacht wirklich da gewesen und deshalb hatte ich auch nicht schlecht geträumt. Aber er war weg. Um genau zu sein war niemand außer mir in meinem Zimmer. Ich schnappte mir mein Handy, dass zum Glück wie immer auf meine Nachttischschublade lag. Gerade als ich Tea anrufen wollte fielen mir auf was ich anhatte. Ich trug einen grauen Pullover, der mir viel zu groß war. Er gehörte Damian, daran gab es keinen Zweifel. Der Pullover roch nach ihm, gemischt mit seinem Parfüm. Gott, wie ich diesen Geruch vermisst hatte. Ich atmete tiefer ein als nötig und wählte dann die entsprechende Nummer. Tea ging nicht ran, also versuchte ich es bei Blake. Beim fünften piepen hob er ab.

„Hallo?" krächzte er. Ich glaube ich habe ihn gerade aufgeweckt.

„Blake?"

„Ever?" Seine Stimme klang plötzlich erstaunt. Ich konnte mir vorstellen wie er von seinem Bett aufgesprungen war und seine Augen weit aufgerissen hatte.

„Was...Was ist letzte Nacht alles passiert? Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern und irgendwie..." Ich hielt inne. Der schmerz in meiner Brust weitete sich aus. Ich war Damian begegnet und konnte mich noch kaum daran erinnern. Seine Stimme hallte nur noch leicht in meinem Kopf herum. Ich hatte keine Ahnung was er oder ich gesagt hatte. Das einzige was scharf war, sind die Bilder wie er mich an sich drückte und ich seinen Herzschlag spürte.

„Soll ich vorbei kommen Shawty?" fragte Blake und ich könnte schwören zu hören wie er das Telefon zwischen seine Wange und die Schulter klemmte um seine Schuhe anzuziehen.

„Ja bitte." erwiderte ich und unterdrückte meine tränen.

„Ich bin in drei Minuten da. Stopp die Zeit."

Er legte auf und ich beschloss ins Bad zu gehen. Als ich mich im Ganzkörperspiegel betrachtete, merkte ich, dass der Pullover an mir wie ein Kleid aussah Ich fragte mich wer mich umgezogen hatte. Gott, wenn es Damian war, dann bin ich ausnahmsweise mal froh, dass ich einen Filmriss hatte. Was war letzte Nacht nur geschehen? Ich erschrak, als ich dieses Gesicht im Spiegel erblickte. War ich das? Ich fuhr mit meiner Hand über mein Gesicht. Jap, das war ich. Spätestens jetzt hatte Damian völlig mit mir abgeschlossen. Ich sah aus wie...Mir viel kein passendes Wort ein um mein Aussehen zu beschreiben. Die Mascara, die davor auf den Wimpern hing, war nun unter meinen Augen. Meine Haare standen in alle erdenklichen Richtungen ab. Ich schrubbte mir mein Gesicht so lange, bis ich es kaum noch spürte. Zwar war ich nun von der ganzen Schminke befreit, doch trotzdem erkannte man, dass ich eine beschissene Nacht hinter mir hatte. Ich putze meine Zähne dreimal, da es mir vorkam als hing der Whiskey Geschmack noch immer überall in meinem Mund. Meine Haare waren zu einem groben Dutt hochgebunden, der auf und ab hüpfte, als ich zur Tür lief. Blake stand mit zwei Kaffee's in der Hand vor mir.

„Habe ich dir schonmal gesagt, dass du der beste Freund bist, denn man sich vorstellen kann?"

Er grinste verlegen und kam ins Zimmer. Blake trug einen dunkelroten Pullover. Seine Haare saßen perfekt, so wie immer. Wir setzten uns auf mein Bett und schwiegen uns einige Sekunde an. Er musterte nachdenklich mein Gesicht und nahm dann anschließend seine Kaffeebecher aus dem Pappkarton. Er zeigte mit dem Finger auf mich bevor er sprach.

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